Corona in Baden-Württemberg
Umfrage: Größere Lerndefizite bei Schülern infolge Pandemie

Corona in Baden-Württemberg Umfrage: Größere Lerndefizite bei Schülern infolge Pandemie

Quelle: Sebastian Gollnow

«Lernen mit Rückenwind» soll Kindern und Jugendlichen helfen, Lernlücken zu schließen. Doch dies scheint noch nicht so richtig zu klappen.

Die Corona-Pandemie hat den Schulalltag erschwert. Große Lerndefizite und psychische Belastungen bei Schülern waren die Folge – so die Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag des Philologenverbands. Bei 62 Prozent der Kinder sei der Lernerfolg deutlich beeinträchtigt, wie die Vizechefin des baden-württembergischen Verbandes, Karin Fetzner, am Mittwoch in Stuttgart mitteilte.

Je länger die Schließung während der Pandemie andauerte, umso mehr hätten sich die Probleme bemerkbar gemacht. In der Mittelstufe dauerte der Fernunterricht am längsten. Die Grundschüler und die Oberstufe seien früher wieder in den normalen Unterricht zurückgekehrt.

Zugleich gaben die befragten Eltern an, dass bei 42 Prozent der Kinder die sozial-emotionale Entwicklung deutlich beeinträchtigt sei. Fetzner kritisierte mit Verweis auf die Daten, dass das Corona-Förderprogramm «Lernen mit Rückenwind» bei den Schülern nicht ankomme. Es würden nur fünf Prozent der Kinder bisher an einer «Rückenwind»-Maßnahme teilnehmen. So beklagten auch Eltern, dass es keine passenden Angebote gebe.

Das Kultusministerium wies die Kritik des Verbandes zurück. Ressortchefin Theresia Schopper (Grüne) sagte, «Lernen mit Rückenwind» sei das richtige Programm – das vor Ort auch schon gut funktioniere. «Es lässt den Schulen Freiräume, um Angebote entsprechend der Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler zu machen.» Über 8000 Unterstützungskräfte und mehr als 2000 Kooperationspartner hätte man aktuell im System – und man habe eine Förderung auch in den Ferien ermöglicht.

Der FDP-Politiker Timm Kern sagte, die Landesregierung müsse nun nachsitzen und ein klares Konzept vorlegen, wie wirksam Lerndefizite von Schülerinnen und Schülern beseitigt werden könnten. Der bildungspolitische Sprecher von der SPD, Stefan Fulst-Blei, erklärte, die Ergebnisse der Umfrage seien eine schallende Ohrfeige für die Landesregierung und zeigten massiv die Defizite der Bildungspolitik des Landes auf. «Die Wahrheit ist: Wir brauchen Lehrkräfte – Lehrkräfte – Lehrkräfte! Und weiteres pädagogisches Personal!»

Und Kern meinte weiter: «Doch auch im Hinblick auf kommende Corona-Wellen scheint Grün-Schwarz untätig zu verharren.» Die Umfrage fördere aus Sicht der Lehrergewerkschaft auch Defizite bei der Ausstattung der Schulen mit Lüftungsgeräten zutage. Hier forderte Verbandschef Ralf Scholl mehr finanzielle Mittel vom Land und den Kommunen. Der Schutz der Klassenräume gegen Corona sei auch zwei Jahre nach Beginn der Pandemie absolut löchrig. Nur ein Drittel aller Klassenräume hätten CO2-Ampeln, nur 14 Prozent Raumluftreiniger. «Die Schulen müssten schon heute möglichst coronasicher für den Herbst und Winter gemacht werden.»

 

Weitere Nachrichten

Starkregen, Hagel und Co.: Wetterextreme kosten Versicherer 288 Millionen Euro

94 Prozent der Häuser im Südwesten haben Extraschutz – doch wie teuer wird es wirklich nach Starkregen, Hagel und Co.? Die Zahlen überraschen.

Lämmchen Henry bringt Schwung ins Rathaus von Enzklösterle

Lämmchen Henry begleitet die Bürgermeisterin von Enzklösterle zu jedem Termin – und sorgt im Rathaus für viele Lacher und Begeisterung. Wie das kleine Schaf den Arbeitsalltag verändert.

Blue Moon im Mai über Südwesten - was es damit auf sich hat

Im Mai gibt es zweimal einen Vollmond - einen am Anfang und einen am Ende. Was es mit dem Blue Moon auf sich hat und ob der Mond wirklich blau scheint.

Fall aus Karlsruhe: Erstmals Anklage wegen KI-generierter Missbrauchsbilder

Mit KI erstellte Missbrauchsbilder von Kindern: Erstmals erhebt das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg in einem solchen Fall Anklage. Ein 59-Jähriger steht im Fokus der Ermittler.

01. Mai: Regeln für den Feiertag - was ist erlaubt und was verboten?

Feiern, Sport, Gartenarbeit: Am 1. Mai in BW ist Rücksicht Pflicht. Wer zu laut wird, riskiert Ärger – und das nicht nur mit den Nachbarn. Wo die Grenzen verlaufen, zeigt unser Überblick.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.