News aus Baden-Württemberg
Verhandlungen gescheitert: Urabstimmung über unbefristete ÖPNV-Streiks

News aus Baden-Württemberg Verhandlungen gescheitert: Urabstimmung über unbefristete ÖPNV-Streiks

Quelle: Sebastian Willnow/dpa/Symbolbild
dpa

Die Bandagen im ÖPNV-Tarifstreit werden härter: Nach der vierten Runde erklärt Verdi die Verhandlungen für gescheitert. Fahrgäste in den betroffenen Städten müssen mit stressigen Wochen rechnen.

Im Tarifstreit mit den kommunalen Nahverkehrsunternehmen in Baden-Württemberg lässt die Gewerkschaft Verdi ihre Mitglieder über unbefristete Streiks entscheiden. Die Urabstimmung beginne am 18. März und dauere vier Wochen, teilte der Verdi-Landesbezirk am Montag mit. Wenn 75 Prozent der Befragten zustimmten, seien auch unbefristete Streiks möglich. Der Kommunale Arbeitgeberverband Baden-Württemberg (KAV), der die Nahverkehrsbetriebe vertritt, reagierte mit Unverständnis.

Für die kommenden Tage sind nach Angaben von Verdi keine Warnstreiks geplant. Für den Zeitraum der Urabstimmung schloss die Gewerkschaft Ausstände aber nicht aus.

Betroffen von der Auseinandersetzung ist der öffentliche Personennahverkehr in Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz. Der Arbeitskampf hatte den ÖPNV dort bereits mehrmals weitgehend lahmgelegt. Bus- und Straßenbahnfahrer in den sieben Städten traten seit Anfang Februar bislang an drei Tagen zeitgleich in den Ausstand. Hinzu kamen einzelne Warnstreiks in verschiedenen Städten.

6500 Beschäftigte betroffen

Verdi verhandelt mit den kommunalen Nahverkehrsbetrieben derzeit in fast allen Bundesländern über neue Manteltarifverträge. Die Forderungen unterscheiden sich: Im Südwesten tritt die Gewerkschaft für eine grundsätzliche Verkürzung der Wochenarbeitszeit sowie eine Schichtzulage im Fahrdienst ein. Darüber hinaus will Verdi erreichen, dass sich die Beschäftigten Verspätungen und bislang unbezahlte Wegzeiten vollständig als Arbeitszeit anrechnen lassen können.

Die Tarifverhandlungen begannen Ende Januar. Nach übereinstimmenden Angaben sind von den Gesprächen rund 6500 Beschäftigte betroffen. Für Aufsehen sorgte in der vergangenen Woche ein zeitweiser Abbruch der Gespräche durch Verdi. Auslöser war nach Gewerkschaftsangaben, dass die Arbeitgeber ein schriftliches Angebot noch während der Verhandlungen an Presse und Belegschaft gegeben haben sollen. Verdi machte daraufhin ein neues Angebot zur Bedingung für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Der KAV zeigte sich von den Vorwürfen irritiert.

Arbeitgeber: deutlich verbessertes Angebot

Bei der vierten Verhandlungsrunde am Sonntag habe man ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt und sei Verdi in vielen Forderungen entgegengekommen, hieß es vom KAV. «Wir haben uns damit schon über unsere Schmerzgrenze bewegt», argumentierte Hauptgeschäftsführerin Sylvana Donath. Dennoch sei kein ergebnisorientierter Austausch möglich gewesen.

Vielmehr sei die Gewerkschaft so gut wie überhaupt nicht von ihrer ursprünglichen Position abgerückt und beharre auf einem großen Forderungskatalog. «Dieser Gesamtumfang sei gegenüber den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern nicht vermittelbar».

Das am Sonntag vorgelegte KAV-Angebot sah demnach unter anderem für Personen, die variable Dienste leisten, eine Zulage von 250 Euro im Monat vor. Gerade die, deren Arbeitsbelastung besonders hoch sei, hätten davon profitiert, teilte der KAV mit. Außerdem habe man etwa Samstags- und Sonntagszuschläge für den Fahrdienst angeboten.

Nach Verdi-Darstellung provoziert das Angebot eine Spaltung der Belegschaft. Die Arbeitgeber hätten zwar das Volumen vergrößert, sagte Verhandlungsführer Jan Bleckert. Rund die Hälfte der Belegschaften wäre von den Verbesserungen aber ausgeschlossen. Unter anderem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Werkstätten und Verwaltung sollten nach dem Willen der Arbeitgeber praktisch leer ausgehen, sagte Bleckert.

 

Weitere Nachrichten

01. Mai: Regeln für den Feiertag - was ist erlaubt und was verboten?

Feiern, Sport, Gartenarbeit: Am 1. Mai in BW ist Rücksicht Pflicht. Wer zu laut wird, riskiert Ärger – und das nicht nur mit den Nachbarn. Wo die Grenzen verlaufen, zeigt unser Überblick.

Aprilende bringt Sonne - so wird das Wetter am 01. Mai

Sonniges Wetter und steigende Temperaturen locken zur Wochenmitte nach draußen. Doch es ist auch Vorsicht angesagt: Die Waldbrandgefahr steigt. Das dürfte vor allem am 1. Mai ein Thema werden.

EnBW warnt "zum Schutz von Leben" vor Betreten von leerem Stausee in Forbach

Der leere Stausee an der Schwarzenbach-Talsperre zieht die Menschen an - am Sonntag mussten zwei Verletzte gerettet werden. Welche Sicherheitsmaßnahmen laut dem zuständigen Energieversorger bestehen.

Wolfswelpen im Sommer? Sechster Wolf in Baden-Württemberg sesshaft

Ein weiterer Wolf ist im Südwesten sesshaft - damit streifen fünf Rüden und eine Wölfin durch die Wälder. Auf ein Rudel wird weiter gewartet.

"Eine Gnade": Ministerpräsident Kretschmann verabschiedet sich nach 15 Jahren

Manche Jugendliche können sich an gar keinen anderen Ministerpräsidenten erinnern - nun hat Winfried Kretschmann nach 15 Jahren im Amt seinen Abschied genommen. Was sagen die Weggefährten dazu?




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.