Corona in Baden-Württemberg
Wander-Boom: Corona treibt Menschen in den Schwarzwald

Corona in Baden-Württemberg Wander-Boom: Corona treibt Menschen in den Schwarzwald

Quelle: Patrick Seeger

Viele Freizeit-Optionen blieben dieses Jahr nicht angesichts der zahlreichen Corona-Beschränkungen. Da verwundert es kaum, dass es die Menschen vermehrt in die Natur verschlagen hat. Im Schwarzwald hatte der Wander-Boom jedoch auch unangenehme Nebeneffekte.

Die Corona-Pandemie hat im Schwarzwald einen Wander-Boom ausgelöst. Im Nationalpark Schwarzwald seien im Zeitraum April bis Juni 2020 rund 100 000 Gäste mehr unterwegs gewesen als im Vorjahreszeitraum, erklärte die Parkverwaltung. Das sei ein Plus von knapp 50 Prozent. An einigen Stellen wurden demnach gar doppelt bis dreimal so viele Ausflügler wie im Vorjahreszeitraum gezählt.

Die Zahlen für die Monate ab Juli seien noch nicht ausgewertet worden, aber auch für diesen Zeitraum zeichne sich ein deutliches Besucherplus ab. Basis für die Einschätzung sind Zählschranken, die seit dem Jahr 2018 im Nationalpark aufgestellt wurden.

Fest steht, dass Schnee und gutes Wetter auch zur Weihnachtszeit viele Ausflügler in die Natur zogen. Einen wahren Ansturm erlebten beliebte Ziele wie der Dobel oder der Mummelsee im Nordschwarzwald und der Kandel nahe Freiburg. Stellenweise kam es an verschiedenen Tagen zu einem Verkehrschaos, weil Parkplätze überfüllt waren. Mancherorts sperrte die Polizei die Zufahrtsstraßen, um des Andrangs Herr zu werden. Laut Offenburger Polizei sind Besuchermassen bei Schnee im Schwarzwald aber nichts Ungewöhnliches – das gebe es jedes Jahr, sagte ein Sprecher.

Coronabedingt war hingegen wohl der Ansturm der Wanderer. Die Wanderführer und Wegewarte der Region hätten bemerkt, dass 2020 viel mehr Menschen unterwegs gewesen seien als zuvor, sagte ein Sprecher des Schwarzwaldvereins.

Anett Vonglatsamy, Vorsitzende der Ortsgruppe Freiburg, sagte der dpa: «Im Frühjahr war es draußen total voll.» Auch unter der Woche sei der Ansturm spürbar gewesen, und sonst weniger frequentierte Wege seien plötzlich gut besucht gewesen. Im Herbst seien die Zahlen der Wanderer weiter erhöht gewesen. In ihrem Ortsverein sei im Corona-Jahr 2020 zudem die Mitgliederzahl deutlich angestiegen.

Eine Wanderwartin, die sich unter anderem um den Erhalt der Wegebeschilderung kümmert, erklärte, viele Wanderer hätten sie im Freiburger Stadtwald gefragt, wie man zu bestimmten Zielen komme. «Das ist mir bis dato nicht so häufig passiert, vielleicht sind vermehrt «neue» Waldbesucher unterwegs.»

Der Andrang hatte laut Nationalparkverwaltung aber auch negative Folgen. «Das Ranger-Team musste häufig wilde Camper ermahnen und größere Gesellschaften auflösen», hieß es. «Auf den Parkplätzen im Nationalpark standen die Wohnmobile teilweise dicht an dicht.» Wie die Tierwelt die vielen Besucher verkraftet habe, sei noch nicht klar.

Störungen durch Menschen abseits der Wege seien besonders in den kalten Monaten gefährlich für die Tiere, da sie in dieser Zeit von ihren Energiereserven zehren müssten. Im Frühjahr seien viele Tiere anfällig für Störungen, weil sie mit Brüten oder der Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt seien.

 

Mehr zum Thema

Baden-Württemberg: Mit Hilfe von Schnelltests aus Lockdown

Alle suchen den Weg aus dem Dilemma: Der Corona-Lockdown kann nicht ewig so weitergehen, aber die Infektionszahlen steigen wieder. Was also tun? Baden-Württemberg weist nun einen möglichen Ausweg aus der Zwickmühle.

Gefahr von Mutanten: Baden-Württemberg verschärft Quarantäneregeln

Weil sich ansteckendere Mutationen des Coronavirus schnell ausbreiten, verschärft das Land die Quarantäneregeln.

Südwesten: Kostenlose Corona-Tests für weitaus mehr Menschen

Belastungstest für die grün-schwarze Koalition - zweieinhalb Wochen vor der Landtagswahl: Erst fliegen im Kabinett die Fetzen über die Teststrategie, dann einigt man sich auf einen leicht nachgebesserten Kompromiss.

blumen-deniz-karlsruhe

Wegen unklarer Rechtslage könnten Floristen zu bleiben

Die Floristen dürften sich eigentlich freuen, denn ab Montag können sie ihre Läden prinzipiell wieder aufsperren. Unklar ist aber, unter welchen Auflagen - weswegen der Branchenverband eindringlich warnt.

Gericht: Fahrschulen dürfen Normalbetrieb wieder aufnehmen

Auf engstem Raum zusammen - zwischen Fahrlehrer und -schüler ist ein Abstand von 1,5 Meter nicht machbar. Wegen des Ansteckungsrisikos mit dem Coronavirus musste der Fahrschulbetrieb teilweise eingestellt werden. Der Verwaltungsgerichtshof hat die Landesregelung gekippt.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Daumen hoch, wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, oder zeigen Sie uns, dass wir uns verbessern können.

0%
0%

Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.