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Wasserwerke wegen Chemikalien-Belastung im Rhein alarmiert

News Wasserwerke wegen Chemikalien-Belastung im Rhein alarmiert

Quelle: Silas Stein/dpa
dpa

Die Ewigkeitschemikalie Trifluoracetat (TFA) bedroht zunehmend das Trinkwasser. Rasches Handeln ist nötig, sagen Experten.

Wasserwerke sehen durch eine Chemikalie das Trinkwasser bedroht, die zunehmend im Rhein und anderen Gewässern nachweisbar ist. Nach dem neuesten Rhein-Bericht der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR) verbreitet sich die sogenannte Ewigkeitschemikalie Trifluoracetat (TFA) ungebremst weiter. Das Trinkwasser sei direkt betroffen und könnte irreversibel geschädigt werden, warnten die Verbandspräsidenten Matthias Maier und Roman Wiget anlässlich ihrer Mitgliederversammlung.

TFA ist ein Abbauprodukt zahlreicher chemischer Erzeugnisse wie Kältemittel, Pharmaka und Pflanzenschutzmittel, das mit bisherigen Methoden nicht aus dem Wasser herausgefiltert werden kann. Es gehört zur Gruppe der PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen).

«Die Schädlichkeit von PFAS in unserer Umwelt ist seit langem bekannt», sagte dazu Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker (Grüne). Notwendig seien klare europaweite Grenzwerte. «Wir müssen schnellstmöglich verhindern, dass weiter PFAS im großen Stil in die Umwelt gelangt.»

Belastung am Rhein vervielfacht

Allein am Hochrhein habe sich die TFA-Konzentration in den letzten acht Jahren wertemäßig vervielfacht: von 0,1 Mikrogramm auf 0,8 oder 1 Mikrogramm je Liter, berichtet Maier. «Und die TFA-Einträge werden in den in nächsten 20 Jahren zunehmen», prognostiziert er.

Wasserwerke fordern Verbot der Substanz

«TFA baut sich nicht ab, sondern jeder weitere Eintrag findet sich in der Umwelt und im Wasser.» Die AWBR fordert deshalb das Verbot von Ewigkeitschemikalien, wo immer diese in die Umwelt gelangen. «Unsere Trinkwasserqualität ist direkt davon abhängig, wie wir uns jetzt entscheiden, mit Stoffen wie TFA umzugehen», so das Fazit von Maier und Wiget.

Dichtes Messnetz

Der Verband verfügt über Messnetze an Aare, Rhein, Donau und Neckar sowie unter anderem am Bodensee, Zürichsee, Vierwaldstädtersee und Bielersee. Mit rund 30 regelmäßig beprobten Messstellen hat er das umfassendste Messnetz am Hoch- und Oberrhein.

 

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