Nachrichten
Weihnachtsmärkte: Sicherheitschecks mit Gebühr sind erfunden

Nachrichten Weihnachtsmärkte: Sicherheitschecks mit Gebühr sind erfunden

Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
dpa

In mehreren Städten kursieren Schreiben über einen «verpflichtenden Sicherheitscheck» vor dem Weihnachtsmarktbesuch. Kosten angeblich 2,50 Euro beim Verfassungsschutz. Kommunen warnen vor den Fakes.

Ob Bielefeld, Chemnitz oder Ulm: In mehreren Städten kursieren Flyer über einen angeblich «verpflichtenden Sicherheitscheck» vor dem Besuch des jeweiligen Weihnachtsmarkts. Die Behauptung: Bürgerinnen und Bürger müssten sich bei der Kommune anmelden. Gegen eine Gebühr von 2,50 Euro stelle der Verfassungsschutz dann eine «Unbedenklichkeitsbescheinigung» aus. Warum es sich dabei um einen Fake handelt, klärt dieser Faktencheck.

 

Bewertung

Bildungsministerium und mehrere Kommunen warnen: Die Schreiben mit dem Titel «Bunte Weihnachten – aber sicher» sind gefälscht.

 

Fakten

Fast identische Schreiben sind in mehreren Bundesländern aufgetaucht. Online kursieren Fotos von Flyern, die angeblich von den Kommunen in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen), Braunschweig (Niedersachsen), Chemnitz, Leipzig und Freiberg (Sachsen) sowie Ulm und Stuttgart (beide Baden-Württemberg) stammen.

Die Städte Bielefeld und Braunschweig reagierten bereits und haben entsprechende Warnungen veröffentlicht. «Die Stadtverwaltung stellt dazu klar, dass das Schreiben eine Fälschung ist und bittet, es nicht zu beachten.» Auch Anne Gottschalk, Sprecherin der Stadt Chemnitz, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich bei dem Aufruf um einen Fake handelt.

Die auf dem Flugblatt angegebene E-Mail-Adresse des Bundesamtes für Verfassungsschutzes existiert zwar tatsächlich. Mit dem Flugblatt hat der Verfassungsschutz aber nichts zu tun. Auch Stuttgart, Ulm und Freiberg warnten öffentlich vor den Flyern.

 

Bildungsministerium warnt vor «Verunsicherung in der Bevölkerung»

Auf den Flyern ist auch deutlich das Logo des Bundesförderprogramms «Demokratie leben!» des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) zu sehen. Ein Ministeriumssprecher erklärte dazu auf Anfrage: «Bei den Flyern handelt es sich um Fälschungen, offenbar in der Absicht, Verunsicherung in der Bevölkerung zu verbreiten und das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ zu diskreditieren.»

Wer hinter den Fälschungen steckt, blieb zunächst unklar. Offenbar handelt es sich um eine orchestrierte Aktion: Auch die Städte Ulm, Stuttgart und Freiberg distanzieren sich davon. Einzelne Kommunen haben rechtliche Schritte gegen den oder die Verfasser eingeleitet oder prüfen diese. «Wir begrüßen und unterstützen dieses Vorgehen», erklärte dazu der Ministeriumssprecher. In Bielefeld hat laut lokalen Medien der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.

 

Weitere Nachrichten

Suche nach Atommüll-Endlager: Diese Regionen in Baden-Württemberg sind im Fokus

Bei der Suche nach einem sicheren Atommüll-Endlager stehen auch Gebiete im Südwesten im Fokus. Worauf kommt es bei der Eignung eines Gebiets an? Und wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen?

Strafbefehle beantragt: Warum ein ganzes Fußballteam Probleme mit der Justiz hat

Vor dem Abflug in die Türkei werden Pforzheimer Fußballer mit Bargeld gestoppt. Nun beantragt die Staatsanwaltschaft Strafbefehle gegen zwei Dutzend Spieler und Vorstände – was wirft sie ihnen vor?

Unangenehmer Geruch in Ludwigshafen bleibt rätselhaft

Mehrere Tage nach der Ausbreitung eines seltsamen Geruchs in Ludwigshafen äußert sich die Stadt zur Suche nach der Ursache. Einen Erfolg kann sie nicht melden.

Proteste auch in Baden-Württemberg? Innenminister warnt vor Gewalt

Nach Ausschreitungen in Frankreich und Italien sind auch in Baden-Württemberg Kundgebungen angekündigt. Innenminister Hagel warnt vor Gewalt. Wie bereitet sich die Polizei vor?

So viele Lotto-Millionen warten aktuell noch auf ihre Gewinner

Ein Schein aus dem Südwesten war bei der Ziehung am Samstag erfolgreich. Er wurde anonym gespielt, doch inzwischen ist der Tipper bekannt. Wie lange es dauert, bis Lotto-Gewinne angefordert werden.

Staurisiko: Was der Start der Herbstferien für den Verkehr bedeutet

Freitags noch Schule und dann ab in die Herbstferien. Wer direkt an diesem Wochenende verreist, wird in guter Gesellschaft sein. Denn: Auf der Straße, Schiene und in der Luft dürfte viel los sein.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.