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Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten
Zoo Karlsruhe mit Masterplan – mehr Platz für Elefanten & Co.

Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten Zoo Karlsruhe mit Masterplan – mehr Platz für Elefanten & Co.

Quelle: Melanie Hofheinz

Der Zoo Karlsruhe verfolgt seit dem Jahr 2016 einen konkreten Masterplan, um die Gehege der Tiere sowie die gesamte Stadtgartenanlage zu modernisieren und für Bewohner und Besucher zu verbessern. meinKA hat sich über den Zoo-Masterplan schlau gemacht.

Entwicklungskonzept – Zoologischer Stadtgarten

Um den Karlsruher Zoo für die Zukunft zu rüsten, müssen viele alte Anlagen modernisiert und bestehende Gehege vergrößert werden. Dabei sind sowohl neue inhaltliche, als auch strukturelle Ausrichtungen nötig. Mit dem „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten“, wurde daher eine Strategie für die kommenden Jahre und Jahrzehnte aufgesetzt. Bereits am 22. März 2016 hat der Karlsruher Gemeinderat das „Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten“ mit großer Mehrheit verabschiedet. Der darin enthaltene „Masterplan“, der wiederum aus über 40 Einzelbausteinen besteht, fasst die zentralen Ergebnisse des Entwicklungskonzepts zusammen. Diese sollen, so die Stadt Karlsruhe, je nach wirtschaftlicher Situation sowie Vorhandensein von Drittmitteln zeitnah umgesetzt werden.

Zur Erstellung des Entwicklungskonzeptes, wurden bis in das Jahr 2015, neben den baulichen Zuständen der Zoo-Gebäude, auch die technischen Gegebenheiten geprüft und eingeschätzt. Hierbei waren sowohl der Zoo und das Gartenbauamt, als auch das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft sowie die Stadtwerke Karlsruhe involviert. Insbesondere standen die Häuser der Giraffen, Raubkatzen, Affen und Dickhäuter sowie die Wirtschaftsgebäude mit Wirtschaftshof, Kasse Nord/Süd, Café Karle und Milchbar dabei im Fokus der Bestandsaufnahmen. Die Ergebnisse der einzelnen Gebäude-Untersuchungen wurden dabei in Konstruktion, Funktion und Technik unterteilt sowie mit den Dringlichkeitsstufen dringender Handlungsbedarf (rot), mittelfristiger Handlungsbedarf (gelb) und kein Handlungsbedarf (grün) gekennzeichnet.

 

Erfassung des Sachstandes – Entwicklungskonzept

Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten | Quelle: Stadt Karlsruhe

 

Handlungsbedarf & Säugetiergutachten

Laut den Beurteilungen der Experten, wurden sowohl die Zoo-Kassen, die Südamerikaanlage, das Wirtschaftsgebäude sowie die Häuser von Raubkatzen, Giraffen, Affen und Dickhäutern als Bereiche mit besonders großem Handlungsbedarf eingestuft.  Zusätzlich mussten auch neue gesetzliche Vorgaben, welche insbesondere durch das Säugetiergutachten aus dem Jahr 2014 beschlossen wurden, in diesem Zuge dringlich beachtet werden.

Aus diesem Grund mussten bei den Planungen sowohl die Rahmenbedingungen aus dem Säugetiergutachten, als auch der Flächenzuschnitt im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe beachtet werden und sich die Frage, welche Tierhaltung auf den gegeben Flächen möglich wäre, gestellt werden. Ähnliches galt natürlich auch für die Pflanzen und Bäume des Stadtgartens. Letztendlich wurde dem Karlsruher Gemeinderat im März 2016 das Ergebnis der Untersuchungen in dem erwähnten Masterplan mit über 40 Einzelbausteinen vorgestellt, welchem mehrheitlich zugestimmt wurde. Seit diesem Zeitpunkt befindet sich der Zoologische Stadtkarten Karlsruhe in der Umsetzung der einzelnen Bausteine, welche Stück für Stück verwirklicht werden.

 

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Die neuen Kassen des Zoos. | Quelle: Zoo Karlsruhe/Timo Deible

 

Masterplan – Eckpfeiler & Finanzierung

Der Masterplan des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe umfasst über 40 einzelne Bausteine. Diese reichen von Großprojekten wie einem neuen Außengehege für die Dickhäuter oder neue Gebiete wie die geplante Asien-Anlage. Auch auf Seiten des Stadtgartens stehen einige Bauvorhaben und Sanierungen an, wie beispielsweise ein neues Gastronomieangebot beim Heckengarten. Insgesamt belaufen sich die Investitionskosten für die Umsetzung des gesamten Masterplans auf rund 51,9 Millionen Euro.

Die Umsetzbarkeit des erstellten Masterplans hängt mit der finanziellen Situation der Stadt Karlsruhe sowie der finanziellen Mitteln des Zoologischen Stadtgartens zusammen. Ziel ist es, den Masterplan in den kommenden Jahren vollständig umzusetzen. Manche Punkte müssen, aufgrund dringender Notwendigkeit oder in Anbetracht des Säugetiergutachtens vor anderen Punkten umgesetzt werden. Daher können die einzelnen Vorhaben, auch wenn der Masterplan alle Bausteine individuell mit Kosten sowie mit einem Vorschlag für einen Umsetzungszeitpunkt kalkuliert hat, nur nach Finanzierbarkeit, planmäßig umgesetzt oder eben zeitlich verschoben werden.

 

Masterplan – Zoobereich

  • Fennek-Neubau
  • Erdmännchen-Neubau
  • Raubtierhaus-Umbau
  • Kea-Voliere
  • Känguruanlage begehbar
  • Seebühne – Erweiterung für Flugschau
  • Flamingovoliere
  • Karpfen – unter Wasser „Aquarium“ für Besucher
  • Eisfuchs-Neubau
  • Eichhörnchen, Eulen, Auerhuhn, Luchs – Portal zum Nationalpark
  • Teichanlage und Vogelvoliere an Afrika-Savanne
  • Lemuren Warmhaus (Neubau) und Freigehege (Volierenstil)
  • Menschenaffen-Haus – Umbau und Außenanlage wird Aravoliere
  • Elefanten – Erweiterung der Außenanlage
  • Flusspferd – Erweiterung, Umbau der Innenanlage und Wasserbecken
  • Schauklinik – Veterinärmedizinischer Trakt mit Quarantäneräumen
  • Voliere bei den Elefanten
  • Wasserspiele – diverse Elemente
  • Afrika-Savanne – Erweiterung Giraffenhaus, Laufstall, Hausumbau
  • Hochsteg mit Aussichtsplateaus
  • Asien-Anlage – Neubau

 

Masterplan – Stadtgartenbereich

  • Rosengarten – Wegesanierung
  • Neupflanzung und Ergänzung Pflanzenangebot
  • Vergrößerung Betriebs- und Lagerflächen Bezirk Mitte
  • Japangarten  – Neues Teehaus
  • Wasseranlage – Technik erneuern, Becken sanieren
  • Restaurierung Shinto-Schrein
  • Heckengarten  – neues Gastronomiegebäude
  • Kunst- und Skulpturenweg – Flächen anlegen
  • Wasserkaskade – Sanierung Betonbecken
  • Sanierung – historisches schmiedeisernes Tor
  • Kalleranlage – Renovierung und Verbesserung Infrastruktur
  • Garten Baden-Baden  – Pergola renovieren, neue Pflanzung
  • Lauterberg – Wege instandsetzen
  • Ruine sanieren
  • Wasserspeichertechnik zugänglich machen
  • Pergola-Garten  – Erneuerung Belagsflächen
  • Sanierung  – Pergola und Mauern
  • Erneuerung Staudenpflanzung
  • Spielplatz  – Ersatz Zentralspielplatz
  • Verlegung der Kinderautobahn
  • Wasserorgel – Erneuerung der gesamten Anlage
  • Begrünung Giraffenhaus

 

Masterplan im Überblick – interaktiver Zooplan

Elefantenaußenanlage, Afrikasavanne, Japangarten & Co.: Was wird an welcher Stelle im Zoo umgesetzt? Welche großen Maßnahmen im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe geplant sind, verrät der interaktive Zooplan. Die gelben Punkte markieren die Vorhaben des Masterplans. Jetzt entdecken!

 


 

Masterplan – Zwischenstand 2019

Nach den ersten drei Jahren wurden bereits einige Punkte des Entwicklungskonzepts des Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe umgesetzt. Beispielsweise kommen die unterschiedlichen Bauarbeiten auf dem Lauterberg gut voran. Noch im Jahr 2019 soll die Luchsanlage von rund hundert Quadratkilometern auf etwa 1.000 erweitert werden. Die Erdmännchen haben bereits seit 2016 ihr neues Gehege an zentraler Stelle, nahe dem Giraffenhaus, bezogen und erfreuen sich an einem großen Auslauf samt Wärmeinseln. Auch das Projekt einer begehbaren Känguru-Anlage wurde schon realisiert. Seit Oktober 2017 ist das rund 1.000 Quadratmeter große Freigehege für die Besucher geöffnet und ermöglicht den direkten Kontakt zwischen Mensch und Tier. Solche Haltungsformen sind in übrigens Australien gängig – in Deutschland bislang noch selten.

Eines der größten Bauvorhaben im Masterplan ist die Vergrößerung des Elefanten-Außengeheges. Nach etwas über einem Jahr wurden die Arbeiten Ende Mai 2019 erfolgreich abgeschlossen. Die 1,4 Millionen Euro teure Erweiterung ermöglicht auch durch eine Verdreifachung des Platzes für die Elefanten und Flusspferden grundlegend neue Bewegungsmöglichkeiten. Die Bauarbeiten in der Afrika-Savanne sollen  ebenfalls noch 2019 starten.

 

Die australischen Kängurus.

Die begehbare Känguru-Anlage im Zoo. | Quelle: Thomas Riedel

 

Die neue Elefantenanlage Karlsruhe im Überblick

Der Karlsruher Zoo eröffnete am Montag, den 27. Mai 2019, die erste Seniorenresidenz für Asiatische Elefanten in Europa. Die Anlage soll insbesondere ausgedienten Zirkuselefanten einen artgerechten Altersruhesitz bieten. Die 1,4 Millionen Euro teure Außenanlage bietet mit Badebecken, Elefantendusche und Futterbaum auf der rund 3.000 Quadratmeter große Freifläche viele Annehmlichkeiten für die Dickhäuter.

Eine acht Meter lange Waage mit einer 7,5-Tonnen-Auslastung, wurde im Boden des Geheges integriert und hilft den Zoopflegern zukünftig das genaue Gewicht der Tiere zu ermitteln. Für den Snack für Zwischendurch haben die Tierpfleger die Möglichkeit spezielle Futterklappen auf der Anlage zu nutzen, um den Dickhäutern Leckerlis zu verstecken. Im Keller des angrenzenden, ehemaligen Papageienhauses, sind unter anderem die Wassertechnik und Utensilien für die Pflege der Anlage und der Tiere untergebracht. So befindet sich beispielsweise auch der Hochdruckreiniger hier, der für die tägliche Dusche der Elefanten notwendig ist. Hierbei können die Besucher übrigens ab sofort von einer Tribüne zuschauen, welche im Zuge der neuen Außenanlage gebaut wurde.

 

Elefantendame Jenny auf der neuen Anlage. | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Einzigartige Doppelnutzung

Insgesamt können bis zu fünf Elefanten hier gehalten werden. Aktuell leben die zwei Elefantendamen Jenny und Nanda im Zoologischen Stadtgarten, erst im Februar 2019 verstarb die 63-jährige Elefantin Rani im Karlsruher Zoo. Ob in naher Zukunft weitere Elefanten in die Seniorenresidenz einziehen, konnte der Zoo Karlsruhe aktuell noch nicht konkret mitteilen.

Aber nicht nur für die betagten Elefanten bietet das neue Außengehege viele Vorteile, auch die beiden Flusspferde Kathy und Platsch dürfen die Anlage als Auslauf nutzen. Während die Elefanten nur tagsüber die Freifläche genießen und abends im geschlossenen Stall schlafen gehen, sind Flusspferde nachtaktiv und werden ab den Abendstunden auf das Außengehege gelassen um zu spazieren und zu weiden. Eine völlig neue Möglichkeit für die Hippos, welche bislang keine derartige Auslauffläche zur Verfügung stand. Diese Doppelnutzung ist in Europa einzigartig und zudem die größte Flusspferdanlage Deutschlands.

 

Auch Kathy und Platsch profitieren von der Außenanlage. | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Eröffnung der Altersresidenz für Elefanten im Zoo - 2019

 

Adresse – Zoo Karlsruhe

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