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Zoodirektor als Ziehvater: Warum die Karlsruher Kakadu-Küken umziehen müssen

News Zoodirektor als Ziehvater: Warum die Karlsruher Kakadu-Küken umziehen müssen

Quelle: Uli Deck/dpa

Den Kakadu-typischen Schopf haben Mathilda und Manni schon. Doch noch sind sie auf Brei angewiesen. Der Zoodirektor persönlich zieht sie per Hand auf – auch nachts zu Hause. Doch das ist bald vorbei.

Weil zwei seltene Banks-Rabenkakadu-Küken im Karlsruher Zoo bald zu fliegen beginnen, entlässt Zoodirektor Matthias Reinschmidt die Tiere in den nächsten Tagen aus seiner Obhut. «Sie kommen dann backstage ins Exotenhaus», sagte der 60-Jährige. Dort sollen Mathilda und Manni dann auch nach und nach an feste Nahrung gewöhnt werden.

Für ihn und sein Team enden damit auch mehr als zwei Monate der Rund-um-die-Uhr-Betreuung inklusive Fütterungen mitten in der Nacht. Anfangs habe er den beiden Küken tagsüber alle zwei und nachts alle drei Stunden selbst angesetzten Brei mit einer Spritze gegeben, berichtete Reinschmidt. Mit einem mobilen Brutkasten (Inkubator) habe er die Babys abends mit nach Hause genommen und morgens mit in den Zoo. Inzwischen bräuchten sie die Wärme nicht mehr, die Pausen zwischen den Fütterungen würden länger.

 

Partnervermittlung geglückt

Die Geschichte der zwei Banks-Rabenkakadus ist eine Verkettung glücklicher Zufälle: Los ging es mit einem Ei, das Mathildas Mutter im Karlsruher Zoo zwar gelegt hatte – dann aber ignorierte. «Da war sofort klar, das Ei muss in den Inkubator», sagte Papageien-Experte Reinschmidt. Und obwohl es das erste Ei der Elterntiere sei, war es tatsächlich befruchtet.

Es habe sich alles bilderbuchmäßig entwickelt. Doch sollte Mathilda nicht zu sehr auf Menschen geprägt werden. Daher suchte Reinschmidt nach einem weiteren Einzelkind. Kein leichtes Unterfangen. Fündig wurde er bei einem privaten Züchter: Manni ist den Angaben nach zehn Tage jünger als Mathilda und konnte dank Unterstützung des Vereins Zoofreunde Karlsruhe geholt werden. «Sie wachsen jetzt als Papageien auf», sagte Reinschmidt.

Inzwischen haben die weitgehend schwarz gefiederten Kakadus mit rötlichen Streifen am Schwanz fast alle gelben Flaumfedern verloren und machen mächtig Terz, wenn es ans Füttern geht. Obwohl er jünger ist, hat Manni als Erster mit Flugversuchen gestartet.

 

Wird aus Kindergartenliebe eine Dauerbeziehung?

Banks-Rabenkakadus sind Reinschmidt zufolge eine zoologische Rarität in Deutschland. Es gebe neben Karlsruhe nur in Berlin und in Walsrode in der Lüneburger Heide Exemplare in Tierparks. «Schwarze Kakadus gehören zur höheren Kunst der Papageienzucht», sagte der Fachmann. Man brauche vor allem ein harmonisierendes Paar als Elterntiere.

Bei Mathilda und Manni besteht größte Hoffnung: Da sie nicht verwandt sind, eignen sie sich für die Zucht. Und weil sie sich von klein auf kennen, sind die Chancen gut, dass das klappt. Auch wenn die beiden charakterlich sehr unterschiedlich sind, wie ihr Ziehvater sagt: Mathilda eher ein wenig träge, Manni etwas forscher und aufmüpfiger.

Im kommenden Frühsommer sollen sie ein eigenes Gehege beziehen, das extra für sie gebaut wird. Geschlechtsreif würden die Tiere allerdings erst mit vier bis fünf Jahren.

 

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