Corona in Baden-Württemberg
Ab in den Urlaub: mit Test, Impfpass oder Genesenen-Nachweis

Corona in Baden-Württemberg Ab in den Urlaub: mit Test, Impfpass oder Genesenen-Nachweis

Quelle: Philipp von Ditfurth

Im Südwesten ist Tourismus unter Auflagen wieder möglich. Optimistische Urlauber haben bereits weit im Voraus gebucht. Neben der Vorfreude herrscht aber auch Unsicherheit. Bei Gästen, Hoteliers und Gastronomen.

Kaum werden die Corona-Auflagen gelockert, stehen die Urlauber im Südwesten mit gepackten Koffern in den Startlöchern. Pfingsten steht vor der Tür. Und in Landkreisen mit vergleichsweise niedrigen Infektionszahlen dürfen Touristen wieder übernachten, seitdem das Ansteckungsrisiko anhaltend zurückgeht. Dafür muss die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner an fünf Tagen in Folge unter dem Wert von 100 liegen. Vor allem in den badischen Landesteilen ist das bereits so.

Besonders CAMPINGPLÄTZE stehen an Pfingsten hoch im Kurs. Die Aussicht auf durchwachsenes Wetter scheint die Urlauber nicht abzuhalten: «Es kommen unglaublich viele Buchungsanfragen rein. Die Telefone stehen nicht still», sagte Kurt Bonath, der Landesvorsitzende des Verbands der Campingunternehmer in Baden-Württemberg. Viele Camper hätten weit im Voraus gebucht, so dass die meisten der 138 Plätze des Verbands über die Feiertage ausgebucht seien. Laut Bonath freuen sich die Gäste zwar auf den Urlaub im Grünen, sie seien aber auch verunsichert. «Häufig wissen sie nicht, zu welchem Landkreis ein Platz gehört und kennen die Bestimmungen nicht.»

Mit der Rückkehr der Urlauber kommen neue Anforderungen auf die Touristikbranche im Südwesten zu: Wer einchecken möchte, muss entweder vollständig gegen das Coronavirus geimpft sein oder als genesen gelten. Auch ein negativer Schnelltest ist eine Eintrittskarte in den Urlaub. Nach drei Tagen Aufenthalt muss erneut getestet werden. «Viele Betreiber stellen für die Kontrolle Security-Mitarbeiter ein», sagte Bonath, der auf einem Campingplatz in Friesenheim (Ortenaukreis) angestellt ist. Größere Anlagen, darunter Sankt Leon-Rot (Rhein-Neckar-Kreis), wollen eigene Testzentren anbieten.

Die Testpflicht stellt nach Einschätzung des Hotel- und Gaststättenverbands Baden-Württemberg (Dehoga) die HOTELS UND GASTSTÄTTEN vor Probleme. «Wir freuen uns über die Perspektiven, aber das Testen und Kontrollieren ist eine Herausforderung», sagte Dehoga-Sprecher Daniel Ohl. Ob die neuen Regeln einen Einfluss auf die Anzahl der Buchungen haben, lasse sich nicht einschätzen. «Uns liegen keine Zahlen zu den Buchungen vor», sagte Ohl. In Regionen mit vergleichsweise niedrigen Inzidenzen wie im Hochschwarzwald rechne er aber mit einem guten Pfingstgeschäft.

In Klaus-Günther Wieslers Hotel in Titisee-Neustadt (Breisgau-Hochschwarzwald) herrschte bereits Anfang der Woche rege Betriebsamkeit. «Seit Dienstag bringen wir das Hotel auf Vordermann», sagte Wiesler. Zimmer müssten gereinigt, Betten bezogen, Tischwäsche gewaschen und Getränkevorräte überprüft werden. «Das fühlt sich fast wie eine Neueröffnung an.»

Wie die Camper seien aber auch die Hotelgäste verunsichert. «Viele rufen an und fragen, ob sie kommen können oder nicht», sagte der Hotel-Inhaber, der von Freitag an wieder Gäste empfangen wollte. Die meisten hätten bereits im vergangenen Jahr den Pfingsturlaub 2021 gebucht. Mit Inkrafttreten der neuen Corona-Verordnung sei es aber nicht zu einer Buchungswelle gekommen. «Die ersten Urlauber sind vor allem Stammgäste», sagte Wiesler.

Der Hotelier freut sich zwar über die Wiedereröffnung, hat aber auch Bedenken: «Bei der Kontrolle der Impfnachweise und Tests befürchte ich Chaos.» Offizielle Informationen seien wichtig darüber, welche Impfnachweise im Umlauf seien.

Am Wochenende öffnen auch erste JUGENDHERBERGEN in Baden-Württemberg. «Voraussichtlich acht Häuser können am Samstag starten», sagte Pia Bah vom Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH). Das betrifft unter anderem die Jugendherbergen in Baden-Baden, Heidelberg und Breisach (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald). Weitere Häuser sollen Sonntag und Montag folgen. «Die Familien stehen für die Ferien schon in den Startlöchern.» Gäste zögerten aber auch. «Viele rufen an und erkundigen sich nach den Regeln und buchen eher kurzfristig», sagte Bah. In den meisten Jugendherbergen im Südwesten gebe es deswegen noch Chancen auf ein Zimmer.

Bereits seit Anfang Mai sind auch FERIENWOHNUNGEN immer gefragter. «Mit den Lockerungen kam der Run auf Ferienhäuser», teilte der Deutsche Ferienhausverband mit. Demnach liege die Auslastung im Südwesten an Pfingsten bei rund 60 Prozent. Auch die Plattform «Best Fewo» beobachtet einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage. Über Pfingsten gebe es nur noch wenige freie Betten im Südwesten. Besonders der Schwarzwald und der Bodensee seien beliebte Ziele. Dennoch gilt laut dem Ferienhausverband: Wer sich nicht auf einen bestimmten Ort festlegt, kann auch kurzfristig eine Ferienwohnung finden.

 

Weitere Nachrichten

Karlsruher Storchenexpertin: Population könnte schrumpfen

Die Zahl der Störche in Baden-Württemberg könnte nach Einschätzung von Experten in den kommenden Jahren wieder sinken.

Polizei-Studie: Baden-Württemberg lehnt Teilnahme ab

Rechte Umtriebe und Rassismus bei der Polizei? Dieser Verdacht nach einigen Vorfällen empörte viele Beschäftigte. Eine breiter angelegte Studie über den Alltag der Polizisten sollte trotzdem den Problemen auf den Grund gehen. Doch im Südwesten wird daraus wohl nichts.

Sigmaringen: Betrunkener schmeißt seinen Hund auf Bahngleise

Ein Betrunkener hat in Sigmaringen seinen Hund auf die Bahngleise geworfen. Der Pitbull-Terrier-Mischling verletzte sich an den Beinen, wie die Polizei mitteilte.

Fachkräftemangel für Ganztagsbetreuung in Schulen ist massiv

Eine Betreuung für Grundschulkinder nach Schulschluss? In Baden-Württemberg ist das längst nicht flächendeckend der Fall. Hier herrscht oft das traditionelle Bild: Ab Mittag ist das Schulkind wieder zu Hause. Für den Rechtsanspruch fehlt vor allem Personal.

Hasskriminalität in Baden-Württemberg steigt weiter und weiter

Nur hässliche Worte? Nein, Hass und Hetze bedrohen die Demokratie. Das Problem ist in aller Munde - kein Tag, an dem Politiker nicht davor warnen und neue Maßnahmen dagegen beschließen. Und doch steigen die Fallzahlen immer weiter.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Daumen hoch, wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, oder zeigen Sie uns, dass wir uns verbessern können.

0%
0%

Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.