Corona in Baden-Württemberg
Immer mehr Kommunen verbieten unangemeldete Corona-Proteste

Corona in Baden-Württemberg Immer mehr Kommunen verbieten unangemeldete Corona-Proteste

Quelle: Thomas Riedel

Seit vielen Wochen halten Gegner der Corona-Regeln die Polizei mit sogenannten Spaziergängen in Atem. Da Proteste angemeldet werden müssen, schienen sie so eine Rechtslücke gefunden zu haben. Nun haben die ersten Kommunen genug.

Nach anhaltenden Verstößen und Ausschreitungen verbieten immer mehr Kommunen in Baden-Württemberg die sogenannten Spaziergänge von Impfskeptikern und Gegnern der Corona-Maßnahmen. Nach Städten wie Mannheim und Karlsruhe, Crailsheim, Schwäbisch Hall und Bad Mergentheim haben nun auch Bruchsal und Stuttgart entsprechende Verbote ausgesprochen und Allgemeinverfügungen erlassen. Allerdings gehen Gegner der Corona-Maßnahmen trotzdem in vielen Städten und Gemeinden weiterhin auf die Straßen.

In Stuttgart sind von Jahresbeginn an und für den gesamten Monat alle unangemeldeten und als «Spaziergänge» deklarierten Demonstrationen gegen die Corona-Verordnung in der Innenstadt untersagt, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Zuvor hatte auch Bruchsal ein Verbot bis Ende Januar verkündet. In Mannheim, Speyer, Karlsruhe und Bretten sind die unangemeldeten Proteste, zu denen über soziale Netzwerke aufgerufen wird, bereits für unterschiedliche Zeiträume untersagt.

Es sei bei bisherigen «Spaziergängen» vorsätzlich gegen das Versammlungsrecht sowie gegen die Masken- und die Abstandspflicht verstoßen worden, begründete die Stadt Stuttgart ihre Entscheidung. Außerdem zeigten Erfahrungen anderer Städte wie Mannheim, München oder Schweinfurt, dass die Aktionen der Bewegung zunehmend aggressiver und gewaltbereiter verliefen. Bei den Protesten handele es sich um Demonstrationen, «die bewusst nicht bei den Behörden angemeldet werden, um eventuelle corona- und versammlungsrechtliche Auflagen zu umgehen», begründet das Ordnungsamt das Vorgehen zudem.

Die Stadt Bruchsal (Landkreis Karlsruhe) hat alle Versammlungen und Aufzüge verboten, die in Zusammenhang stehen mit Aufrufen zu «Montagsspaziergängen», «Spaziergängen» oder «Kerzenläufen». «Unabhängig vom Wochentag und unabhängig davon, ob einmalig oder wiederkehrend stattfindend», wie es in der Allgemeinverfügung weiter heißt. Es gehe nicht darum, Kritik an den Corona-Maßnahmen zu unterbinden, betonte die Stadtverwaltung. Vielmehr solle das Infektionsgeschehen eingedämmt werden.

Wegen der Verbote in umliegenden Städten fürchtet die Kommune zudem eine steigende Zahl von Teilnehmern an den sogenannten Montagsspaziergängen oder Kerzenläufen. Schon bei vergangenen Protestaktionen auf dem Marktplatz und in der Innenstadt seien Hygiene- und Schutzmaßnahmen missachtet worden. «Zudem hat sich das Aggressionspotenzial, insbesondere gegenüber Einsatzkräften, deutlich gesteigert», heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus weiter.

Seit einigen Wochen steigt die Zahl der Proteste gegen die Corona-Politik in zahlreichen Städten des Landes. Nach einer Protestaktion am vergangenen Montagabend in Ravensburg mit 1200 Teilnehmern hatte eine Polizeisprecherin gesagt, ein solches Aggressionspotenzial habe es bislang nicht gegeben. Auch in anderen Städten war es zu Zwischenfällen und Angriffen auf Beamte gekommen.

 

Weitere Nachrichten

Azubis kämpfen laut Umfrage mit Druck und Geldsorgen

Leistungsdruck, Geldsorgen und private Belastungen: Eine DGB-Umfrage zeigt, womit viele Auszubildende in Baden-Württemberg kämpfen.

Karlsruhe mit dabei! Diese drei Städte fahren bei E-Bussen voraus

In vielen Städten dominieren Dieselbusse, doch manche Kommunen gehen einen anderen Weg. Die Spitzenreiter bei einer Auswertung kommen allesamt aus Baden-Württemberg - und haben klare Ziele für 2030.

Ausbildungsfinanzierung: Mehr als 60.000 Bafög-Empfänger – Zahl auf Tiefstand

2025 erhielten so wenige Menschen Bafög wie seit 25 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig soll die monatliche Förderung für Studierende und Schüler ansteigen.

Cold Case: 41 Jahre ungelöst - 70-Jähriger wegen Mordes nun vor Gericht

1985 wird die nackte Leiche einer Frau gefunden. Jetzt muss ein 70-Jähriger wegen Mordes vor Gericht. Was er zu den Vorwürfen sagt.

Wurde er angefahren? Identifikation von totem Wolf am Schluchsee abgeschlossen

Nach dem Fund eines verletzten Wolfsrüden am Schluchsee steht fest: Es handelt sich um das dort ansässige Tier. Was mit ihm passiert ist - und was das für die Wolfspopulation im Südwesten bedeutet.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.