Wie sinnvoll ist das sogenannte Freitesten?
Corona-Schnelltests vor Weihnachten? Gesundheitsamt mit Skepsis

Wie sinnvoll ist das sogenannte Freitesten? Corona-Schnelltests vor Weihnachten? Gesundheitsamt mit Skepsis

Quelle: Pixabay

Beim Gesundheitsamt laufen angesichts zunehmender Angebote für Antigenschnelltests direkt vor den Weihnachtsfeiertagen, mit denen man sich vermeintlich „freitesten“ lassen kann, die Telefone heiß, so das Landratsamt Karlsruhe in einer Pressemitteilung.

Ergebnis der Schnelltests bietet keine Sicherheit

Die Angebote für Antigenschnelltests nehmen stetig zu, gerade vor den Weihnachtsfeiertagen, wollen sich viele Menschen mit diesem Angeboten „freitesten“ lassen. Doch die Fachleute vom Gesundheitsamt bewerten dieses Vorgehen mit einer gehörigen Portion Skepsis, teilt das Landratsamt Karlsruhe in einer Pressemitteilung mit.

„Das Ergebnis dieser Schnelltests gilt nur für den Moment und bietet keine Sicherheit, die Erkrankung nicht an den Folgetagen zu entwickeln und damit auch ansteckend zu werden“, stellt der Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Peter Friebel fest und gibt zu bedenken, dass Schnelltests weniger empfindlich als die PCR-Untersuchung sind und im Frühstadium der Erkrankung noch negative Testergebnisse zeigen können.

 

Erhöhten Rate an falschen positiven Ergebnissen

Zudem weist das Gesundheitsamt darauf hin, dass jedes positive Schnelltestergebnis durch eine PCR-Untersuchung bestätigt werden soll. Solche Untersuchungen werden allerdings während des Weihnachtswochenendes nicht in diesem Umfang zur Verfügung stehen, sodass die notwendige Testbestätigung aus logistischen Gründen kaum durchführbar sein wird.

Auch ist bei ungezieltem Einsatz des Antigenschnelltests mit einer erhöhten Rate an falsch positiven Ergebnissen zu rechnen, heißt es in der Pressemitteilung. So werden außerhalb des medizinischen Systems viele noch ungeklärte gesundheitliche und ordnungsrechtliche Fragen aufgeworfen, für deren Beantwortung an den Feiertagen keine Hausarzt- und Schwerpunktpraxen zur Verfügung stehen und auch behördlicherseits wird das dadurch ausgelöste zusätzliche Aufkommen an Fragen nicht zu bewältigen sein, erklärt das Gesundheitsamt weiter.

 

Antigenschnelltests in Pflegeheimen der Region

Anders bewertet das Gesundheitsamt allerdings die aktuell  breite Anwendung der Antigenschnelltests in vielen Pflegeheimen in der Region, wo regelmäßig das Personal und gezielt auch Besucher getestet werden. „In diesem Kontext und unter den dort gegebenen Bedingungen erhöht sich die Chance den Viruseintrag in die Pflegeeinrichtungen zumindest minimieren zu können“, sagt Dr. Peter Friebel.

Sollte der Schnelltest zu einem positiven Ergebnis führen, besteht nach der Coronaverordnung Absonderung des Landes Baden-Württemberg die Verpflichtung, sich selbst unverzüglich in häusliche Isolation zu begeben. Diese Isolation betrifft dann automatisch auch alle Haushaltsangehörigen.

Diese Regeln gelten unabhängig davon, ob PCR-Test zur Überprüfung des Antigentest-Ergebnisses zur Verfügung steht und ob Ordnungsamt oder Gesundheitsamt für Fragen erreichbar sind. Auch im Fall eines negativen Ergebnisses sind in jedem Fall die Hygiene- und Abstandsvorschriften zu beachten, macht das Gesundheitsamt deutlich!

 

Mehr zum Thema

Omikron-Welle auch in Schulen spürbar: Noch keine Schließung

Omikron zeigt Folgen auch in den Schulklassen. Hunderte von ihnen sind in Quarantäne, zahlreiche Lehrkräfte und Schüler sind infiziert. Alles noch in vergleichsweise geringem Rahmen zwar, aber die Gewerkschaften sind alarmiert.

Ungeimpfte Studierende dürfen ab Montag getestet zur Uni

An den baden-württembergischen Hochschulen können von der kommenden Woche an auch ungeimpfte Studierende wieder mit negativen Corona-Tests an den Vorlesungen und Übungen teilnehmen.

Verwaltungsgerichtshof: Einfrieren der Alarmstufe II widerspricht Gesetz

Das Einfrieren der Alarmstufe II mit harten Beschränkungen für Ungeimpfte in Baden-Württemberg widerspricht nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs dem Infektionsschutzgesetz des Bundes.

Corona-Entspannung für Intensivstationen: Druck bleibt hoch

Trotz der sinkenden Zahl von Covid-Patienten auf den Intensivstationen bleibt der Druck auf das Personal nach Angaben der baden-württembergischen Krankenhausgesellschaft hoch.

Weniger Wiederholer im Corona-Schuljahr 2020/21 in Baden-Württemberg

Weniger Wiederholer im Corona-Schuljahr 2020/21 im Südwesten

Kontaktdaten: Gastgewerbe fordert Ende der Sammelpflicht

Das Einchecken per App oder das Ausfüllen von Kontaktformularen gehörte in Corona-Zeiten lange zum Alltag. Während es damit nicht nur in Bayern schon wieder vorbei ist, müssen baden-württembergische Gastronomen weiter sammeln. Sie wehren sich.

Rottweil startet Unterschriftenaktion im Kampf gegen Corona

Die Stadt Rottweil hat eine Unterschriftenaktion für gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Corona-Pandemie und gegen Versammlungen der Kritiker der Corona-Schutzmaßnahmen gestartet.

inventa-rendevino-karlsruhe-2019

INVENTA & RendezVino: Karlsruher Messeduo findet auch 2022 nicht statt

Wie die Messe Karlsruhe informiert, wird das Messeduo INVENTA & RendezVino auch 2022, aufgrund der Corona-Pandemie, nicht stattfinden. Die Messen waren vom 18. bis 20. März 2022 terminiert. Für den Sommer 2023 wird nun eine Neukonzeptionierung geplant.

Neue Corona-Regeln in Sicht: Land will Stufensystem anpassen

Die Regierung wollte Zeit gewinnen. Zeit, um die Folgen der hochansteckenden Omikron-Variante besser einschätzen zu können. Doch das Einfrieren der Alarmstufe II stand rechtlich von vornherein auf wackligen Füßen. Ein Gerichtsurteil ändert die Situation.

Weitere Corona-Fälle: KSC wird Absetzung des Sandhausen-Spiels beantragen

Nachdem der Karlsruher SC wie berichtet aufgrund von Corona-Infektionen im Mannschaftsumfeld am Donnerstag das Training vorsorglich ausgesetzt hatte, liegen nun auch die Ergebnisse der kurzfristig angesetzten PCR-Tests vor, teilt der Verein mit.

Corona-Inzidenz im Südwesten schnellt nach oben

Omikron zeigt Wirkung: Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg nähert sich schnell der 700er-Marke.

Polizei nutzt Corona-Kontakterfassungsdaten für Ermittlungen

Staatsanwaltschaften und Polizei haben einem Bericht zufolge seit 2020 in mehr als 100 Ermittlungsverfahren bundesweit auf persönliche Daten aus der Luca-App oder auf andere Formen der Corona-Kontakterfassung zurückgegriffen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Daumen hoch, wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, oder zeigen Sie uns, dass wir uns verbessern können.

0%
0%

Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.