Corona in Baden-Württemberg
Das Impfen beginnt: Impfstoff wird in Bundesländer geliefert

Corona in Baden-Württemberg Das Impfen beginnt: Impfstoff wird in Bundesländer geliefert

Quelle: Ralf Hirschberger

Elf Monate nach Bekanntwerden einer ersten Corona-Infektion in Deutschland beginnt die Impfkampagne gegen das tödliche Virus. Baden-Württemberg steht vor einer logistischen Mammutaufgabe, damit am Sonntag die ersten Spritzen gesetzt werden können.

Einen Tag vor Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland sind die ersten Impfstoffdosen auf den Weg in Richtung Baden-Württemberg gebracht worden. Sie seien unterwegs in den Südwesten, sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums am Samstagmittag der dpa. Details zum Zeitpunkt der Lieferung nannte er aber nicht.

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern wird der Impfstoff in Baden-Württemberg nicht über ein zentrales Lager verteilt, sondern direkt in die zehn großen Impfzentren geliefert. Die ersten Spritzen gegen das Coronavirus sollen am Sonntag in den landesweit verteilten Impfzentren gesetzt werden. Dann sollen auch mobile Impfteams in Alten- und Pflegeheime ausrücken.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Gesundheitsminister Manfred Lucha (beide Grüne) eröffnen am Sonntag um 13.00 Uhr das Zentrale Impfzentrum (ZIZ) in der Stuttgarter Liederhalle. Am Sonntag sollen auch mobile Impfteams in Alten- und Pflegeheime ausströmen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wird dann in allen zentralen Impfzentren gespritzt werden. Ab Mitte Januar sollen zudem in den Stadt- und Landkreisen rund 50 Kreisimpfzentren (KIZ) bereitstehen. Im Laufe des Jahres 2021 wird es die Impfung beim Hausarzt geben.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte nach der Lieferung der ersten fast 10 000 Impfstoffdosen in das bevölkerungsreichste Bundesland: «Das ist ein wichtiger Moment der Zuversicht. Mit der Lieferung des ersten Corona-Impfstoffes entsteht Hoffnung auf ein normales Leben, wie wir es vor dem Virus gekannt haben.» Auch in Bayern und Thüringen wurde der Impfstoff entgegengenommen.

Der Bund wollte an diesem Samstag mehrere Zehntausend Dosen der Firma Biontech an insgesamt 27 Standorte liefern lassen. Von dort werden sie an Impfzentren und mobile Teams verteilt. Zuerst sollen Menschen über 80 sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden.

Gesundheitsminister Jens Spahn sprach von einem «großartigen Tag für Deutschland» und rief zu einem «nationalen Kraftakt» auf. «Wir wollen so viele Menschen impfen, dass das Virus keine Chance mehr hat, in Deutschland und in Europa», sagte der CDU-Politiker in Berlin. Jede Impfung mehr bedeute weniger Infektionen und weniger Todesfälle. «Wer mitmacht, rettet Leben», betonte Spahn. «Dieser Impfstoff ist der entscheidende Schlüssel, diese Pandemie zu besiegen. Er ist der Schlüssel dafür, dass wir unser Leben zurückbekommen können.»

In Baden-Württemberg sollen in den zentralen Impfzentren pro Tag rund 1500 Menschen geimpft werden. Wer die freiwillige Impfung erhalten möchte, muss sich dazu über die Telefonnummer 116 117 oder online über die Webseite www.impfterminservice.de anmelden. Die Adresse für die Anmeldung war kurzfristig noch angepasst worden. Die Impfung soll in zwei Dosen im Abstand von rund drei Wochen erfolgen, man bekommt deshalb zwei Impftermine zugeteilt.

Im Impfzentrum wird zunächst allgemein über die Impfung aufgeklärt, es folgt eine individuelle Aufklärung durch einen Arzt, etwa zu Risiken durch Allergien oder Vorerkrankungen. Erst dann geht es zur Impfung. Nach dem Piekser in den Arm soll man noch für eine 30-minütige Beobachtung dableiben. Die Impfzentren sind sieben Tage die Woche von 7.00 Uhr bis 21.00 Uhr geöffnet.

Nach einem Lieferplan des Mainzer Unternehmens Biontech sollen ab Ende Dezember 87 750 Dosen des Corona-Impfstoffs pro Woche in den Südwesten geliefert werden. Die Liefermenge richtet sich nach der Zahl der Einwohner des Bundeslandes.

 

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