News aus der Fächerstadt
Ein Schaufenster für den Kinderschutz: Gefahren & Wichtigkeit erkennen

News aus der Fächerstadt Ein Schaufenster für den Kinderschutz: Gefahren & Wichtigkeit erkennen

Die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel startete am Mittwoch, 22. Februar 2023, eine Aktion im ETTLINGER TOR Center Karlsruhe. Hier soll ab sofort eine 40 Quadratmeter große Schaufensterfläche auf den Kinderschutz aufmerksam machen.

Karlsruher Schaufenster für den Kinderschutz

„Damit Kinder nicht verlorenen gehen“ unter diesem Motto soll ein 40 Quadratmeter großes Schaufenster im ETTLINGER TOR Center Karlsruhe ab sofort auf die Gefahren für Kinder und die Wichtigkeit, für deren Schutz aufmerksam machen und zum Spenden anregen.

Initiator der Aktion ist die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel. Diese setzt seit 1997 darauf, dass es, wie im gleichnamigen Märchen, für Kinder gut ausgeht: Zum einen, dass betroffene Kinder einen Weg finden, ein gesundes Leben zu führen und zum anderen, dass Kinder gar nicht erst „verloren gehen“, also Betroffene von Gewalt und Übergriffen werden.

 

Ein Hüpfspiel wurde auf dem Laufweg der Passanten aufgebracht. Ein Gullideckel auf Feld 6 symbolisiert die Realität, die für viel zu viele Kinder Wirklichkeit ist. | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Durchschnittlich 49 minderjährige Opfer pro Tag

Laut der einer polizeilichen Kriminalstatistik vom Mai 2022 waren 15.500 Kinder und Jugendliche in Deutschland Opfer sexualisierter Gewalt geworden. Das seien im Durchschnitt 49 minderjährige Opfer pro Tag.

Hinzu kommt die immer größer werdende Dimension von Übergriffen im digitalen Raum. Mehr als verdoppelt haben sich demnach die entdeckten Fälle von Verbreitung, Erwerb, Besitz oder Herstellung von kinderpornografischen Schriften. 39.171 derartige Fälle seien bei der Polizei angezeigt worden. Das entspricht einem Anstieg um 108,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

 

Jerome Braun, Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel und Anne Klausmann, Centermanagerin ETTLINGER TOR | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Die Aktion soll die Menschen sensibilisieren

Die Schaufensterfront, aber vor allem das Hüpfspiel, soll Passantinnen und Passanten in ihrem normalen „bummeln“ einen Moment stören und dafür sensibilisieren, was Kindern jeden Tag angetan wird.

„Jeden Tag verlieren wir 49 minderjährige Kinder in Deutschland und wir wissen, dass ein bis zwei Kinder in jeder Schulklasse statistisch betroffen sind. Zudem kennen die meisten Menschen von uns auch Täter, ohne zu wissen, dass diese Täter sind“, macht Jerome Braun von der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel deutlich.

Die Spendengelder der Aktion sollen, so Braun, vor allem in das aktuelle Hauptprojekt „Starke Kinderkiste“ fließen.

 

Die Ladenfläche des Schaufensters (gegenüber des Hollister Stores) steht derzeit leer. Zuvor befand sich eine Pop-Up-Aktion in den Räumlichkeiten. | Quelle: Melanie Hofheinz

 

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