Das Spukhotel in Freudenstadt
Hotel Waldlust nahe Karlsruhe: Vom Grandhotel zum mystischen „Lost Place“

Das Spukhotel in Freudenstadt Hotel Waldlust nahe Karlsruhe: Vom Grandhotel zum mystischen „Lost Place“

Quelle: Thomas Riedel

Das Hotel Waldlust wurde 1902 erbaut und galt lange als luxuriöses Grandhotel. Seit 2005 steht das Haus nun leer und dient als sogenannter „Lost Place“ oft als Foto- oder Filmkulisse. Zudem tummeln sich hier gerne Geisterjäger, denn im Hotel soll es spuken!

Waldlust – ein Hotel wird zum „Lost Place“

In Freudenstadt, eine rund 1,5 Stunden lange Autofahrt von Karlsruhe entfernt, befindet sich das „Hotel Waldlust“. Dieses wurde im Jahr 1902 von Hotelier Ernst Lutz erbaut. Doch bereits seit dem Jahr 2005 steht das einstige Grandhotel leer und gilt nun als einer der berühmtesten „Lost Places“ in Deutschland.

Außerdem soll in dem leerstehenden Gebäude spuken, was viele Geisterjäger in das Haus lockt!

meinKA durfte sich vor Ort umschauen.

 

Hotel Waldlust | Quelle: Thomas Riedel

 

Die Geschichte des Grandhotels Waldlust

Das von Architekt Wilhelm Vittali entworfene Hotel Waldlust in Freudenstadt feierte 1902/1903 seine Eröffnung und machte sich, aufgrund seiner luxuriösen Ausstattung und berühmten Gäste, schnell einen guten internationalen Ruf.

„Bei der Eröffnung hatte das Hotel eine Größe von rund 80 Zimmern und hatte die hervorragenden Luxustechniken sowie Innovationen der damaligen Zeiten, dazu gehörte Warmwasser auf allen Etagen, Elektrizität, Dampfheizung sowie eine Aufzugsvorrichtung“, erklärt Siegfried Schmidt, Vorsitzender des Vereins für Kulturdenkmale Freudenstadt.

Rund 20 Jahre später erfolgte ein weiterer Ausbau, der das Haus in seine heutigen Größendimensionen gebracht hat und dem Hotel noch größeren Ruhm verschaffte: „Die Blütezeit war in den 1920er Jahren. Vor rund hundert Jahren begann also der fulminante Aufstieg dieses Hauses. Das Hotel wurde sehr berühmt und hatte viele namhafte Gäste aus dem Hochadel sowie der Upperclass“, so Schmidt weiter.

 

Hotel Waldlust | Quelle: Thomas Riedel

 

Hotel Waldlust wurde zum Lazarett umfunktioniert

Im Zweiten Weltkrieg endete die Hochzeit des Hotels vorerst, denn die Deutsche Wehrmacht nutze das Hotel als Standort. „Das Haus wurde aus dem Eigentum der Familie Lutz herausgenommen und war von 1942 an ein Lazarett, beziehungsweise ein Soldaten-Reserve-Krankenhaus“, erläutert Schmidt.

Erst im Jahr 1949 konnte die Familie Lutz ihr Hotel wieder in eigene Hand bekommen. „Das Haus war nicht zerstört aber es mussten viele kriegsveränderte Faktoren wieder beseitigt werden“, so Schmidt.

 

Hotel Waldlust | Quelle: Thomas Riedel

 

Hotel Waldlust ist einer der bekanntesten „Lost Places“

Seit dem Jahr 2005 steht das Hotel Waldlust leer und entwickelte sich zu einem der bekanntesten „Lost Places“ in Deutschland. „Vor rund 15 Jahren hat der Verein für Kulturdenkmale begonnen das Haus, das 2005 die letzten Betreiber besessen hat, zu schützen, zu konservieren sowie Notsicherungen und Notunterhaltung zu betreiben“, informiert Siegfried Schmidt weiter.

Mittlerweile hat der Verein diese Aufgaben an einen neuen Verein, die Denkmalfreunde Waldlust abgegeben. Diese übernehmen nun seit knapp zwei Jahren die Bewirtschaftung und sämtliche Funktionen des Hauses.

 

Hotel Waldlust | Quelle: Thomas Riedel

 

Vom Grandhotel zum Ziel für Geisterjäger

Doch das Hotel Waldlust gilt nicht nur als „Lost Place“, hier soll es auch spuken. So soll eine Hotelbesitzerin im Haus ermordet worden sein und ihr Geist sich noch heute in den Räumlichkeiten aufhalten.

„Wir haben immer wieder paranormale Untersuchungen von sogenannten „Ghost-Huntern“, die versuchen hier im Haus Messungen durchzuführen und da kommen ganz interessante Ergebnisse dabei heraus. Zum Teil hört man Stimmen, es gibt aber auch sichtbare Schleier auf Fotografien – es rankt sich so die Geschichte um den Tod der Hotelbesitzerin, die im Hause ermordet worden sein soll und darüber hinaus gibt es die eine oder andere Erscheinung“, erklärt Herbert Türk, Vorsitzender der Denkmalfreunde Waldlust.

 

Hotel Waldlust | Quelle: Thomas Riedel

 

Spuk-Erscheinungen und paranormale Dinge im Hotel

Der Ruf eines „Spuk-Hotels“ entstand durch wissenschaftliche Untersuchungen im Jahr 2005. Diese ergaben, so Siegfried Schmidt, „etliche Berichte und Erzählungen sowie Beobachtungen durch Hotelpersonal“. Eigene Erfahrungen hat Schmidt allerdings noch nicht gemacht:

„Die Fragen zu den Spuk-Erscheinungen und paranormalen Dingen in diesem Haus, die können wir aus eigener Anschauung eigentlich nur dementieren und verneinen – aber wir wissen sehr wohl, dass es auch ein Lustfaktor ist, dieses Haus kennenzulernen.“

Denn auch wenn Schmidt bislang noch keine paranormalen Erlebnisse im Hotel Waldlust erlebt hat, kann er das Interesse der Menschen nachvollziehen: „Geisterjäger sind hier regelmäßig zu Gast, um diesen Erscheinungen mit Apparaten und Untersuchungstableaus nachzugehen – meist mit umfangreichen Studienergebnissen. Inwieweit diese aber dann wissenschaftlich belegbar und nachprüfbar, weiß man nicht.“

 

Hotel Waldlust | Quelle: Thomas Riedel

 

Hotel: Filmkulisse, Veranstaltungen & Fotomotiv

Das Hotel lockt nicht nur Geisterjäger an, sondern dient, aufgrund seines „Lost Places“-Charakter, oft als Filmkulisse oder eignet sich für Fotoaufnahmen. „Wir nutzen natürlich auch diese Neugier und das Interesse an diesen Phänomenen, um Einnahmen zu generieren“, so Schmidt.

Mehrere Filme wurden bereits in dem Haus gedreht und weitere sollen folgen: „Durch das Image eines „Lost Place“ haben wir viele Anfragen von Fotografen und zunehmend größeres Interesse von Filmschaffenden. Öffentliche Veranstaltungen, Lesungen, Konzerte, politische sowie private Veranstaltungen fanden hier ebenfalls schon statt“, erklärt Türk.

 

Hotel Waldlust | Quelle: Thomas Riedel

 

Twitch-Event „Horrorcamp“ im Hotel Waldlust

Im November 2020 diente das Hotel Waldlust beispielsweise als Schauplatz für das Twitch-Event „Horrorcamp“ mit Streamer Knossi, Rapper Sido, Musiker Manny Marc und unsympathischTV. Die Zuschauer konnten möglich live in das Geschehen des Horror-Livestreams einzugreifen. Bereits innerhalb der ersten Stunde, nach dem Start des Events, wurde ein deutscher Twitch-Rekord mit den meisten Viewern gebrochen.

 

 

 

Kultur und die Historie des Hauses erhalten

Auch künftig soll das Hotel Waldlust als „Lost Place“ erhalten bleiben und steht zudem unter Denkmalschutz.

„Die Denkmalfreunde Waldlust haben sich zum Ziel gesetzt, das Haus, die Kultur und die Historie dieses Hauses zu kompensieren, zu erhalten, ein bisschen weiterzuentwickeln im Rahmen unserer Möglichkeiten hin zu einer Kunst- und Kulturstätte, die möglichst für eine breite Bevölkerungsschicht interessant sein soll“, erklärt Türk.

Leider sind, aufgrund der Corona-Pandemie, aktuell keine Führungen durch das Hotel Waldlust möglich. Weitere Informationen.

Fotogalerie | Hotel Waldlust - mystischer "Lost Place"

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