Corona in der Fächerstadt
Mit 3D-Drucker! KIT unterstützt Karlsruher Kliniken mit Schutzausrüstung

Corona in der Fächerstadt Mit 3D-Drucker! KIT unterstützt Karlsruher Kliniken mit Schutzausrüstung

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand

Bei der Bewältigung der Corona-Krise will das Karlsruher Institut für Technologie mit Sachbeiträgen und wissenschaftlich-technischen Dienstleistungen die Kliniken unterstützen. Im 3D-Drucker werden Visiere hergestellt und 20.000 Masken gespendet!

KIT unterstützt Karlsruher Kliniken in der Corona-Zeit

Die Zahl der SARS-CoV-2-Infektionen liegt in Deutschland derzeit bei mehr als 130.000 und weltweit steigt sie von Tag zu Tag weiter an. Auch in und um Karlsruhe sind viele Kliniken auf ausreichende Schutzausrüstung angewiesen. Bei der Bewältigung der Corona-Krise will das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nun mit Sachbeiträgen und wissenschaftlich-technischen Dienstleistungen unterstützen.

„Am KIT sehen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung nicht nur in unseren Aufgaben in Forschung und Lehre. Wir sind fest in der Region Karlsruhe verwurzelt – und es steht außer Frage, dass wir zur Bewältigung der Corona-Krise hier vor Ort unseren Beitrag leisten wollen“, sagt der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka. „Ich freue mich ganz besonders, dass wir unter anderem Schutzmasken und -visiere an Karlsruher Kliniken weitergeben können. Ich danke allen Beteiligten für ihren Einsatz und die große Solidarität.“ Hilfsanfragen und -angebote werden am KIT zentral gebündelt und koordiniert vom Vizepräsidenten für Innovation und Internationales, Professor Thomas Hirth.

 

Aus dem 3D-Drucker: Visiere für die Kliniken

Für den direkten Kontakt mit Menschen, die an COVID-19 erkrankt sind, sind Kunststoffvisiere sehr hilfreich, die Ärzte sowie das Pflegepersonal zusätzlich zu den vorgeschriebenen Atemmasken tragen sollten, erklärt das KIT in seiner Mitteilung. Solche Visiere sind aktuell kaum noch erhältlich und auch dann nur zu stark überhöhten Preisen. Kurzfristig gründeten das Institut für Produktionstechnik (wbk) und das Institut für Produktentwicklung (IPEK) des KIT zusammen mit der Hochschule Karlsruhe einen „Produktionsverbund“, der die ViDia Kliniken in der Ausstattung mit Visieren aus dem 3D-Drucker unterstützt.

Gemeinsam haben die Partner nach einer Online-Vorlage ein Herstellungsverfahren für 3D-Drucker entwickelt. Die Visiere werden mit etwa 30 Druckern gefertigt, die Druckdauer liegt im Moment bei drei Stunden pro Stück. „Wir freuen uns sehr und sind dankbar für die gute und unbürokratische Kooperation mit dem KIT und der Hochschule Karlsruhe. In dieser außergewöhnlichen Situation ist es ermutigend zu erleben, wie eine schnelle Unterstützung durch lokale Einrichtungen möglich ist“, freut sich Richard Wentges, Vorstandsvorsitzender ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe.

Darüber hinaus konnte das wbk 140 Visiere an das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Karlsruhe, ausliefern, welches damit seine 80 Notfallhilfen ausstatten möchte. An weiteren 15 3D-Druckern stellen auch die Forscher des Instituts für Automation und angewandte Informatik (IAI) des KIT Visiere her. Damit wollen sie die deutschlandweite Initiative Maker vs. Virus unterstützen, die Menschen und Organisationen, die auf Schutzausrüstung angewiesen sind, mit „Machern“ zusammenbringt, die diese herstellen können, erklärt das KIT.

Eine weitere Gruppe um Mitarbeiter des FZI Forschungszentrums Informatik, eines Innovationspartners des KIT, hat gemeinsam mit dem ZKM bereits insgesamt 275 Visiere an das Städtische Klinikum geliefert.

 

20.000 Atemschutzmasken für Karlsruhe

Zudem erhält das KIT 20.000 Atemschutzmasken als Geschenk des South Western Institute of Physics der Chinese Academy of Engineering Physics in Chengdu, einem Partnerinstitut des KIT innerhalb eines Forschungsprogramms der Helmholtz-Gemeinschaft, informiert das KIT weiter. Sobald die Masken in Karlsruhe eintreffen, wird das KIT sie an das Städtische Klinikum und weitere Einrichtungen der Stadt weitergeben, ebenso wie Atemschutzmasken und Handschuhe aus internen Beständen des KIT.

„Dieses hohe ehrenamtliche und Institutionen übergreifende Engagement ist großartig“, so Professor Thomas Hirth, Vizepräsident des KIT für Innovation und Internationales, der die Unterstützungsaktion für das gesamte KIT koordiniert. „Wir wollen die Einrichtungen in der Region sowohl mit Sachbeiträgen als auch mit wissenschaftlich-technischen Dienstleistungen unterstützen. Unser Ziel ist, schnell, effektiv und zielgerichtet zu helfen.“

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