Interview mit dem KSC-Kapitän
Jerôme Gondorf – der neue KSC-Dirigent auf dem Platz

Interview mit dem KSC-Kapitän Jerôme Gondorf – der neue KSC-Dirigent auf dem Platz

Interview
Quelle: TMC-Fotografie.de | Tim Carmele

Jerôme Gondorf gibt nicht nur auf dem Feld den Ton an, sondern auch im eigenen Restaurant, welches er mit seinem Bruder führt. Wieso er im Herbst seiner Laufbahn zu seinen Wurzeln zurückkehrt und was ihn sonst bewegt hat er meinKA im Interview verraten.

Jerôme Gondorf  – der Spieler mit der Kapitänsbinde

Jerôme Gondorf kam in der Winterpause der Saison 2019/2020 zum Karlsruher SC. Die Situation war alles andere als einfach, denn der Verein befand sich in der unteren Tabellenhälfte und im direkten Kampf um den Klassenerhalt. Doch der Zusammenhalt in der Mannschaft zahlte sich aus.

In einer turbulenten Rückrunde kämpfte sich der Karlsruher SC am letzten Spieltag zum Klassenerhalt. Spieler wie Jerôme Gondorf hielten die Mannschaft zusammen und gaben lautstark den Ton an. Gondorfs jahrelange Bundesliga-Erfahrung brachte den Badenern viel, denn den gestandenen Mann konnten bisher nur Verletzungen vom Platz fernhalten.

 

| Quelle: Friedemann Vogel

 

Gondorf im Visier – ein gebürtiger Karlsruher

Jerôme Gondorf ist gebürtiger Karlsruher und schnürte dort das erste Mal die Fußballschuhe. Über den TSV Palmbach ging es in die U-19 des Karlsruher SC. Einen Profivertrag erhielt er beim KSC nicht, also zog es ihn weiter zu Spielberg, Durlach und den Stuttgarter Kickers. Mit den Stuttgarter Kickers stieg Gondorf in die dritte Liga auf, ehe es ihn ein Jahr später zu SV Darmstadt 98 verschlagen hat.

Das Aufstiegsglück ging weiter, als er mit den Lilien innerhalb von zwei Saison in die erste Bundesliga aufstieg. Weitere Stationen trieben Gondorf zu den großen Namen des deutschen Fußballs: zum SV Werder Bremen und zum SC Freiburg. Anfang des Jahres schloss sich der 32-Jährige dem Karlsruher SC an und kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Seit der Saison 2020/2021 führt der Mittelfeldspieler die Mannschaft als Kapitän auf den Platz.

 

Neuzugang Jerome Gondorf (KSC 26) im Kopfballduell

Neuzugang Jerome Gondorf (KSC 26) im Kopfballduell. | Quelle: TMC-Fotografie.de

 

Back to the roots – Rückkehr nach Karlsruhe

Warum bist du nach 15 Jahren wieder zurück zu deinem Herzensverein gewechselt?

Jerôme Gondorf: „Als die Anfrage kam nach Karlsruhe zu wechseln musste ich nicht lange zögern. Infrastrukturell wird hier gerade viel zum Positiven verändert, doch der Verein ist weiterhin der selbe, wie ich ihn damals kennengelernt habe. Es ist schön, dass zum Teil immer noch dieselben Personen hier sind, wie damals und außerdem schließt sich mit meiner Rückkehr nach Karlsruhe ein Kreis. Darauf bin ich sehr stolz!“

 

Ist Karlsruhe also der Ort, an dem du dich endgültig niederlassen möchtest? 

Jerôme Gondorf: „Durch meine Familie und unser Haus sind wir bereits hier niedergelassen. Ich hatte die Möglichkeiten in die weite Welt zu ziehen, habe sie zum Teil wahrgenommen, zum Teil aber auch ausgeschlagen. Ich weiß aber genau was ich hier habe, mich zieht also nichts mehr weg.“

 

Jerome Gondorf (KSC 26) | Quelle: TMC-Fotografie.de | Tim Carmele

 

Was bedeutet es für dich deinen Jugendclub aufs Feld führen zu dürfen und worin siehst du deine Aufgaben?

Jerôme Gondorf: „Kapitän zu sein ist für mich zum einen eine große Ehre – vor allem bei meinem Jugendclub, zum anderen aber auch eine große Verantwortung. Ich bin ein Spieler, der lautstark auf dem Platz agiert, deshalb werde ich auch in der Kabine manche Dinge lautstark ansprechen. Ich sehe mich als Bindeglied zwischen dem Trainerteam und der Mannschaft, letzten Endes sollten wir aber elf Kapitäne auf dem Platz sein.“

 

Du hast letzte Saison den knappen Klassenerhalt miterlebt. Was sind deine Ziele für die Saison?

Jerôme Gondorf: „Unser großes Ziel ist es die Klasse zu halten und diesmal ein paar Spieltage vor dem Saisonende den Nichtabstieg klar zu machen. Es ist wichtig, dass wir gut in die Saison starten und eine konstante Saison spielen, dann bin ich guter Dinge, zeitnah den Klassenerhalt zu schaffen. Persönlich möchte ich natürlich verletzungsfrei bleiben und der Mannschaft eine Stütze sein.“

 

Eigener Chef im „Fräulein Chicken“

Im September 2018 hast du gemeinsam mit deinem Bruder ein Restaurant eröffnet, wie kam es dazu?

Jerôme Gondorf: „In Malsch ergab sich die Möglichkeit ein Restaurant zu eröffnen. Da mein Bruder leidenschaftlicher Gastronom ist, haben wir uns in dieses Abenteuer gestürzt. Er bringt das Essen auf den Tisch und ich sorge für das Ambiente und die formellen Dinge. Derzeit halte ich mich aber eher zurück, doch nach meiner Karriere als aktiver Profifußballer kann ich mir durchaus vorstellen größer einzusteigen.“

 

Erste verpasste Chance für Jerome Gondorf (KSC 26) auf das Tor der Kieler

Erste verpasste Chance für Jerome Gondorf (KSC 26) auf das Tor der Kieler. | Quelle: TMC-Fotografie.de

 

Wo gehst du sonst gerne essen, wenn du nicht im „Fräulein Chicken“ bist?

Jerôme Gondorf: „Im Purino gehen wir öfters mal als Mannschaft essen, wenn wir zwei Trainingseinheiten am Tag haben. In der Oststadt sind wir schnell und bekommen die Kohlenhydrate, die wir brauchen.“

 

Familienleben als Ausgleich zum Fußball

Was reizt dich an Karlsruhe ? Wo findet man dich außerhalb vom Sportplatz ?

Jerôme Gondorf: „Schwer zu sagen, wenn man hier geboren ist. Mittlerweile ist in Karlsruhe alles nur noch voller Baustellen (lacht). Ich selbst bin gar nicht mehr oft im Stadtzentrum, da ich in Malsch wohne. Durch meine Tochter bin ich eher mit Orten wie dem Karlsruher Zoo verbunden.“

 

Gondorf ist sein eigener Berater

Keinen Berater im Profifußball zu haben ist nicht gerade alltäglich, was steckt da dahinter ?

Jerôme Gondorf: „Ich bin mein eigener Berater. Ich habe festgestellt, dass ich keinen Berater brauche, denn mit den Jahren habe ich ein Gespür entwickelt, welchen Marktwert ich habe und wie man Verhandlungen führt. Das Juristische regelt mein Anwalt, aber die Gespräche führe ich selbst.“

„Wenn man gut performt, kommen die Vereine von selbst und die Nummer bekommt man auch schnell, da der deutsche Fußball unheimlich gut vernetzt ist. Außerdem investiere ich das Geld für einen Berater lieber in meine Familie.“

 

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