News
Land reagiert nicht mit Beschluss auf verfehlte Klimaziele

News Land reagiert nicht mit Beschluss auf verfehlte Klimaziele

Quelle: Christoph Schmidt/dpa
dpa

Dass Baden-Württemberg seine Klimaziele wohl nicht erreichen wird, rechneten Experten schon letzten Sommer vor. Zwei Ministerien haben reagiert – auf mehr kann sich Grün-Schwarz nicht einigen.

Vor knapp einem Jahr haben Wissenschaftler der Landesregierung vorgerechnet, dass sie ihre Klimaziele wohl nicht erreichen wird – nun ist klar: Darauf wird die Landesregierung nicht mit einem formellen Beschluss zusätzlicher Klimaschutzmaßnahmen reagieren. Umweltministerin Thekla Walker und Verkehrsminister Winfried Hermann (beide Grüne) hätten Maßnahmen vorgestellt, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Stuttgart. «Damit ist der materielle Gehalt erfüllt», sagte der Grünen-Politiker. Man zeige, dass man etwas tue. «Das andere stellen wir jetzt erst mal so nicht fest, weil in der Frage der Erheblichkeit kein Konsens da ist.»

Hintergrund ist ein Streit innerhalb der grün-schwarzen Landesregierung, ob die von den Wissenschaftlern errechnete Verfehlung der Klimaziele erheblich ist oder nicht. Das Klimaschutzgesetz sieht zusätzliche Maßnahmen vor, sollte eine «drohende erhebliche Zielabweichung» festgestellt werden. Diese Feststellung soll Kretschmann zufolge nicht erfolgen.

Nur Reduzierung der Emissionen um 53 Prozent

Im vergangenen Sommer hatten Experten der Landesregierung in einem Bericht prognostiziert, dass das Klimazwischenziel bis 2030 wohl nicht erreicht wird. Bis dahin schafft das Land nur eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 53 Prozent. Als Zielmarke sieht das Klimaschutzgesetz aber eine Reduktion um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 vor.

Besonders deutlich werden die Klimaziele dem Bericht zufolge im Verkehrsbereich verfehlt, aber auch die Sektoren Energiewirtschaft, Landwirtschaft und Industrie erreichen die Klimaziele der Prognose zufolge nicht.

Wegen der Verfehlung der Klimaziele und der Tatsache, dass die Landesregierung kein Sofortprogramm auflegen will, ist auch eine Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen Land vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim anhängig.

 

Weitere Nachrichten

Pegel im Rhein sinkt: Niedrigwasser verursacht hohe Kosten für Unternehmen

Die Industrie am Oberrhein leidet unter dem extremen Niedrigwasser. Eine aktuelle Umfrage der IHK Südlicher Oberrhein zeigt einen Teil des Ausmaßes.

Appell an Menschen: Wolf verhält sich auffällig - und soll umtrainiert werden

Letzte Chance für den Hornisgrindewolf? Fachleute sind sich einig, dass eine Attacke auf Menschen unvorhersehbar ist. Doch sie wollen nochmal versuchen, ihn in die Tiefen des Schwarzwalds zu treiben.

EnBW

Halbjahresbilanz: EnBW verdient weniger - erneuerbare Energien legen zu

Preisschwankungen und Trockenheit belasten das Ergebnis von EnBW. Wieso der Konzern dennoch an seiner Jahresprognose festhält.

Neue Zahlen zu Unfällen: Rausch und Risiko - alle zwei Minuten ein Unfall

Weniger Tote und Schwerverletzte, aber mehr Unfälle. Wer auf den Straßen vor allem gefährdet ist und welche Entwicklung überrascht.

Erfundene Sexualdelikte: Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigung - Zahlen und Mythen

Es gibt nicht viele Fälle von Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigung oder anderen Sexualdelikten. Das Thema polarisiert dennoch. Was die Zahlen sagen und welche Mythen sich hartnäckig halten.

Weitere Bauarbeiten: Rheintalbahn am Wochenende teilweise gesperrt

Auf der Rheintalstrecke fahren dieses und nächstes Wochenende stellenweise keine Züge. Diese Alternativen haben Reisende.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.