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Nach Bahnunfall in Riedlingen: „Segen, dass Strecke noch gesperrt ist“

News Nach Bahnunfall in Riedlingen: „Segen, dass Strecke noch gesperrt ist“

Quelle: Jason Tschepljakow/dpa
dpa

Nach dem verheerenden Zugunglück in Riedlingen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Ein Gewerkschafter erklärt, was eine solche Katastrophe mit Lokführern macht.

Das Zugunglück in Riedlingen treibt nach Aussagen des örtlichen Chefs der Lokführergewerkschaft GDL die Kollegen bei der Bahn weiterhin um. «Das macht was mit jedem, der den gleichen Beruf ausübt. Noch mehr, wenn man die Strecke selbst täglich gefahren ist – womöglich am gleichen Tag», sagte Nico Rebenack, GDL-Bezirksvorsitzender Süd-West, der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten».

«Dass die Strecke noch immer gesperrt ist, ist für die Lokführer ein Stück weit ein Segen. Wenn man direkt nach einem solchen Unglück an der Unfallstelle vorbeimuss, das ist schlimm.» Rebenack sagte, er hätte verstanden, wenn Lokführer in den Tagen nach dem Unglück daheim geblieben wären. Es habe aber nicht mehr Krankmeldungen gegeben. «Vermutlich ist der ein oder andere aber automatisch ein bisschen langsamer gefahren.»

«Wie mit Taschenlampe im Dunkeln»

Wie so eine Fahrt vom Führerhaus aussehe, das könnten sich diejenigen, die hinten im Zug sitzen, schwer vorstellen, berichtete der GDL-Mann den Blättern. «Sie sehen trotz Beleuchtung fast nichts, das ist eher wie mit einer Taschenlampe, mit der sie ins Dunkel leuchten», so Rebenack.

«Und dann fahren sie mit 140 oder 160 in eine Kurve.» Absolutes Vertrauen in die Technik sein nötig. Rebenack kritisierte, dass der Grünschnitt seit der Privatisierung der Bahn massiv zurückgefahren worden sei. «Es werden im Grunde nur Arbeiten gemacht, die unbedingt nötig sind».

Bei der Entgleisung eines Regionalzugs nach einem Unwetter am 27. Juli waren drei Menschen getötet worden, Dutzende wurden teilweise schwer verletzt.

 

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