Streit im Stadionneubau
Stadt appelliert an KSC – „Stadionbau ist massiv gefährdet!“

Streit im Stadionneubau Stadt appelliert an KSC – „Stadionbau ist massiv gefährdet!“

Quelle: meinKA

Zwischen dem KSC und der Stadt Karlsruhe kriselt es weiterhin! „Wir haben nun ein Problem miteinander“, so Oberbürgermeister Mentrup. Denn nach der einstweiligen Verfügung des KSC gegen die Stadt steht nun das Gesamtprojekt am Rande des Scheiterns.

Einstweilige Verfügung gegen die Stadt

Vor gut einer Woche, am Donnerstag, den 12. September 2019 wurde bekannt, dass es zwischen der Stadt Karlsruhe, die Bauherrin des Wildparkstadion ist, und dem Karlsruher SC zu Differenzen beim Stadionbau gekommen ist.

Diese Probleme sind aus Sicht des KSC so groß, dass dieser gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen möchte und beim Landgericht Karlsruhe, die Beantragung von vier einstweiligen Verfügungen gegen die Stadt Karlsruhe veranlasste. Diese Anträge umfassen im Groben die Herausgabe von Vertragsdokumenten, den Rechtsanspruch auf Sonderleistungen, den Bau des Businessbereich sowie die geplanten Kioske im Stadion.

 

Gesamtprojekt am Rand des Scheiterns

Nachdem der KSC eine gütliche Beilegung der Auseinandersetzung abgebrochen hat, sah sich die Stadt Karlsruhe nun, vor dem anstehenden Gerichtstermin am Montag, den 23. September 2019, zu einer transparenten Faktendarstellung und -bewertung veranlasst, um so über die Bewertung der Anträge und deren mögliche Folgen für das Gelingen des gesamten Stadionneubaus aufzuklären. Hierzu lud die Stadt die Karlsruher Pressevertreter am Freitag, den 20. September 2019 ein.

Insgesamt sieht die Stadt Karlsruhe durch die Forderungen des KSC nicht nur den Bauzeitplan gefährdet, sondern auch das Gesamtprojekt, welches damit nämlich an den Rand des Scheiterns gebracht wird. „Der KSC verkenne als späterer Pächter seine Mitspracherechte gegenüber der Stadt als Bauherrin des neuen Stadions. Der KSC verkenne offenbar an dieser Stelle auch, dass die Stadt selbstverständlich der Einhaltung der Gemeinderatbeschlüsse hinsichtlich Stadionprojektkostenbudget und Vorgaben des Bebauungsplans verpflichtet ist und auf diesen bestehen muss. „Welche Ergebnisse eine erneute Befassung des Gemeinderats mit dem Thema zeigen würde, ist völlig unvorhersehbar“, äußerte sich die Stadt zur aktuellen Situation.

 

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup spricht Klartext. | Quelle: meinKA

 

Gesprächsrunden und Sonderwünsche

Das Schreiben des KSC deckt sich, so die Stadt, nicht mit der eigentlichen Beziehung zwischen der Stadt und dem KSC, denn es gab viele Gesprächsrunden. „Ich dachte alles sei geklärt, denn die letzte Sitzung habe ich als eine sehr einvernehmliche in Erinnerung“, sagt Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.

In der Zeit vom April 2017 bis September 2019 fanden 16 Sitzungen des Steuerkomitees, neun Sitzungsgespräche sowie viele weitere Abstimmungen und Gespräche statt. Hierbei wurden auch auf Sonderwünsche des KSC eingegangen. Allein in der Zeit vom 18. Dezember 2018 bis zum 31. Januar 2019 wurden insgesamt 152 Wünsche und Themen erörtert – wovon 147 abgearbeitet wurden.

 

„Wir haben jetzt ein Problem miteinander“

Dass der KSC nun unter anderem eine insgesamt zweijährige Ordnungshaft (je Antrag sechs Monate) gegen Mentrup fordere, sollte die Stadt ein Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 Euro pro Verfügung nicht bezahlen können, empfindet Mentrup als „befremdlich“. „Jetzt haben wir ein Problem miteinander, welches auch nach dem Gerichtstermin nicht verschwunden sein wird – diese Klimaverschlechterung bleibt bestehen. Denn dieses Schreiben des KSC greift in das Mark des Projektes ein und ist eine massive Gefährdung für eine zukünftige Zusammenarbeit“, so Mentrup.

Selbst wenn der KSC das Gerichtsverfahren für sich entscheiden würde, so würde das Gesamtprojekt nicht gewinnen, sagt die Stadt. Grund dafür sei das Gesamtbudget, welches, nicht überschritten werden soll. „Wenn Teile des Stadions durch Sonderwünsche teurer werden würden, so müssten wir an anderen Stellen des Stadions qualitativ sparen. Und wenn der KSC argumentiert, dass er ja letztendlich das Stadion bezahlen würde, so ist das nun einmal nicht realistisch.“

 

| Quelle: meinKA

 

Mentrup appelliert an den KSC

„Ich möchte nochmals an den KSC appellieren, sich jetzt am Wochenende Gedanken zu machen“, so OB Mentrup. Auch habe er im Moment nicht vor mit weiteren Kosten in den Gemeinderat zu gehen und sehe derzeit auch keinen Anlass dazu – doch die Gefährdung des gesamten Projektes kann Mentrup nicht abweisen: „Ich möchte im Gemeinderat nicht die Frage stellen, wie wir aus der Stadion-Nummer wieder rauskommen – das will ich nicht!“

„Wir müssen uns aber auch überlege, ob wir die Bauzeit bis Mai 2022 einhalten können, wenn wir weiterhin so einen Partner haben. Wir haben letztes Jahr die Möglichkeit gehabt, das Mietverhältnis zum Ende des Jahres  mit dem KSC zu kündigen, das war vertraglich so vorgesehen, die Option haben wir nicht vollzogen. Wir hätten jetzt immer noch die Möglichkeit in einer einjährigen Kündigungsfrist bis zum Ende des Jahres das Mietverhältnis zu kündigen. Auch das müssen wir uns möglicherweise im Herbst überlegen. Weil es ist für mich dann immer noch was anderes, wenn der KSC mit uns über jeden einzelnen Samstag verhandeln muss, wo er denn dann ein entsprechendes Heimspiel machen will – als wie jetzt, wo ich mit einem Mieter jeden Kleinkram besprechen muss.“

 

Das Worst-Case-Szenario

Im Worst-Case-Szenario erklärt Mentrup, dass die Stadt alle Verträge mit dem KSC kündigen könne. „Die Stadt könnte das Stadion auch ohne den KSC fertig bauen und dann an einen Verein vermieten, der in der Lage ist Profifußball zu betreiben“, deutete Mentrup abschließend an.

Stadionneubau im Wildpark

Stadionneubau – KSC mit einstweiligen Verfügungen gegen Stadt

Zwischen dem KSC und der Stadt Karlsruhe, welche Bauherrin des Wildparkstadions ist, herrscht derzeit Unruhe. Nun sah sich der KSC veranlasst, beim Landgericht Karlsruhe den Erlass von vier einstweiligen Verfügungen gegen die Stadt zu beantragen.

Wildparkstadion Karlsruhe – die Spielstätte des KSC

Das Karlsruher Wildparkstadion dient seit den Jahr 1955 als Spielstätte für die Profi-Mannschaft des Karlsruher SC. Aktuell befindet sich das Stadion, trotz laufendem Betrieb, im Umbau. Die Fertigstellung des neuen Stadions ist auf 2022 terminiert.

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