Das Herzstück des Klinikums
Trotz Corona: Haus M im Städtischen Klinikum ist im Kosten- & Zeitplan

Das Herzstück des Klinikums Trotz Corona: Haus M im Städtischen Klinikum ist im Kosten- & Zeitplan

Quelle: Melanie Hofheinz

Die Kombilösung ist vielleicht die teuerste und das neue Stadion die meist erwartete aber – spätestens seit der Corona-Krise ist klar – die wohl wichtigste Karlsruher Baustelle befindet sich im Städtischen Klinikum! meinKA hat sich im Haus M umgeschaut!

Städtisches Klinikum rüstet sich für die Zukunft

Dass unsere Gesundheit keine Selbstverständlichkeit ist, sondern an erster Stelle stehen muss, wurde durch die Corona-Pandemie vielen Menschen erst wieder richtig bewusst. Das Städtische Klinikum Karlsruhe leistet als Maximalversorger in dieser außergewöhnlichen Zeit einen wichtigen Beitrag.

Damit das Krankenhaus auch in den nächsten Jahren eine wohnortnahe medizinische Versorgung der Karlsruher gewährleisten kann, finden seit einigen Jahren umfassende bauliche Veränderungen auf dem Gelände in der Nordweststadt statt. Neben dem Neubau des Institutsgebäudes (Haus I) und der Kältezentrale (Haus G2) ist insbesondere der Neubau des künftigen Betten- und Funktionshauses (Haus M) von enormer Bedeutung.

 

Haupteingang Haus M | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Herz des Städtischen Klinikums: Neubau Haus M

Im Zentrum aller Baumaßnahmen steht der Neubau Haus M, denn dieser wird zukünftig die Häuser D, E, H, R und S verbinden und damit eine geschlossene Gebäudestruktur bilden. Das künftige Betten- und Funktionshaus fungiert dann sozusagen als Herz des Klinikums, da es viele Bereiche in sich vereinen wird. Hier werden sich nicht nur alle Intensivstationen des Klinikums befinden, sondern auch ein zentraler Operationsbereich mit 20 OP-Sälen.

Zudem beherbergt der Neubau eine Zentralsterilisation, mehrere Untersuchungs- und Behandlungseinheiten sowie die Erweiterung der Zentralen Notaufnahme. Die Allgemeinpflegestationen umfasst 240 Betten, verteilt auf zwei Etagen mit je vier Pflegegruppen. Insgesamt entstehen hier seit dem Jahr 2016 rund 21.000 Quadratmeter Krankenhausfläche auf insgesamt sieben Etagen!

 

Trotz Corona: Bauarbeiten im Kosten- & Zeitplan

Auch wenn in den letzten Monaten sich das Klinikum aufgrund der Corona-Pandemie im Ausnahmezustand befand, so konnten die Arbeiten im Haus M wie geplant fortgeführt werden und kamen teilweise sogar ein wenig schneller voran. Daher ist auch die geplante Fertigstellung für Ende 2020 weiter realistisch. Die Inbetriebnahme des zukünftigen Betten- und Funktionshauses soll dann schrittweise ab 2021 erfolgen. Auch die Kosten liegen mit 194,2 Millionen Euro weiter im vorgegebenen Bereich.

 

Fertigstellung noch 2020 – Bezug ab Ende März 2021

Die fertige Fassade des Neubaus ist schon gut erkennbar – doch auch Innen kommen die Arbeiten zügig voran. Vorgesehen ist, dass gegen Ende März das Gartengeschoss bezogen werden kann, gefolgt von der neuen zentralen Wegeführung. Diese leitet die Patienten und Besucher nämlich durch den Haupteingang und die Magistrale des Hauses M zu den angeschlossenen Gebäudeteilen. In diesem Geschoss werden sich auch eine Cafeteria mit Außenbereich sowie drei Räumlichkeiten für Geschäfte, wie beispielsweise einen Friseursalon oder einen Blumenladen, befinden.

 

Haupteingang Haus M | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Haus M als temporäres Corona-Krankenhaus?

Bereits sehr weit fortgeschritten ist aktuell der Innenausbau in der dritten und vierten Etage – hier befindet sich das Bettengeschoss. Die späteren Zwei-Bett-Zimmer haben bereits Fußböden und Tapete an den Wänden – viel muss hier nicht mehr getan werden. Sollte im Herbst möglichweise eine zweite Corona-Welle auf die Fächerstadt zukommen, so könnten die beiden Etagen als temporäres „Corona-Krankenhaus“ ausgeweitet werden. Über diese Option wird im Städtischen Klinikum aktuell nachgedacht und sogar als ein „denkbares Szenario“ bezeichnet.

 

Musterzimmer – so werden die Zimmer aussehen

Wer neugierig ist, wie die späteren Krankenzimmer aussehen werden, kann einen Blick in die beiden Musterzimmer samt Badezimmer werfen: Während die Zwei-Bett-Zimmer modern und schlicht gehalten werden, so werden sich Privatpatienten in ihren Einzelzimmern, mit Flatscreen, Bademantel und kleiner Besucher-Lounge, vermutlich fast wie in einem Hotel fühlen können. Schön hell werden alle Zimmer übrigens dank der großen Fensterfronten sein – doch auch wenn die Sonne in die Zimmer scheint, sollte es dank Kühlschläuchen in den Decken nie zu warm werden.

 

Städtisches Klinikum Karlsruhe | Neubau Haus M - Musterzimmer

 

Technikebene, Operationssäle & Rohrpost System

Eine gesamte, der insgesamt sieben, Etagen widmet sich der Technik des Neubaus. Dieses Stockwert befindet sich über den Operationssälen sowie der Intensivstation – diese sind dadurch direkt mit der Technik-Ebene verbunden, was für die benötigte Technik bei Operationen sowie unter anderem auch die Frischluft-Zufuhr, durchaus sinnvoll und notwendig ist. Während in den Intensivräumen sowie den OP-Sälen der Innenausbau, ähnlich wie in den Bettenetagen drei und vier, weit vorangeschritten ist, benötigt die Technik noch rund ein halbes Jahr bis zur Fertigstellung.

Über 20.000 Quadratmeter Nutzfläche und sieben Stockwerke – da können Botengänge von Krankenschwestern oder Fachpflegern schonmal länger dauern! Aus diesem Grund wird das gesamte Haus M über ein Rohrpost-System verfügen – zeitintensive Botengänge fallen somit weg. Mit dem Rohrpostsystem können alle Arten von Dokumenten, Medikamenten, Laborproben, medizinischen Instrumenten, Blutplasma oder Injektionen transportiert werden.

 

OP-Saal in Haus M: Der Sockel für den OP-Tisch ist schon bereit.| Quelle: Melanie Hofheinz

 

Bildergalerie – der aktuelle Baustand im Juni 2020

Städtisches Klinikum Karlsruhe | Neubau Haus M - Stand Juni 2020

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