Haus wird mit Tausenden LEDs zur Attraktion im Stadtteil
Karlsruher Weihnachtshaus – leuchtendes Spektakel in Neureut

Haus wird mit Tausenden LEDs zur Attraktion im Stadtteil Karlsruher Weihnachtshaus – leuchtendes Spektakel in Neureut

Quelle: Isabel Ruf

Es leuchtet in sämtlichen Farben und ist die Attraktion eines kompletten Stadtteils: Mit Tausenden LEDs verwandelt Thorsten Grüger sein Heim jährlich in das Neureuter Weihnachtshaus. Spektakel, Herzensprojekt und vor allem eines: ganz viel Arbeit.

Für diejenigen, die staunend vor dem Haus von Thorsten Grüger stehen bleiben, sind es unglaublich viele blinkende Lichter. Für ihn selbst sind es 120.000 LEDs, die er in den Wochen zuvor täglich verbaut hat. Jedes Jahr vor dem ersten Advent verwandelt er sein Heim in Neureut in ein leuchtendes Weihnachtshaus. Als wären die zahlreichen Lichter nicht genug, verbinden sie sich bei einer Lichtershow und formen Gesichter oder pulsieren und tanzen passend zur leise laufenden Musik – ein ganz besonderes Spektakel.

 

Während der Show beginnt die Planung

Wenn Thorsten Grüger bei der Einschaltparty am ersten Advent die begeisterten Blicke von Groß und Klein sieht, haben sich die vielen Arbeitsstunden zuvor mehr als gelohnt. Unter der Woche ist er täglich rund sechs Stunden an seinem Haus beschäftigt, am Wochenende den ganzen Tag – und das betrifft nur die Wochen vor der ersten Show. Eigentlich gehen die Vorbereitungen nämlich viel früher los. „Die Planung beginnt schon während der Show. Wir überlegen uns bereits in diesem Jahr, was wir nächstes Jahr anders und besser machen können“, sagt Grüger. „Das ganze Jahr über machen wir uns Gedanken – und fangen dann meistens trotzdem viel zu spät an“, fügt er mit einem Lachen hinzu. In der Regel startet die heiße Phase im September.

„Wir“, das sind er und ein Kumpel, der aber lieber im Hintergrund bleibt. Doch allein könnte Grüger dieses Lichter-Spektakel nicht auf die Beine stellen. Nachbarn und Freunde kommen regelmäßig während der Aufbau-Zeit und greifen ihm unterstützend unter die Arme – oder an die Leiter. „Helfer sind immer gut, wenn man oben auf dem Gerüst steht“, sagt Grüger lachend.

 

Weihnachtshaus Neureut Thorsten Grüger

Thorsten Grüger vor seinem Weihnachtshaus. | Quelle: Isabel Ruf

 

Erst die Formen, dann die Programmierung

Thorsten Grüger baut seine LED-Elemente selbst: In liebevoller Kleinstarbeit steckt er die kleinen Lichtquellen in die dafür vorgesehenen Halterungen, verkabelt alles und steuert sie über einen Controller. Während er die Formen, an die die LEDs dann gesteckt werden, früher aus den USA importiert hat, produziert er sie seit 2019 selbst. Das Polypropylen – dasselbe Material, aus dem Wahlplakate gemacht werden, – schneidet er mit einem Laser nach einer vorbereiteten Vorlage. Das Material ist komplett recyclebar und wasserresistent. Mittlerweile hat der selbstständige Unternehmensberater seine Leidenschaft für die besondere Beleuchtung auch zum Nebenberuf gemacht und verkauft unter anderem an Schausteller, Theater und Gastronomie. Das Weihnachtshaus ist und bleibt sein privates Vergnügen.

Der Aufbau der Sterne, Schneeflocken und des Weihnachtsbaumes sind der eine Teil, die Programmierung der LEDs zur ausgewählten Musik der zweite. „Man hat ein Lied und dann ist es wie der ‚Music Maker‘. Ich erstelle Spuren und kann jede LED einzeln ansteuern und sie in einer Farbe leuchten lassen. Das geht nach Gefühl“, erklärt der Neureuter. Die Stromkosten sind aufgrund der LEDs übrigens nicht so hoch, wie mancher erwartet: Auf maximal 100 bis 150 Euro schätzt Grüger den Betrag für die komplette Saison.

 

Fotogalerie | Das Weihnachtshaus im Aufbau

Der Aufbau läuft: Karlsruher Weihnachtshaus in Neureut | 2019

 

Weihnachtshaus in Neureut – Wie alles anfing

Nur wenige Kilometer entfernt war es, als Thorsten Grüger einst die Idee von einer aufwändigen Weihnachtsbeleuchtung packte. „Im Realschulalter habe ich das bei einem Amerikaner in Rintheim gesehen. Dann habe ich immer gesagt: ‚Das will ich selbst mal machen'“, erzählt er. Im Jahr 2011 ließ er diesen Wunsch Realität werden. Damals bestand der Lichterschmuck aber noch aus lediglich einer Girlande aus LEDs und wenigen Lichteffekten. Seitdem ist viel passiert: Jedes Jahr sieht das Weihnachtshaus in Neureut anders aus, jedes Jahr gibt es neue Elemente und mehr Technik, die dahinter steckt. „Richtig groß ist es seit 2015“, erinnert sich Grüger zurück an seine erste Einschaltparty.

Das Vorbild waren und sind bis heute die Amerikaner. Von ihnen bekommen Grüger und sein Kumpel die Inspirationen, die sie dann mit eigenen Ideen weiterentwickeln. „Die Amerikaner machen es doch sehr nach ihren kulturellen Vorstellungen. Wir versuchen, unsere Beleuchtung ein bisschen mehr ins Deutsche zu bringen“, sagt Grüger. 2019 gibt es beispielsweise eine klassische deutsche Christbaumspitze – anders als die US-Bürger, die ihre Bäume oben mit Sternen verzieren.

 

Einschaltparty & Spenden für den guten Zweck

Bei der Einschaltparty, zu der Groß und Klein eingeladen sind, stellt Thorsten Grüger neben kostenlosem Glühwein und Würstchen jedes Jahr auch ein Spendenkässchen auf. „Freunde von mir haben bei einer Party gesagt, sie würden gerne etwas spenden“, erzählt Grüger. Was darin landet, ist aber weder für die künftige Technik, noch für ihn selbst. Die Spenden gehen komplett an den Kinderhospizdienst Karlsruhe. Im Jahr 2017 kamen dabei 300 Euro, 2018 500 Euro und 2019 über 800 Euro zusammen.

Was mit einer kleinen privaten Feier begann, ist mittlerweile ein großes Event gewonnen. Im Ort kennt man Thorsten Grüger und sein Weihnachtshaus. Autofahrer halten an, Nachbarskinder machen „Selfies“ mit dem Smartphone und sagen, wie toll sie es finden, dass der Neureuter wieder dekoriert. „Das macht schon Spaß“, sagt er zufrieden. Ob damit irgendwann Schluss ist? „Ich glaube, das bleibt noch eine Weile so“, ist Grüger überzeugt und fügt grinsend hinzu: „Außer, die Wand wird zu klein, dann müssen wir wohl noch das Nachbarhaus in Beschlag nehmen.“

 

 

Karlsruher Weihnachtshaus – das ist 2019 geboten

Das Highlight 2019 ist die Seite des Hauses, die komplett neugestaltet wurde. 13 Reihen aus Sternen und Schneeflocken sind dort montiert, die Grüger in den verschiedensten Farben leuchten lassen kann. „Wir wollten erst Bögen über der Hofeinfahrt machen, aber die Befestigung war schwierig, und dann haben wir es einfach an der Seite probiert und fanden es total cool“, sagt er stolz. Folien mit LED-Streifen kommen zudem in die Fenster. Dadurch erhält Grüger eine Art Lichter-Leinwand, die er bespielen kann. 2019 soll die Show zu Musik aus den 1960ern und 1970ern laufen. Der traditionelle Baum darf natürlich nicht fehlen und in diesem Jahr gibt es sogar einen „Lichter-Wasserfall“, der die Hauswand hinunterlaufen soll. Mehr wird noch nicht verraten.

Die große Einschaltparty, zu der jeder kommen kann, findet am Sonntag, 01. Dezember 2019, um 17:00 Uhr statt. Es gibt kostenlos Hotdogs und Glühwein, bis Thorsten Grüger um 18:00 Uhr den Startknopf drückt und die Reaktion seiner Gäste auf seine stundenlang ausgearbeitete Lichtershow sehen kann.

Bis zum 31. Dezember 2019 sind die Lichter dann täglich zwischen 17:00 Uhr und 20:45 Uhr eingeschaltet. Zu jeder vollen Stunde startet die Show.

 

Hier steht das Weihnachtshaus in Neureut

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