Corona in der Fächerstadt
KIT entwickelt Luftreiniger: „Aerobuster“ jagt fliegende Corona-Viren

Corona in der Fächerstadt KIT entwickelt Luftreiniger: „Aerobuster“ jagt fliegende Corona-Viren

Quelle: Markus Breig KIT

KIT-Wissenschaftler haben einen neuen Luftreiniger „Aerobuster“ entwickelt. Dieser könnte nun zu einem wichtigen Beitrag im Kampf gegen die Corona-Pandemie werden. Viren würden zu fast 100 Prozent entfernt, informiert das KIT in einer Pressemitteilung.

Aerosole und die Verbreitung von Covid 19

Aerosole spielen eine große Rolle bei der Verbreitung von Covid 19. Die Viren verteilen sich nämlich schnell im Raum und schweben stundenlang in der Luft. Beim Atmen, Sprechen oder Husten verbreiten sich die winzigen mit Corona-Viren beladenen Tröpfchen in Innenräumen. Besonders betroffen sind Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Uni-Hörsäle, Arztpraxen oder Restaurants.

Eine effektive, sichere und vor allem schnell verfügbare Lösung haben jetzt Wissenschaftler am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt: Der Aerobuster ist einfach, kompakt, und kann sehr effektiv Viren und andere Krankheitserreger aus der Raumluft inaktivieren, informiert das KIT in einer Pressemitteilung.

 

Aerobuster inaktiviert Viren zu fast 100 Prozent

„Erste Ergebnisse zeigen, dass mit unserem Aerobuster luftgetragene Modell-Viren zu fast 100 Prozent inaktiviert werden können. Dabei ist der Aerobuster mit einem hohen Luftdurchsatz extrem leistungsstark und hat deutlich niedrigere Anschaffungskosten als handelsübliche Luftreinigungsgeräte“, erklärt Professor Horst Hahn, Leiter des Instituts für Nanotechnologie des KIT und einer der Erfinder des Aerobusters.

Simulationen der Aerosolbewegungen in einem durchschnittlichen Klassenzimmer mit 20 Schülern zeigen, dass durch den Aerobuster die Konzentration aktiver Viren in der Raumluft drastisch gesenkt und so die Ansteckungsgefahr dauerhaft erheblich vermindert werden kann, so das KIT weiter.

 

Der preiswerte Aerobuster hat die Größe einer Stehlampe und befreit Räume effektiv von Corona-Viren. | Quelle: Kira Heid, KIT

 

Flexible Einsetzbarkeit und einfache Bauweise

„Das gilt natürlich auch für alle anderen Bereiche mit viel Publikumsverkehr, wie Krankenhäuser, Pflege- und Altenheime, Restaurants, Büros, Werkshallen oder öffentliche Verkehrsmittel sowie deren Wartebereiche“, so Hahn.

Überall dort könne der Aerobuster eingesetzt werden, denn die Apparatur von der Größe einer Stehlampe sei leicht und könne platzsparend sowohl auf einem Ständer, an der Decke oder an der Wand montiert werden. „Die Vorrichtung besteht aus einem einfachen Metallrohr, einem Lüfter, wie er zur Kühlung von PCs eingesetzt wird, einem Heizmodul und einem Strahler, der ultraviolettes Licht einer bestimmten Wellenlänge aussendet“, so der Experte.

 

 

Große Stückzahlen könnten schnell verfügbar sein

„Durch das Rohr wird die Luft mittels eines Lüfters angesaugt, dann werden die Aerosole getrocknet und die Viren mit UV-C-Strahlung inaktiviert – eine lang bewährte Technik zur Desinfektion“, erläutert Dr. Jochen Kriegseis vom Institut für Strömungsmechanik. „“ie Abwärme kann zudem zum Heizen der Räume genutzt werden“, ergänzt Dr. Thomas Blank vom Institut für Prozessdatenverarbeitung und Elektronik.

Der Aerobuster sei außerdem eine Investition in die Zukunft, denn er könne langfristig im Kampf gegen zukünftige Pandemien oder bei der jährlichen Grippewelle eingesetzt werden, erklären die drei Co-Erfinder des Geräts.

Nun wollen Hahn und seine Mitstreiter aus anderen Instituten des KIT 100 Prototypen bauen und diese selbst vor Ort weiter testen und optimieren. „Mit einem geeigneten Partner aus der Industrie könnten binnen weniger Wochen 10.000 Stück verfügbar sein“, schätzt Hahn, der auch auf Interesse und verstärkten Rückenwind aus der Politik hofft, so das KIT abschließend.

 

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