Corona in Baden-Württemberg
Nachbarstaaten bieten Hilfe für Covid-Patienten an

Corona in Baden-Württemberg Nachbarstaaten bieten Hilfe für Covid-Patienten an

Quelle: Robert Michael

Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 waren französische Covid-Intensivpatienten nach Baden-Württemberg verlegt worden. Nun bieten Frankreich und andere Staaten dem Südwesten Unterstützung an.

Mehrere Staaten haben angeboten, Covid-Intensivpatienten aus Baden-Württemberg aufzunehmen. Das baden-württembergische Staatsministerium bestätigte am Samstag, dass es Unterstützungsangebote aus der Schweiz, der französischen Region Grand Est und der italienischen Region Lombardei gebe.

Regierungssprecher Arne Braun sagte, Frankreich wolle Covid-Intensivpatienten aus Baden-Württemberg in Kliniken im Elsass aufnehmen. Die Landesregierung sei dankbar für dieses Angebot. Es sei zunächst noch nicht zu so einer Verlegung gekommen, es könne aber gut sein, dass man das Angebot annehmen müsse. Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 waren französische Covid-Intensivpatienten nach Baden-Württemberg verlegt worden.

Die bisherigen Verlegungen von Intensivpatienten innerhalb Deutschlands wegen der regionalen Überlastung von Intensivstationen reichen nach Ansicht des Grünen-Gesundheitsexperten Janosch Dahmen womöglich nicht aus. «Anhand der Neuinfektionszahlen müssen wir davon ausgehen, dass Hunderte Intensivpatienten verlegt werden müssen», sagte Dahmen der «Welt am Sonntag». «Weil der Bedarf so eklatant ansteigen könnte, werden möglicherweise auch Verlegungen in EU-Nachbarstaaten notwendig», fügte der Bundestagsabgeordnete hinzu.

Dahmen schätzt, dass bundesweit über zivile und militärische Rettungshubschrauber und Ambulanzflugzeuge gerade einmal 25 bis 50 Patienten gleichzeitig verlegt werden können. Er forderte Gespräche mit privaten Luftrettungsbetreibern über Kapazitätserweiterungen. Die Luftwaffe der Bundeswehr beteiligt sich seit Freitag erstmals an der Verlegung von Corona-Intensivpatienten innerhalb Deutschlands.

Hermann Schröder, der die Abteilung Krisenmanagement im baden-württembergischen Innenministerium sowie den Arbeitskreis Rettungswesen in der Innenministerkonferenz leitet, bestätigte, dass es bei den aktuell 80 Verlegungen lediglich um Fälle geht, «die jetzt notwendig» seien. «Wir können es aktuell nicht ausschließen, dass Patienten auch ins Ausland verlegt werden müssen», sagte er.

Die seit Freitag laufende Verlegung von zunächst rund 50 schwer kranken Covid-19-Patienten in andere Bundesländer ist am Wochenende weitgehend abgeschlossen worden, sagte Schröder, seit Mai 2021 Vorsitzender des Arbeitskreises Rettungswesen, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung der Innenministerkonferenz, am Sonntag in Stuttgart. Grundlage ist das sogenannte Kleeblatt-System für eine bundesweite Verteilung von Patienten aus Regionen, in denen der Kollaps von Krankenhäusern droht. Verlegungen aus Baden-Württemberg gab es nicht.

 

Weitere Nachrichten

Nach Landtagswahl-Debakel: SPD will mit Mitgliederbefragung neuen Vorsitz finden

Nach dem historischen Wahldebakel sucht die SPD Baden-Württemberg per Mitgliederbefragung eine neue Spitze. Wer sich bisher zur Wahl stellt und wie der Zeitplan aussieht.

Aufklärung mal anders: Wie ein Theaterstück Senioren vor Betrug warnen soll

Bühne statt Betrugsfalle: Wie Senioren beim Theaterstück «Tatort Telefon» lernen, Betrügern nicht auf den Leim zu gehen – und warum Humor dabei hilft.

Hier eröffnet die längste Fußgänger-Hängebrücke des Landes

Die neue «Neckarline»-Brücke in Rottweil verbindet Altstadt und Testturm. Zum Eröffnungswochenende gibt es unter anderem einen Mittelaltermarkt und Live-Musik.

So verhält man sich beim Biss einer Nosferatu-Spinne

Die Spinnenart breitet sich in Baden-Württemberg seit Jahren aus. Ihre Giftklauen können die menschliche Haut durchdringen. Doch was tun, wenn sie zubeißt? Ein Experte gibt Tipps, einer ist eiskalt.

Pilotprojekt: Erster Drohnenflug gegen Kormorane gestartet

Mit Drohnen will Baden-Württemberg gezielt Kormorane am Bodensee stören. So soll der Schutz bedrohter Fischarten verbessert werden.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.