Sommerspiele 2020
Olympische Spiele in Tokio – Chancen für Karlsruher Sportler

Sommerspiele 2020 Olympische Spiele in Tokio – Chancen für Karlsruher Sportler

Quelle: Melanie Hofheinz

Ab dem 24. Juli 2020 finden die Olympischen Spiele statt – auch einige Karlsruher Sportler hoffen auf eine Teilnahme bei den Sommerspielen in Japans Hauptstadt. Beim 21. Karlsruher Sportgespräch stellten sich nun einige der Olympiahoffnungen aus Karlsruhe vor.

Olympischer Leistungssport aus der Fächerstadt

Der Sport, insbesondere der Leistungssport, gehört seit vielen Jahren zu Karlsruhe – und das auch auf olympischem Niveau! Bereits seit 1912 bringt die Fächerstadt Olympiateilnehmer hervor. Der erste Karlsruher Olympia-Held war Ernst Bahnmayer 1906 in Athen. Er gewann die Silbermedaille im Schwimmen 4×250 Meter Freistil. Die erste Frau aus der Fächerstadt, die bei Olympia antrat, gewann gleich eine Goldmedaille. Dies gelang Lina Radke-Batschauer im Jahr 1928 in Amsterdam in der Leichtathletik über 800 Meter.

Zu den weiteren herausragenden Olympioniken aus Karlsruhe gehören Heinz Fütterer, der 1956 in Melbourne die Bronzemedaille über 4×100 Meter Staffel sicherte sowie Leichtathlet Carl „Charly“ Kaufmann mit zwei Silbermedaillen in Rom 1960. Auch Siegfried König, der 1968 in Mexiko dabei war – und außerdem bis Ende September 2008 Erster Bürgermeister von Karlsruhe war – sowie Kanute Dethlef Hofmann mit seiner Goldmedaille gehören genauso dazu, wie die zweimalige Olympia-Bronze-Gewinnerin und Teilnehmerin Renate Lingor sowie Kanute Björn Goldschmidt 2008 mit seiner Bronzemedaille in Peking.

Bei den olympischen Sommerspielen 2016 in Rio waren außerdem Sabine Kusterer (Gewichtheben), Pauline Tratz (Kunstturnen) und Fußballer Grischa Prömel mit dabei.

 

Sportbügermeister Martin Lenz bei den 21. Karlsruher Sportgesprächen

Sportbürgermeister Martin Lenz bei den 21. Karlsruher Sportgesprächen | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Leistungssportebene Karlsruhe: „Weiter so!“

Die Olympischen Spiele finden 2020 in Tokio statt. Ab 22. Juli starten die ersten der 33 Sportarten, zwei Tage später am 24. Juli 2020 werden die Sommerspiele in Japans Hauptstadt dann offiziell eröffnet. Bei den 21. Karlsruher Sportgesprächen zog Sportbürgermeister Martin Lenz zunächst ein Fazit zur Förderung der Sportler: „Auf Leistungssportebene Karlsruhe kann ich für uns nur sagen: „Weiter so!“Ich habe keine Verbesserungsmöglichkeiten gefunden.“ Dem stimmten auch die anwesenden Karlsruher Sportler zu. Hoffnungen auf eine Olympiateilnahme haben, so Martin Lenz, rund 20 Sportler aus Karlsruhe.

 

Karlsruher Olympiahoffnungen über Perspektiven

Fünf der Karlsruher Olympiahoffnungen aus den Sportarten Gewichtheben, Kunstturnen, Leichtathletik, Schwimmen und Softball stellten ihre Perspektive auf die Olympischen Spiele in diesem Jahr in Tokio bei den 21. Karlsruher Sportgesprächen vor. Besonders die Olympia-Teilnahme von Gewichtheberin Sabine Kusterer vom 1. KSV 1896 Durlach wäre beachtlich, da es bereits ihre zweiten Olympischen Spiele wären. Aktuell ist die in Leimen trainierende Sportsoldatin allerdings verletzt:

„Das Quali-System für dieses Mal sieht ganz anders aus – dieses war über Quotenplätze und nationale Wettbewerbe und jetzt muss man sich selbstständig über die Weltrangliste qualifizieren. Das bedeutet, man hat über einen längeren Zeitraum mehrere Wettkämpfe und da macht meine aktuelle Verletzung keinen Spaß. Die anderen Athleten trainieren und ich muss Reha machen – dennoch bleibe ich natürlich positiv im Hinblick auf eine Teilnahme“, so Kusterer.

 

„Ich bin ehrlich, ich sehe mich nicht unter den besten vier“

Ähnlich sieht es auch bei Leichtathlet Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe) aus. Er fiel aufgrund einer Verletzung bereits beim INDOOR MEETING aus und konnte nur als Zuschauer dabei sein. „Dieses Jahr ist doppelt bitter – nun muss ich die Punkte im Sommer holen, um mich noch zu qualifizieren“, so Kessler. Softball-Spielerin Lisa Kälblein von den Karlsruher Cougars hat die Olympiateilnahme bereits abgehakt – Ziel ist nun die Softball-Europameisterschaft 2020 in Italien.

Kunstturnerin Leah Grießer (TG Neureut) bereitet sich auf Olympia in Tokio vor – auch wenn es „sehr, sehr schwierig“ wird: „Die Anzahl der Turnerinnen im Team wurde verringert. Es fahren jetzt nur noch vier Turnerinnen mit. Wenn man dann bedenkt, dass man einen 12-köpfigen Kader hat und dann fahren nur vier. So können beispielsweise auch einfach Weltklasse-Athletinnen nicht fahren. Ich bin ehrlich, ich sehe mich nicht unter den besten vier – aber im Turnen weiß man nie, was passiert“, so Leah Grießer.

Für die 17-jährige Schwimmerin Giulia Goerigk (SSC Karlsruhe) kommt die Olympia-Teilnahme vermutlich noch zu früh, ihr Ziel soll die Europameisterschaft in Budapest sein. Die Olympiateilnahme von Saeid Fazloula der Rheinbrüder Karlsruhe steht aktuell noch auf wackligen Beinen – der Grund ist allerdings in erster Linie nicht die sportliche Leistung, sondern seine Zulassung. Der im Iran geborene Kanute startete bereits für Deutschland – nun gibt es allerdings Komplikationen: „Ich war vor einer Woche wirklich tief traurig, denn ich habe damit gerechnet, dass ich Deutscher werde und für Deutschland starten darf“, so Fazloula.

 

Weitere Karlsruher Olympia-Hoffnungen

Ebenfalls Chancen auf eine Teilnahme bei Olympia im Jahr 2020 können sich unter anderem die Boxerin Azize Nimani (Karlsruher SC) und der Box-Profi Vincent Feigenbutz (Bulldog Gym Karlsruhe) machen. Von den Rheinbrüdern haben Sarah Brüßler, Katinka Hofmann, Sophie Koch und Carola Schmidt ebenfalls die Chance. Sappho Coban (Judo/Budo-Club-Karlsruhe) und Pia Sarnes (Synchronschwimmen/SSC Karlsruhe) steht auch die Tür nach Tokio offen. Von der LG Region Karlsruhe wurden Jana Reinert, Pascal Kleyer und Julian Howard genannt – genauso wie Dang Qiu, vom ASV Grünwettersbach (Tischtennis).

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