Corona in Baden-Württemberg
Verkehrsminister Hermann: Höchste Zeit für Tempolimit

Corona in Baden-Württemberg Verkehrsminister Hermann: Höchste Zeit für Tempolimit

Quelle: Jens Büttner

Der Gasstreit mit Russland könnte sich zuspitzen, Verbraucher und Firmen werden zum Energiesparen aufgerufen. Es wird auch in Baden-Württemberg wieder über ein Dauerbrenner-Thema diskutiert.

Angesichts der drohenden Energiekrise und der stark steigenden Kosten unter anderem für Sprit werden auch in Baden-Württemberg die Rufe nach einem Tempolimit wieder lauter. Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) spricht sich dafür aus, den Fuß auf Autobahnen stärker vom Gas zu nehmen, auch SPD-Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch fordert eine Grenze fürs Tempo. Beide Parteien hatten sich bei den Koalitionsverhandlungen im Bund zu diesem Thema allerdings nicht gegen den Partner FDP durchsetzen können. Die Verantwortung für die Autobahnen liegt in Deutschland bei der bundeseigenen Autobahn GmbH.

«Es ist höchste Zeit für spritsparendes Autofahren und für ein Tempolimit», sagte Hermann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. «Mit solchen konkreten Schritten können alle etwas gegen die Abhängigkeit von russischem Öl tun.» Stoch sieht zudem «einen erheblichen Einsparungseffekt», außerdem mache ein Tempolimit den Verkehr sicherer. Es müsse «jetzt kommen», fordert er. Auch Umweltverbände werben seit langem für die Einführung eines generellen Tempolimits.

Hermann und Stoch wissen bei diesem Thema auch den Regierungschef im Boot: «Grundsätzlich sollte man immer schauen, wo man Energie einsparen kann. Ein Tempolimit halte ich schon immer für richtig und jetzt erst recht», hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vor etwa einer Woche der «Schwäbischen Zeitung» gesagt.

Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen ist ein Dauerbrenner-Thema – die Debatte kommt aber neu auf, nachdem Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwoch die Frühwarnstufe eines Notfallplans Gas ausgerufen hat. Es ist die erste von drei Stufen. Damit soll die Vorsorge für einen möglichen russischen Lieferstopp gestärkt werden. An Verbraucher und Firmen ging der Appell, Energie einzusparen. Vom Deutschen Städtetag wurde die Bundesregierung aufgefordert, ein Tempolimit zu prüfen, um Energie zu sparen.

Bei den Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP war die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen am Widerstand der Liberalen gescheitert. Auch bei einem vor kurzem von den Koalitionsspitzen beschlossenen Maßnahmenpaket auch zum Energiesparen fehlte ein Tempolimit. Stattdessen ist ein günstiges Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) über drei Monate geplant, damit Autofahrer umsteigen. Verkehrsminister ist der FDP-Politiker Volker Wissing.

Der baden-württembergische FDP-Verkehrsexperte Christian Jung ging nicht direkt auf die Argumente Hermanns ein: «Ein generelles Tempolimit bringt unabhängig von der aktuellen Situation für den Klimaschutz überhaupt nichts», sagte er. Es sei sinnvoller, Telematik einzusetzen, um ein hohes Verkehrsaufkommen intelligent zu steuern.

Das Umweltbundesamt (UBA) hatte vor drei Wochen verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, um deutlich sparsamer mit Energie umzugehen. Dazu gehörte auch, weniger und vor allem langsamer mit dem Auto zu fahren. Verringerten die Autofahrer die Geschwindigkeit auf Autobahnen auf maximal 100 Kilometer pro Stunde und auf 80 km/h auf Straßen außerorts, spare das rund 2,1 Milliarden Liter fossilen Kraftstoff ein – selbst wenn man davon ausgehe, dass sich nicht alle daran hielten und Einzelne schneller unterwegs seien. Das spare immerhin sofort rund 3,8 Prozent des im Verkehrssektor verbrauchten Kraftstoffs.

 

Weitere Nachrichten

"Weihnachten neu erleben": Riesiges Charity-Weihnachtsevent in Karlsruhe

"Weihnachten neu erleben" gilt als eines der größten Charity-Weihnachtsevents in ganz Deutschland. Zu erleben gibt es gute Unterhaltung und großes ehrenamtliches Engagement für einem guten Zweck.​ Auch 2025 findet die Veranstaltung wieder statt.

Häusliche Gewalt: Schärfere Fußfessel-Regel beschlossen

Baden-Württemberg erlaubt künftig elektronische Fußfesseln auch bei häuslicher Gewalt. Wie das neue Gesetz potenzielle Opfer besser schützen soll.

Bundesgerichtshof in Karlsruhe kippt Klausel zur einseitigen Rentenkürzung

Durch eine einseitige Vertragsklausel wurden Versicherungsnehmer unangemessen benachteiligt, kritisiert der BGH. Das Urteil könnte Folgen für eine Million Versicherungsverträge haben.

Blindgänger in Schulnähe in Karlsruhe gefunden und entschärft

In der Nähe einer Schule wird eine Weltkriegsbombe gefunden. Zahlreiche Anwohner müssen das Gebiet verlassen. Jetzt gibt es Entwarnung.

KSC-Coach Eichner nach Bajramovic-Aus: "Null Komma null vorgefallen"

Bei den Fans des Karlsruher SC und auch Spielern herrscht weiter Rätselraten zu den Hintergründen der Trennung von Co-Trainer Bajramovic. Trainer Eichner macht das Aus zu schaffen.

Blindgängerverdacht im Klärwerk Neureut: Freilegung und Entschärfung am Freitag

Am Freitag, 12. Dezember 2025, soll im Klärwerk in Neureut ein vermuteter Blindgänger freigelegt und - sofern sich der Verdacht bestätigt - entschärft werden. Der Blindgängerverdacht entstand bei Bauarbeiten für ein neues Gebäude, teilt die Stadt mit.

Interview

Interview mit dem neuen KSC-Co-Trainer: 7 Fragen mit Daniel Gordon

In unserer blau-weißen Interview-Reihe „7 Fragen mit…“ werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des KSC. Dabei sprechen wir mit den Spielern über die aktuelle Situation und über persönliche Themen, um die Spieler etwas näher kennenzulernen. Heute im Fokus: Daniel Gordon.

Irreführende Werbekampagne? Deutsche Umwelthilfe klagt gegen Staatsbrauerei Rothaus

Transparenz oder Täuschung? Wegen einer Werbekampagne einer Brauerei erhebt die Deutsche Umwelthilfe Vorwürfe. Das Unternehmen kontert die Klage.

Philippsburg wird Standort für Batteriespeicher-Gigant

EnBW plant eine XXL-Batterie mit einer Kapazität von 800 Megawattstunden - genug Strom für 100.000 Haushalte an einem Tag. Was das für die Energiewende bedeutet.

Heimische Produktion an Weihnachtssternen geht zurück

Sie sind leuchtend Rot und schmücken gerade zahlreiche Häuser im Südwesten: die Weihnachtssterne. Aber es werden weniger davon in Baden-Württemberg erzeugt.

Laut Auswertung: Welchen Einfluss hohe Mieten auf die Armut im Land haben

Steigende Wohnkosten treiben in Baden-Württemberg viele Menschen unter das Existenzminimum. Hunderttausende davon tauchen in offiziellen Statistiken nicht auf.

Laut Umfrage: Rektoren sehen Sanierungsbedarf an Schulen im Land

Kaputte Klos, undichte Fenster oder feuchte Stellen an der Decke: An den Schulen im Land gibt es nach Einschätzung von Schulleitern großen Sanierungsbedarf. Nun hofft man auf das Sondervermögen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.