Spieltag 26 | Zweite Liga
Wellenreuther-Rücktritt & Liga-Beginn: Eichner legt Fokus auf Samstag

Spieltag 26 | Zweite Liga Wellenreuther-Rücktritt & Liga-Beginn: Eichner legt Fokus auf Samstag

Quelle: Tim Carmele

Am Samstag, den 16. Mai 2020 um 13:00 Uhr, steigt der Karlsruher SC mit einem Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 wieder in den Ligabetrieb ein. Doch der Rücktritt von KSC-Präsident Ingo Wellenreuther überschattet die Wiederaufnahme des Abstiegskampfs.

Großes Chaos beim Karlsruher SC

Corona-Krise, drohende Insolvenz, Stadionbau und Abstiegskampf – Themen und Problemfelder gibt es vor dem kommenden Heimspiel des Karlsruher SCs wahrlich genug. Doch ist es der Rücktritt von KSC-Präsident Ingo Wellenreuther, welcher die Vorbereitung auf das Geisterspiel gegen den SV Darmstadt 98 überschattet. Dieser reagiert damit vermutlich auf die Forderungen des „Bündnis KSC“, welches dem Verein die dringend benötigte Summe von sechs Millionen Euro unter der Bedingung anbot, dass Wellenreuther sein Amt niederlege.

Soviel zur Situation neben dem Platz, doch auch auf dem Platz sieht der KSC ungewissen Zeiten entgegen. Am Samstag, den 16. Mai 2020 um 13:00 Uhr geht es für den KSC darum, den Anschluss an die Nichtabstiegsränge nicht zu verlieren. Nach zweimonatiger Zwangspause gastiert nun der SV Darmstadt 98, seines Zeichens Tabellensechster, im Wildpark. Chefcoach Christian Eichner beantwortet in einer Video-Pressekonferenz alle Fragen rund um das kommende Geisterspiel.

 

KSC – Der Fokus liegt auf dem Sport

Mit dem Thema Wellenreuther wollte sich Christian Eichner nicht beschäftigen, zu viel stehe für den KSC auf dem Spiel: „Wir sind in einer Situation, in der wir alles daransetzen müssen, uns am Samstag auf den Sport zu konzentrieren.“ Die Mannschaft sei durch den Trainer über den Rücktritt informiert worden, doch liege der Fokus klar auf der Partie am kommenden Samstag.

Dafür gibt es auch gute Gründe, denn gerade vor dem Hintergrund eines immer noch möglichen Saisonabbruchs sei es wichtig, nicht auf dem vorletzten Tabellenplatz zu verweilen. Die Mannschaft tue gut daran „am Samstag anzufangen zu punkten.“

Mit der zurückliegende Trainingswoche zeigte sich der Trainer zufrieden, die Mannschaft habe gut gearbeitet und sei in den letzten Tagen „extrem fokussiert“ gewesen. Die Situation bleibt, beachtet man die Tatsache, dass es von der DFL erst letzte Woche das Signal zum Liganeustart gab, eine besondere: „Es war jetzt eine kurze Übergangsphase von Kleingruppen in das Mannschaftstraining, aber auch das haben wir so hingenommen wie es ist. Die Vorfreude ist jetzt da! Es wird Zeit, dass es Samstag 13:00 Uhr wird!“

 

| Quelle: Uli Deck

 

Corona-Krise als mögliche Chance?

Für den Fitnesszustand und seine Arbeit als Trainer sei die Corona-Krise, so Eichner, auch eine Chance gewesen. Zwar müsse man sich als Trainer kreativ zeigen, doch habe man „die Kleingruppenphase extrem dafür genutzt, um athletisch und läuferisch immer wieder einen Akzent zu setzen, um Spielern die Möglichkeit zu geben, gewisse Defizite aufzuarbeiten.“ Es sei deshalb gut möglich, dass am kommenden Samstag eine andere Mannschaft als noch in den Spielen vor der Pause auf dem Feld stehe: „Es kann durchaus sein, dass die Aufstellung am Samstag vielleicht ein Durcheinanderwürfeln darstellt.“

Dabei dem KSC gesperrt fehlen werden Änis Ben-Hatira und Christoph Kobald. Ebenfalls nicht zum Einsatz kommen können die verletzten Spieler Kyoung-rok Choi, Babacar Gueye, Justin Möbius und Burak Camoglu. Fraglich bleibt der der Einsatz des gerade erst wieder genesenen Kapitäns David Pisot.

 

„Ich glaube, dass meine Jungs fit sind“

Der abrupte Liganeustart schlug seit seiner Ankündigung große Wellen. So war unter anderem die Rede von Wettbewerbsverzerrung. Auch KSC-Spieler Marc Lorenz äußerte sich besorgt über ein vermeintlich erhöhtes Verletzungsrisiko der Spieler. Christian Eichner steht den Rahmenbedingungen in Zeiten von Corona jedoch gelassen gegenüber: „Ich habe mir abgewöhnt, mir über die Dinge Gedanken zu machen, die noch nicht passiert sind.“ Eine Erhöhung des Verletzungsrisiko sehe er nicht, im Gegenteil: „Ich glaube, dass meine Jungs fit sind. Ich glaube, dass meine Jungs bereit sind, auch am Samstag an ihre Leistungsgrenze zu gehen.“ Dennoch sei klar, dass die Mannschaft nicht direkt bei 100 Prozent sein könne, weshalb es wichtig sei „mit Kopf zu spielen.“

Auch das Spielen in einem leeren Stadion dürfe man nicht zu einseitig bewerten. Zwar gebe es Spieler, welche die Anfeuerungen der Fans benötigen, um ihre Leistung abzurufen, doch sei auch das Gegenteil möglich: „Es wird mit Sicherheit auch Spieler geben, die sich vielleicht ein stückweit leichter tun.“ Unterm Strich ginge es einfach darum, die drei Punkte im Wildpark zu behalten und die spezielle Situation auszublenden: „Wir sollten das alles nicht zu wichtig nehmen – es ist ein Fußballspiel.“

 

Der Gegner im Überblick – SV Darmstadt 98

Dem Punktgewinn für den KSC im Weg steht der SV Darmstadt 98. 36 Punkte konnte die Mannschaft von Dimitrios Grammozis in dieser Spielzeit bereits erringen. Mit dem Aufstiegskampf hat die Mannschaft zwar nichts mehr zu tun, doch steht man gesichert im gehobenen Mittelfeld der Liga.

Bereits zehn Spiele in Folge ist Darmstadt nun ungeschlagen: sechsmal spielte man unentschieden, viermal gelang ein Sieg. Diese vier Siege gelangen aber in den letzten fünf Spielen, die Gäste zeigen sich also in guter Verfassung. Darüber hinaus wird es zu einem Wiedersehen mit Marvin Mehlem kommen, welcher die Karlsruher 2017 in Richtung Darmstadt verlassen hatte. Mit derzeit fünf Assists ist er der Topvorlagengeber der Darmstädter. Mut schöpfen kann der KSC aus dem Hinspiel, damals trennten sich beide Mannschaften mit einem 1:1.

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