Soziale Projekte unterstützen
„Großstadtaffe“: Karlsruher ist mit sozialem Modelabel erfolgreich

Soziale Projekte unterstützen „Großstadtaffe“: Karlsruher ist mit sozialem Modelabel erfolgreich

Quelle: Marco Sirch

2018 gründete Manuel Lauinger das Modelabel „Großstadtaffe“ – dabei ist der Karlsruher kein Modedesigner, sondern Soldat. Welche Geschichte sich dahinter verbirgt und welche Erfolge „Großstadtaffe“ bereits erreichen konnte, hat Lauinger meinKA verraten.

Modelabel „Großstadtaffe“ – das steckt dahinter

Manuel Lauinger aus Karlsruhe ist Bundeswehrsoldat – als er 2018 nach Köln versetzt wird und dort beruflich mit der sozialen Einrichtung „Rundschau Altenhilfe – Die gute Tat e.V.“, einem Engagement, welches sich Senioren widmet, deren Rente nicht ausreicht, in Berührung kommt, spürte er den dringenden Wunsch mehr zu tun.

„Mir war damals in meinem Umfeld aufgefallen, dass die Menschen immer häufiger einen Werteverfall anprangerten. Das fehlende Interesse am Mitmenschen wurde häufig erwähnt, das Interesse am Nachbarn, die Anonymität, die sogenannte „Ellenbogengesellschaft“. „Alle schauen doch nur noch auf sich und ihren eigenen Vorteil. Das ist mir nach meinem Empfinden so häufig begegnet, dass es auffällig war und für mich doch schnell klar war: Wenn so viele Menschen den Wunsch nach mehr Solidarität und Werten in sich tragen, dann sind die nicht verloren gegangen. Ich kann nichts vermissen, was ich nicht selbst in mir trage!“

Lauinger fragte sich, wie man Menschen am ehesten miteinander vereinen könnte und fand eine Antwort in der Mode. Genauer mit einem Kleidungsstück, das fair produziert wird, das qualitativ hochwertig ist und in Anlehnung an die angebliche Großstadtanonymität ein witziges Motiv bietet. „Großstadtaffe“ war geboren und bereits im Dezember 2018 ging der dazugehörige Onlineshop an den Start.

 

Pro Kauf gehen 10 Euro an soziale Partner-Projekte

„Als meine Idee mit dem Großstadtaffe stand, war mir klar ,dass 10,00 Euro pro Kauf eines Kleidungsstückes beim Großstadtaffen an eine soziale Einrichtung gehen sollen“, so Lauinger über das Konzept. An welches der sozialen Partner-Projekte die Spende geht, entscheidet der Kunde beim Kauf selbst.

Eine soziale Einrichtung, die der Label-Gründer unbedingt mit dabeihaben wollte, ist die Stiftung Jona in Berlin. Diese wurde aus den privaten finanziellen Mitteln von Frau Prof. Dr. Bier gegründet. Hier werden sozial benachteiligte Kinder 365 Tage im Jahr betreut, erhalten eine warme Mahlzeit, bekommen Hausaufgabenhilfe und Bewerbungstraining.

„Nach einem Anruf bei Frau Prof. Dr. Bier, war diese direkt Feuer und Flamme für mein Projekt und lud mich zum Adventsfest der Einrichtung in Berlin ein. Nach diesem Treffen war für mich direkt klar, dass die Spendengelder hier genau richtig sind“, erklärt Lauinger.

 

 

Karlsruher Sportler unterstützen „Großstadtaffe“

Auf das soziale Modelabel des Karlsruhers sind inzwischen auch einige Fußballgrößen aufmerksam geworden – allen voran Ex-KSCler Thomas Häßler! Aber auch der Fußballer Änis Ben-Hatira, KSC-Spieler Marc Lorenz und Fußballweltmeister Andreas Brehme werben mittlerweile für den Großstadtaffen und unterstützen so die sozialen Einrichtungen.

Ein weiteres großes Projekt ist aktuell New York: „Kürzlich meldete sich ein Interessent, der in New York lebt und in der Modebranche tätig ist. Dieser möchte den Großstadtaffen unter anderem Namen in New York etablieren. Das soziale Engagement gepaart mit der Tatsache, dass es in den USA das Sozialsystem wie in Deutschland nicht gibt, lässt ihn vermuteten, dass der Großstadtaffe dort großes Potenzial hat. In wenigen Wochen wissen wir mehr“, verrät Lauinger.

 

Änis Ben-Hatira wirbt für „Großstadtaffe“ | Quelle: Salih Montero

 

Hoodies, Shirts & Ziele von „Großstadtaffe“

Manuel Lauinger hat das Motiv des Großstadtaffen übrigens selbst entworfen – dieses gibt es derzeit auf Hoodies und T-Shirts im Onlineshop. Wobei sich die Frauen bezüglich des neuen Hoodie-Nachschubs noch bis Herbst gedulden müssen: „Die Damenwelt hat mir die Hoodies quasi aus der Hand gerissen“, so Lauinger, der außerdem eine Kinderkollektion plant – wobei der modische Aspekt an zweiter Stelle steht.

„Das Label Großstadtaffe ist für mich viel eher ein Statement statt modisch. Was nicht heißen soll, dass ich nicht vorhätte, weitere Designs zu entwerfen oder die Kollektion zu erweitern. Ein Traum wäre, dass der Großstadtaffe weitere Bekanntheit erlangt und damit noch viel Gutes getan werden kann“, erklärt der Karlsruher.

Das bisher geleistete kann sich aber durchaus sehen lassen: Knapp 2.500 Euro sind bislang für die sozialen Einrichtungen durch Großstadtaffe gesammelt worden.

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