Soziale Projekte unterstützen
Soziales Karlsruher Modelabel endet: „Großstadtaffe“ will ein letztes Mal anderen helfen

Soziale Projekte unterstützen Soziales Karlsruher Modelabel endet: „Großstadtaffe“ will ein letztes Mal anderen helfen

Interview
Quelle: Marco Sirch

2018 gründete der Karlsruher Manuel Lauinger das Modelabel „Großstadtaffe“, bei dem pro verkauftem Shirt Spenden generiert wurden. So konnte der „Großstadtaffe“ in den letzten Jahren mehreren sozialen Einrichtungen helfen – nun soll das Projekt enden.

meinKA-Interview: Projekt „Großstadtaffe“ endet

Manuel Lauinger aus Karlsruhe wollte anderen Menschen helfen, daher entwarf er den „Großstadtaffen“, druckte ihn auf T-Shirts und Hoodies und generierte durch den Verkauf Spenden. Ein Projekt, das vielen Menschen geholfen hat, endet nun.

meinKA sprach mit Manuel Lauinger über das Ende des „Großstadtaffen“, was das Projekt ausmacht und wie das Karlsruher Modelabel noch ein letztes Mal Menschen in der Fächerstadt unterstützen soll.

 

Warum wird das Projekt „Großstadtaffe“ enden?

Manuel Lauinger: Mit der Frage „Wie kann ich mit einfachen Mitteln soziale Einrichtungen unterstützen?“ ist das Projekt gestartet und wurde erfolgreich. Indem ich auf Marke, Prestige und Standing verzichtet habe, konnten pro verkauftem Shirt oder Hoodie zehn Euro an soziale Einrichtungen gehen.

An der Resonanz der Menschen merkte ich, dass sie die Idee mögen. Es ist aber unfassbar zeitaufwendig, dieses Projekt am Leben zu halten. Ich musste ständig Aufmerksamkeit erzeugen, um die Idee zu transportieren. Neben meinem Beruf wird mir das inzwischen einfach zu viel.

 

Welchen sozialen Organisationen konnte der „Großstadtaffe“ in der Vergangenheit helfen?

Manuel Lauinger: Insgesamt hat der „Großstadtaffe“ drei soziale Einrichtungen unterstützt: Geboren war die Idee durch die Rundschau Altenhilfe in Köln. Hier werden Rentnerinnen und Rentner unterstützt, deren Rente nicht ausreicht. Ebenfalls helfen konnte der „Großstadtaffe“ der Stiftung Jona in Berlin Spandau: Hier erhalten Kinder und Jugendliche Hausaufgabenhilfe, Bewerbungstraining und warme Mahlzeiten.

Die beiden sozialen Einrichtungen wurden immer zu gleichen Teilen mit Spendengeldern bedient. Das dritte Engagement kam wohl durch meine Vernarrtheit zum Karlsruher SC. Hier konnte die Aktion „Fußball macht satt“ der Supporters Karlsruhe 1986 e.V. unterstützt werden – hier möchte ich gerne noch einmal helfen.

 

Manuel Lauinger bei der Spendenübergabe | Quelle: | Quelle: Großstadtaffe

 

Mit einer letzten großen Aktion soll der „Großstadtaffe“ also nochmal Gelder generieren und „Fußball macht satt“ unterstützen. Warum hast du dieses Projekt ausgewählt?

Manuel Lauinger: „Fußball macht satt“ wurde zu Beginn der Pandemie geboren und durch „Judy’s Pflug“ unterstützt, indem obdachlose Frauen bekocht und die Speisen ausgefahren wurden/werden. Leider sind die Spendengelder für „Fußball macht satt“ massiv zurückgegangen, sodass dieses Projekt mittlerweile nicht mehr in vollem Umfang betrieben werden kann.

Hier möchte ich gerne nochmal helfen, daher soll der Abschluss des Großstadtaffen ausschließlich zugunsten des Projektes in Karlsruhe gehen.

 

Die Aktion „Fußball macht satt“ soll nochmals unterstützt werden.| Quelle: Großstadtaffe

 

Mit welchen Gedanken endet das Projekt „Großstadtaffe“?

Manuel Lauinger: Mit ausschließlich positiven Gedanken. Ich möchte diese Zeit nicht missen. Die vielen tollen Menschen, die ich durch dieses Projekt kennengelernt habe. Unterstützt wurde ich von den zwei Fußball-Weltmeistern, Thomas Häßler und Andreas Brehme, die ich als 8-Jähriger in mein Panini-Sammelalbum geklebt habe.

Zudem Persönlichkeiten wie Dr. Peter Tauber, Marc Lorenz und Änis Ben-Hatira – für mich alles Pfundstypen, die ihre Reichweite und Bekanntheit ohne zu zögern für den guten Zweck einsetzten.

Wichtig ist auch, dass alle drei Einrichtungen weiterhin Aufmerksamkeit und Unterstützung verdienen. Ich ziehe meinen Hut vor den Menschen, die tagtäglich dafür sorgen, dass diese Organisationen weiter existieren und funktionieren sowie Anlaufstelle und Anker für Bedürftige sind.

 

Ihr wollt das Projekt „Großstadtaffe“ und damit „Fußball macht satt“  unterstützen? Dann sichert euch jetzt eure Hoodies und T-Shirts im Onlineshop!

 

Mehrere T-Shirts & Hoodies mit dem „Großstadtaffen“-Motiv gibt’s im Onlineshop. | Quelle: meinKA

 


Rückblick: Beginn des Modelabels „Großstadtaffe“

(Der folgende Artikel erschien im Juli 2020.)

Manuel Lauinger aus Karlsruhe ist Bundeswehrsoldat – als er 2018 nach Köln versetzt wird und dort beruflich mit der sozialen Einrichtung „Rundschau Altenhilfe – Die gute Tat e.V.“, einem Engagement, welches sich Senioren widmet, deren Rente nicht ausreicht, in Berührung kommt, spürte er den dringenden Wunsch mehr zu tun.

„Mir war damals in meinem Umfeld aufgefallen, dass die Menschen immer häufiger einen Werteverfall anprangerten. Das fehlende Interesse am Mitmenschen wurde häufig erwähnt, das Interesse am Nachbarn, die Anonymität, die sogenannte „Ellenbogengesellschaft“. „Alle schauen doch nur noch auf sich und ihren eigenen Vorteil. Das ist mir nach meinem Empfinden so häufig begegnet, dass es auffällig war und für mich doch schnell klar war: Wenn so viele Menschen den Wunsch nach mehr Solidarität und Werten in sich tragen, dann sind die nicht verloren gegangen. Ich kann nichts vermissen, was ich nicht selbst in mir trage!“

Lauinger fragte sich, wie man Menschen am ehesten miteinander vereinen könnte und fand eine Antwort in der Mode. Genauer mit einem Kleidungsstück, das fair produziert wird, das qualitativ hochwertig ist und in Anlehnung an die angebliche Großstadtanonymität ein witziges Motiv bietet. „Großstadtaffe“ war geboren und bereits im Dezember 2018 ging der dazugehörige Onlineshop an den Start.

 

Pro Kauf gehen 10 Euro an soziale Partner-Projekte

„Als meine Idee mit dem Großstadtaffe stand, war mir klar ,dass 10,00 Euro pro Kauf eines Kleidungsstückes beim Großstadtaffen an eine soziale Einrichtung gehen sollen“, so Lauinger über das Konzept. An welches der sozialen Partner-Projekte die Spende geht, entscheidet der Kunde beim Kauf selbst.

Eine soziale Einrichtung, die der Label-Gründer unbedingt mit dabeihaben wollte, ist die Stiftung Jona in Berlin. Diese wurde aus den privaten finanziellen Mitteln von Frau Prof. Dr. Bier gegründet. Hier werden sozial benachteiligte Kinder 365 Tage im Jahr betreut, erhalten eine warme Mahlzeit, bekommen Hausaufgabenhilfe und Bewerbungstraining.

„Nach einem Anruf bei Frau Prof. Dr. Bier, war diese direkt Feuer und Flamme für mein Projekt und lud mich zum Adventsfest der Einrichtung in Berlin ein. Nach diesem Treffen war für mich direkt klar, dass die Spendengelder hier genau richtig sind“, erklärt Lauinger.

 

 

Karlsruher Sportler unterstützen „Großstadtaffe“

Auf das soziale Modelabel des Karlsruhers sind inzwischen auch einige Fußballgrößen aufmerksam geworden – allen voran Ex-KSCler Thomas Häßler! Aber auch der Fußballer Änis Ben-Hatira, KSC-Spieler Marc Lorenz und Fußballweltmeister Andreas Brehme werben mittlerweile für den Großstadtaffen und unterstützen so die sozialen Einrichtungen.

Ein weiteres großes Projekt ist aktuell New York: „Kürzlich meldete sich ein Interessent, der in New York lebt und in der Modebranche tätig ist. Dieser möchte den Großstadtaffen unter anderem Namen in New York etablieren. Das soziale Engagement gepaart mit der Tatsache, dass es in den USA das Sozialsystem wie in Deutschland nicht gibt, lässt ihn vermuteten, dass der Großstadtaffe dort großes Potenzial hat. In wenigen Wochen wissen wir mehr“, verrät Lauinger.

 

Änis Ben-Hatira wirbt für „Großstadtaffe“ | Quelle: Salih Montero

 

Hoodies, Shirts & Ziele von „Großstadtaffe“

Manuel Lauinger hat das Motiv des Großstadtaffen übrigens selbst entworfen – dieses gibt es derzeit auf Hoodies und T-Shirts im Onlineshop. Wobei sich die Frauen bezüglich des neuen Hoodie-Nachschubs noch bis Herbst gedulden müssen: „Die Damenwelt hat mir die Hoodies quasi aus der Hand gerissen“, so Lauinger, der außerdem eine Kinderkollektion plant – wobei der modische Aspekt an zweiter Stelle steht.

„Das Label Großstadtaffe ist für mich viel eher ein Statement statt modisch. Was nicht heißen soll, dass ich nicht vorhätte, weitere Designs zu entwerfen oder die Kollektion zu erweitern. Ein Traum wäre, dass der Großstadtaffe weitere Bekanntheit erlangt und damit noch viel Gutes getan werden kann“, erklärt der Karlsruher.

Das bisher Geleistete kann sich aber durchaus sehen lassen: Knapp 2.500 Euro sind bislang für die sozialen Einrichtungen durch Großstadtaffe gesammelt worden.

 

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