Corona in Baden-Württemberg
Hausärzte haben die freie Wahl: Aber nicht genug Impfstoff

Corona in Baden-Württemberg Hausärzte haben die freie Wahl: Aber nicht genug Impfstoff

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand

Nach der Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung in den Hausarztpraxen dürfen sich zwar fast alle Menschen in Baden-Württemberg impfen lassen.

Bereits am ersten Tag wurde allerdings deutlich, dass die Nachfrage bei den Medizinern erheblich größer ist als der vorhandene Impfstoff. Außerdem befürchtet der Verband medizinischer Fachberufe eine Überlastung. Verbandspräsidentin Hannelore König warnte davor, gleich zu Beginn auf einen Impftermin zu hoffen. Im Prinzip bleibe es wegen des fehlenden Impfstoffs die ganze Woche schwierig, sagte sie dem SWR. Deshalb seien Arzthelferinnen und Arzthelfer «nicht so begeistert» vom Wegfall der Priorisierung.

Insgesamt habe die Arbeitsbelastung in der Corona-Pandemie deutlich zugenommen, sagte König. Die Impfungen würden die Lage noch verschlimmern. «Es gibt keine Hotlines, die die Termine vergeben. Das machen die medizinischen Fachangestellten», sagte König.

Hausärzte haben in Baden-Württemberg seit Montag freie Wahl und müssen sich nicht mehr an die staatlich vorgegebene Priorisierung halten. Sie können selbst entscheiden, wer die Impfung zuerst braucht. Das gilt für sämtliche Impfstoffe und nicht wie bisher nur für das Mittel von Astrazeneca.

In den Impfzentren bleibt die Priorisierung dagegen erhalten, damit dort Menschen mit hohem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf oder mit hohem Ansteckungsrisiko auf jeden Fall zuerst geimpft werden. Allerdings können sich dort von Montag an auch Menschen impfen lassen, die im Arbeitsalltag einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg begrüßt zwar das Aus für die Impfreihenfolge. Sie hat aber auch bereits davor gewarnt, dass in der ersten Woche nahezu keine Erstimpfungen in den Arztpraxen angeboten werden könnten. «Die Menge des wöchentlich angelieferten Impfstoffs schwankt erheblich», sagte der stellvertretende KV-Landesvorsitzende Johannes Fechner. Nahezu der gesamte zur Verfügung stehende Impfstoff werde zunächst für Zweitimpfungen verwendet werden müssen. «In der Konsequenz müssen die Praxen oft fest gebuchte Impftermin wieder absagen. Dies erzeugt einen Mehraufwand für die Praxisteams und hohen Frust bei den Impfwilligen.»

Im SWR warnte auch der Tübinger Hausarzt Christian Mickeler vor zu hohen Erwartungen. «Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht», sagte er dem Sender.

Ab Juni sollen die Impfstoffmengen an die niedergelassenen Ärzte steigen, dann sollen auch Betriebsärzte nach und nach in das Impfen einbezogen werden.

 

Weitere Nachrichten

Wegen hoher Spritpreise? Weniger Verkehr rund um Ostern

Weniger Staus, kürzere Wartezeiten: Der Osterverkehr in Baden-Württemberg war dieses Jahr entspannter. Der ADAC glaubt, den Grund zu kennen.

Altes Handwerk: Darum fährt ein Floß 250 Kilometer über Saar und Mosel

Ein Floß aus Baumstämmen schippert über Saar und Mosel. Was die Crew antreibt - und warum trotzdem ein Motor an Bord ist.

Laut Statistik: Unwetter richten 2025 deutlich weniger Schäden bei Autos an

Unwetter haben 2025 deutlich weniger Autos beschädigt als im Vorjahr. Warum ein ruhigeres Jahr laut Experten trotzdem keine Entwarnung bedeutet.

PFC-Skandal: Stadtwerke Rastatt können auf Millionen hoffen

Im Streit um PFC-belasteten Kompost hat das Landgericht Baden-Baden den Stadtwerken Rastatt einen Anspruch auf Entschädigung zugesprochen. Über die genaue Summe ist noch nicht entschieden.

Max Giesinger: Karlsruher Sänger hat sich beim Kuhstreicheln einen Finger gebrochen

Max Giesinger wollte nur eine Kuh streicheln – jetzt trägt er einen Verband und kann wochenlang keine Gitarre spielen. Was genau im Wellness-Urlaub schiefging.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.