Spieltag 27 | Zweite Liga
„Herz, Mentalität, Leidenschaft“: KSC vor Duell gegen Bochum

Spieltag 27 | Zweite Liga „Herz, Mentalität, Leidenschaft“: KSC vor Duell gegen Bochum

Quelle: Tim Carmele
KSC

Nach dem 2:0-Sieg gegen den SV Darmstadt steht am kommenden Sonntag, 24. Mai 2020, um 13:30 Uhr, das nächste Heimspiel für den KSC an. Christian Eichner und Marco Thiede beantworteten vorab Fragen zur aktuellen Trainingswoche und dem Gegner VfL Bochum.

Auf dem Papier liest sich das letzte Wochenende des KSCs nicht schlecht: Ein Sieg gegen eine Mannschaft aus dem erste Tabellendrittel und das Abwenden der drohenden Insolvenz. Einen Dämpfer erhält die gute Stimmung allerdings dadurch, dass auch die Konkurrenten im Abstiegskampf dreifach punkten konnten – die Karlsruher verweilen somit auf dem 17. Tabellenplatz.

Mit dem VfL Bochum gastiert nun ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf im Wildpark. Zwar trennen die Mannschaften fünf Tabellenplätze, doch beträgt der Abstand nur vier Punkte oder mit den Worten von Chefcoach Christian Eichner: „Es ist sehr, sehr eng!“

 

KSC nahe an der Idealvorstellung Eicherns

Selbstverständlich will die Mannschaft an die Leistung des vergangenen Wochenendes anknüpfen. Der Sieg tat dem Selbstbewusstsein gut, befand Linksverteidiger Marco Thiede, und werde sicher auch in der kommenden Partie helfen. Diese Auswirkungen des ersten Heimsieges der Rückrunde machten sich auch in der vergangenen Trainingswoche bemerkbar. So sei diese schon sehr nahe an der Idealvorstellung des Cheftrainers gewesen: „Die Spiele im Training werden enger. Jeder kratzt, weil er in den Kader und die Mannschaft will.“

Klar sei aber auch, dass sich die Mannschaft nach wie vor in einer „gewissen Drucksituation“ befinde und der Klassenerhalt nur durch kontinuierliches Abrufen der eigenen Leistung möglich sei: „Ich glaube, dass die Jungs – und das haben wir ihnen von Anfang an in dieser Woche eingetrichtert – keinen Deut nachlassen dürfen.“

 

Der Umgang mit dem Liga-Restart

Das Spiel in einem leeren Stadion ist für alle Beteiligten nach wie vor eine ungewohnte Situation, so etwas wie Normalität stelle sich nicht bereits nach nur einer gespielten Partie ein, betonte Eichner. Ein zu früher Zeitpunkt also, um ein erstes Resümee über die Maßnahmen der DFL zu ziehen. Allerdings betonte der Trainer erneut, dass die aktuelle Situation durchaus auch Vorteile biete, vor allen Dingen die nicht vorhandene Geräuschkulisse: „Wir können ein Stück weit mehr Einfluss nehmen.“

Marco Thiede hingegen fühle sich in der derzeitigen Situation sehr an Freundschafts- und Vorbereitungsspiele erinnert. Auch er thematisierte das Fehlen der heimischen Fans, gerade ohne die Anfeuerungen derselben sei der Wille der einzelnen Spieler noch stärker von Bedeutung: „Ich glaube, dass die Köpfe momentan in der Phase sehr, sehr entscheidend sind.“

 

Marco Thiede (KSC 21) am Ball im Angriff. | Quelle: TMC-Fotografie.de | Tim Carmele

 

„Bauchentscheidung am Sonntagmorgen“

Grund zur Freude ist für Thiede hingegen seine Rückkehr in die Startelf der Badener. Die Zeit vor der Zwangspause sehe er dabei durchaus selbstkritisch: „Ich hatte keine so tollen Spiele davor, deshalb kann ich mir da auch ganz gut an die eigene Nase fassen.“ Besonders geholfen haben dem Linksverteidiger in dieser Phase die persönlichen Gespräche mit seinem Chefcoach.

Eben dieser Chefcoach muss gegen den VfL auf den gelbgesperrten Jérôme Gondorf, den rotgesperrten Änis Ben-Hatira und die beiden verletzten Babacar Gueye und Kyoung-rok Choi verzichten. Ob der Ausfall Gondorfs eins zu eins aufgefangen werde oder eine Umstellung auf ein System mit einer Doppelsechs nach sich ziehen werde, ließ der Trainer offen. Zurückkehren wird Innenverteidiger Christoph Kobald.

Ob dieser für einen der beiden gegen Darmstadt durchaus überzeugend spielenden Daniel Gordon und David Pisot auflaufen werde, „wird vielleicht eine berühmt-berüchtigte Bauchentscheidung am Sonntagmorgen“, so Eichner.

 

Der Gegner im Überblick – VfL Bochum

Der VfL Bochum rangiert derzeit auf dem zwölften Tabellenplatz, doch wie eingangs bereits erwähnt trügt der Schein: Nur vier Punkte trennen die Bochumer von einem direkten Abstiegsplatz. Grund dafür ist unter anderem eine schwache Auswärtsbilanz. Unter Coach Thomas Reis konnten in dieser Saison nur drei von zwölf Begegnungen in einem fremden Stadion gewonnen werden, dazu gab es drei Unentschieden und sechs Niederlagen. Doch ebenso wie der Karlsruher SC konnte Bochum beim Liga-Restart überraschen, gegen den 1. FC Heidenheim gelang ein 3:0.

Das Glanzstück der Bochumer Mannschaft stellt ohne Frage die Offensive dar. Stoßstürmer Silvère Ganvoula gelangen in dieser Saison bereits zwölf Treffer, Ex-Karlsruher Danny Blum traf neun Mal. Linksaußen Blum konnte darüber hinaus bisher neun Assists beisteuern. Mit Blum ist bereits einer von drei ehemaligen Karlsruhern im Dienst vom VfL Bochum angesprochen. Rechtsverteidiger Stefano Celozzi und Stürmer Simon Zoller trugen ebenfalls das Trikot der Badener.

Das turbulente Hinspiel in Bochum endete mit einem Unentschieden (3:3). In der derzeitigen Tabellensituation wäre das für beide Teams sicherlich zu wenig.

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