Kampagne für das Trinken von Leitungswasser
Karlsruher Wasserwende – neues Trinkwasser-Quartier startet

Kampagne für das Trinken von Leitungswasser Karlsruher Wasserwende – neues Trinkwasser-Quartier startet

Quelle: Pixabay

Dem „Wahnsinn“ ein Ende setzen: In Karlsruhe soll die Wasserwende eintreten. Der Startschuss dafür ist im östlichen Teil der Stadt gefallen. Hier sollen Schwerpunkte für das Trinken von Leitungswasser gesetzt werden – und dann in der ganzen Stadt.

Karlsruher Kampagne „Wasserwende“

Wenn man die Wasserflaschen nimmt, die alle Karlsruher in einem Jahr leer trinken, dann könnte man einen Turm in Höhe von 14.000 Kilometern bauen. Es ist ein Turm, der gar nicht nötig wäre. Um den Flaschenberg abzutragen, dafür wurde nun in Karlsruhe eine neue Kampagne ins Leben gerufen, die nichts anders verspricht als die Wasserwende!

Zurück geht die Forderung nach einer Wende beim Trinkwasser auf ein Programm des Bundesumweltministeriums. Schon der zweite Teil der Aktion lässt erahnen, in welche Richtung es geht: „Trinkwasser ist Klimaschutz“. Wie? Indem verstärkt Leitungswasser statt abgefülltes Wasser getrunken wird.

 

Ursprung dieser Bewegung in Berlin

Bereits seit über zehn Jahren setzt sich der Verein „A Tip: Tap„, also zu Deutsch: „Ein Ratschlag: Trinkwasser“, für dieses Ziel ein. Einen Aufschwung erlebt die Bewegung nun durch die Initiative des Bundesumweltministeriums. Seither setzt sich A Tip: Tap nicht nur in Berlin ein, sondern hat bundesweit zwölf sogenannte Wasser-Quartiere ins Leben gerufen. Eines ist seit September 2019 in Karlsruhe zu finden. Dort erfährt es auch Unterstützung durch das Umweltamt der Stadt Karlsruhe und der Karlsruher Stadtwerke.

Die Karlsruher Stadtteile Oststadt und Innenstadt-Ost wurde hierfür ausgewählt – immerhin rund 20.000 Einwohner leben in diesem Bereich. Bis 2022, so lange läuft die Förderung durch de Bund, sollen die Bewohner hier ihren Verbrauch von im Schnitt 750 Wasserflaschen pro Jahr auf 0, also keine einzige, Wasserflasche pro Jahr senken! Ein ehrgeiziges, aber nicht unmögliches Ziel, wie ein Blick nach Skandinavien zeigt. Hier wurden der Verbrauch von Wasserflaschen aus ein solches Niveau gesenkt.

Ein Gegentrend, wenn man die Entwicklung des Verbrauchs anschaut: Seit den 1970er Jahren hat sich der Flaschenwasserkonsum nämlich verzehnfacht! Auch die damit verbundenen Probleme fürs Klima haben zugenommen: Mehr Plastikmüll und mehr CO2-Emissionen durch den Transport der Flaschen.

 

Wasserwende mit Aufklärung & Trink-Orten

Mit vier Elementen wollen die Beteiligten erreichen, dass die Wasserwende im Karlsruher Osten gelingt: Zunächst sollen die Bürger bei Stadtteilfesten, Kitafesten, Aktionstagen und Vorträgen über das Karlsruher Trinkwasser aufgeklärt werden. Über 400 Einsätze sind hier geplant. Zudem sollen auch in Unternehmen und der Verwaltung Beratungsgespräche stattfinden, damit diese ihre Angestellten idealerweise die Vorzüge von Leitungswasser näher bringen.

Bildungsangebote sollen das Thema auch Schülern und Kindergartenkindern näher bringen. Zuletzt sollen in den nächsten Jahren 500 Trink-Orte geschaffen werden – also öffentliche Stellen, wo Menschen einfach Leitungswasser bekommen können. Das können Stationen der Initiative Refill Karlsruhe sein, aber auch öffentliche Trinkbrunnen oder Wasserspender in Verwaltungen.

„Wir fangen bei dem Thema nicht bei null an“ betont Prof. Dr. Matthias Meier. Er ist der Leiter der Trinkwasserversorgung bei den Stadtwerken Karlsruhe. Er und sein Team bemühen sich bereits seit geraumer Zeit, die Vorzüge von Leitungswasser mehr in den Mittelpunkt zu rücken. In diesem Zuge wurden unter anderem in mittlerweile fast allen Schulen in Karlsruhe Trinkwassersprudler installiert.

 

Weg zur Wasserwende ist ein langer

Dass von innerhalb von kurzer Zeit die gewünschte Wasserwende eintritt – daran haben selbst die Beteiligten ihre Zweifel. Doch in Anbetracht der aktuellen Diskussion zur Klima, trifft das Projekt den Zahn der Zeit. Denn neu ist das Thema keineswegs.

Die Qualität des Leitungswassers sei so gut, dass es keinen Grund gibt, zum Durstlöschen Mineralwasser in Flaschen zu kaufen, so Matthias Meier weiter. Durch die Lage der Karlsruher Wasserwerke sei zum Beispiel die Nitrat-Belastung kein Thema. Auch häufig geäußerte Bedenken, dass ein in die Tage gekommener Hausanschluss dem Leitungswasser an Qualität kosten könnte entkräftigt Maier. Er empfiehlt die sogenannte Fingerprobe: „Das Wasser so lange laufen lassen, bis es spürbar kälter ist. Dann ist es frisches Wasser aus dem Wassernetz, welches nicht in den Hausleitungen stand.“

Angelegt ist das Projekt der Wasserwende zunächst auf drei Jahre. Danach soll das Thema allerdings schon so ein Selbstläufer sein, dass es auch auf andere Teile von Karlsruhe ausgeweitet werden kann. Der Karlsruher Gemeinderat hat die Thematik sogar bereits in einer der vergangenen Sitzungen aufgenommen. So soll ein Konzept für Trinkwasserbrunnen in Karlsruhe gefasst werden – dass idealerweise das Trinkwasser auch im öffentlichen Bereich noch viel mehr zum Klimaschutz in Karlsruhe beitragen kann.

 

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