Die rockigen Fächerstadt-Newcomer im meinKA-Interview
Mess Up Your DNA – die Karlsruher Crossover-Metal-Band

Die rockigen Fächerstadt-Newcomer im meinKA-Interview Mess Up Your DNA – die Karlsruher Crossover-Metal-Band

Quelle: Mess Up Your DNA

Wenn diese drei Karlsruher Jungs auf die Bühne kommen wird es laut, denn Mess Up Your DNA drehen die Fächerstadt mit modernem Crossover-Metal auf Links. Im Interview mit meinKA spricht die Band über ihre Entstehung, ihre Musik und über ihre Heimat.

Mess Up Your DNA – die Band

Mess Up Your DNA – eine echte Karlsruher Band bestehend aus den Wilhelm-Brüdern Christoph (oder „Filou“) und Philipp sowie dem langjährigen Komplizen Florian Schweizer. Filou ist mit hoher Schlagzahl an den Drums zu Gange und für den Herzschlag der Songs verantwortlich, Flos Gitarrenriffs und Gesangsstimme erzählen die Geschichte der Songs und Philipp ist der Bassline-Capitain und ebenfalls am Mikrofon.

Man sieht es den drei Karlsruher „Buben“ vielleicht nicht auf den ersten Blick an, aber sobald Mess Up Your DNA die Bühne betreten geht es rund! Seit 2013 mögen es die Jungs laut und ihre Musik ist genau das. Mit einem wilden Mix aus Crossover-Metal, Alternative, Funk Metal und ein paar eingebauten Hip-Hop-Beats werden die Fans direkt von der Bühne gefühlt aus dem Alltagstrott katapultiert und ordentlich ins Schwitzen gebracht.

In den vergangenen Jahren hat die Band so ziemlich jede Auftritts-Location in der Fächerstadt gerockt und sich eine starke Fanbase aufgebaut. Doch trotz ihrer harten, musikalischen Schale haben die Musiker auch eine ganz weiche Seite, denn die Drei sind eine bandgewordene Familie. Flo und Filou sind außerdem liebevolle Väter, was den Bandalltag gelegentlich zum lustigen Balanceakt zwischen Proberaum und Babywahnsinn macht.

2019 haben Mess Up Your DNA ihr erstes Album „MUYDNA“ veröffentlicht und eine rauschende Release-Party in der Alten Hackerei im Schlachthof gefeiert. Das Album ist eine Zusammenfassung von 10 Jahren Bandgeschichte und besteht aus den Songs, die während dieser Zeit entstanden sind – aufgenommen in dem Proberaum, in dem alles begonnen hat. Das Musikvideo für die erste Singleauskopplung „Boom Boom“ spielt – wie könnte es anders sein – an den vielen Lieblingsplätzen der Fächerstadt.

 

 

MUYDNA im Interview

Es gibt euch schon eine ganze Weile – wie ist MUYDNA entstanden?

Philipp: Offiziell oder inoffiziell? Wir machen eigentlich schon seit über 10 Jahre zusammen Musik. Aber ich glaube der erste Auftritt und so das sprichwörtlich „erste mal aus dem Keller kommen“ war dann im Jahr 2013.

Flo: Ganz ursprünglich, weiß Gott wie lang des schon her ist, haben Christoph und ich im Jugendhaus in Durlach angefangen zusammen Musik zu machen. Das war eigentlich eher so ein rumgejamme. aber es hat sich irgendwie gut angefühlt, Spaß gemacht und da haben wir gedacht wir könnten eigentlich auch eine Band gründen. Dann kam irgendwann Philipp dazu.

Filou: Das stimmt – Philipp hat eigentlich gerade angefangen Akkustikgitarre zu lernen und war noch total jung. Aber dann ist der Beschluss gefallen – Philipp spielt jetzt Bass, das fehlt uns noch – dann kam ein „Okeeee“ und die Sache war entschieden. Und zum Glück haben wir ihn gefragt.

 

Mess Up Your DNA ist ein Name, der im Kopf bleibt – wie kamt ihr drauf?

Filou: Der war schon ziemlich früh safe. Man überlegt sich ja am Anfang ganz viele Sachen und hat eigentlich überhaupt keine Ahnung, wie man so an die Namensfindung herangehen soll – Hauptsache nicht normal und kein Mainstream. Wir haben dann über sowas wie „UpStream-Down“ nachgedacht aber da wir eigentlich keine irre Wortschöpfung haben wollten, konnte es das nicht werden.

Flo: Das ist schon riskant so etwas – du weist nie, ob irgendjemand auf der Welt unsere Wortkreation als Schimpfwort verstehen könnte oder so. Das Mess up bedeutet ja „etwas durcheinanderbringen“ – das passt perfekt zu der Musik, die wir machen – da ist alles ziemlich wild und aufgebrochen. Und kombiniert mit dem DNA bedeutet das für uns, dass die Musik etwas in einem Menschen auslöst.

 

Welche Musiker und Musikstile beeinflussen euch?

Philipp: Ich glaub auch das fängt musikalisch bei jedem Einzelnen von uns an. Wir hören so unterschiedliche Musik – Filou hört Hip-Hop, Flo hört viel Pop und ich mag gerne Querbeet alles was Qualität hat und auch härtere Metal-Geschichten – und bringen damit auch so verschiedene Einflüsse mit in unsere Songs, dass es schwierig ist, das auf einen Nenner oder ein festes Genre zu bringen. Zum Beispiel das fette Riff von Audioslave oder Rage Against the Machine oder die alten Muse-Sachen haben auf jeden Fall Einfluss.

Flo: Und eine Prise Metallica ist auf jeden Fall immer mit dabei.

 

Ihr habt schon viele Konzerte in der Region gespielt – wie ist das Musikerleben in Karlsruhe?

Filou: Wir haben erst sehr spät angefangen uns aktiv um Auftritte zu kümmern, weil wir immer schon viel gefragt wurden – alla hopp – waren wir immer dabei. Und jetzt wollen wir schon darauf achten, dass wir das regelmäßiger takten. Ich meine, Flo und ich sind Väter und da wäre es schon gut ein paar Wochenenden am Stück geballt zu spielen und dann wieder eine Pause für die Familie einzulegen. Wenn dazwischen aber natürlich eine coole Anfrage kommt, spiele wir natürlich trotzdem.

Flo: So im Rückblick haben wir praktisch schon überall in Karlsruhe gespielt – in der Stadtmitte, Substage, Z10 AKK, Radio Oriente als es das noch gab und so weiter, aber die Releaseparty war echt der absolute Hammer. Das war einfach rundum gelungen. Ich mein die Hütte war komplett voll, die Leute haben unsere Texte mitgebrüllt, obwohl das Album noch gar nicht draußen war, das war völlig crazy. Es gibt in hier schon wirklich viele Auftrittsmöglichkeiten und viel Unterstützung für junge Bands in Karlsruhe – gerade so dank dem Popnetz im Substage und viele Bandfestivals und so. Aber wenn du wirklich was reißen und groß raus kommen willst, muss du schon echt einiges investieren und viel selbst organisieren und Eigeninitiative zeigen.

 

Flo (Gesang & Gitarre), Philipp (Gesang & Bass) & Filou (Drums).

Von links – Flo (Gesang & Gitarre), Philipp (Gesang & Bass) & Filou (Drums). | Quelle: Mess Up Your DNA

 

Wie entstehen eure Songs – wer schreibt die Texte?

Die Wilhelm-Brüder zeigen auf Flo.

Flo: Also besonders beim ersten Album sind die Lieder und die Texte nicht neu sondern stehen für unsere gemeinsame Entwicklung als Band und unsere musikalische Geschichte. Als es in den letzten Jahren konkret auf das Album zu ging haben Philipp und ich uns hingesetzt und bei ein paar Liedern nochmal ein bisschen was umgeschrieben. In Zukunft werden wir schon alle Drei an den Texten beteiligt sein, geranade weil wir alle so unterschiedliche Ideen und Erfahrungen mit einbringen. Das wird spannend wenn da mal drei verschiedene Köpfe aufeinanderprallen.

Philipp: Aber instrumental sind wir auch jetzt schon meistens zu dritt am Start und das entsteht auch immer ganz unterschiedlich. Manchmal hat einer eine Riff-Idee, eine Bass-Melodie, einen Schlagzeug-Beat oder eine Melodie und dann fängt man an instrumental ein Lied aufzubauen. Oder man hat eben schon einen fertigen Text und baut die Instrumente herum.

 

Was ist euer Lieblingsplatz in Karlsruhe?

Christoph: In unserem Musikvideo sieht man ja ein paar Plätze in Karlsruhe – zum Beispiel den Skaterplatz ODP in der Nähe vom Gottesauer Schloss oder den Turmberg. Aber für mich geht es bei einem Lieblingsplatz immer um die Atmosphäre und das können dann ganz unterschiedliche Orte sein. Ich lauf gerne durch das Ettlinger Tor, geh nachts um halb 12 nochmal durch den Rewe, DAS FEST – die Günther-Klotz-Anlage, der Zoo ist wunderschön, die Südstadt ist wunderschön – es kommt immer auf die Situation an, auf das Wetter und worauf man eben gerade so Bock hat. Aber in Karlsruhe findet man immer was, wo man sich entspannt hinsetzen und die Zeit genießen kann.

Flo: Und das ist auch genau das, was wir mit dem Musikvideo zeigen wollten. Dass wir drei Karlsruher Jungs sind, dass wir unsere Stadt cool finden und einfach die Umgebung lieben in der wir aufgewachsen sind.

Filou: Und ich mein, die Baustellen in Karlsruhe sind nicht unbedingt hübsch, aber mich stören die gar nicht. Man kann sich drüber aufregen oder man lässt es einfach und genießt die Atmosphäre. Du siehst so viel und wenn man hier aufgewachsen ist und Musik macht dann trifft man überall Leute die man kennt und so. Also wir gehen hier auf jeden Fall nicht weg – das hab ich schon mit meiner Familie geklärt. Und es wird ja auch noch schöner hier – wenn die U-Strab dann fertig ist, wird das nur gut und dann sind noch viel mehr neue Kulturplätze möglich.

 

Was sind eure Ziele für die nächsten Jahre – geht es bald auf Tour?

Flo: Das ist tatsächlich gerade so das nächste Ziel für uns! Mal so richtig klassisch am Stück touren. Am besten einen Bus mieten, Zeug rein und dann von Club zu Club. Da steuern wir gerade drauf hin.

Philipp: Genau. Jetzt geht es dran, die Musik an die richtigen Promoter zu bringen, damit das auch Sinn hat, in anderen Städten zu spielen. Jetzt können wir ja auch was vorweisen und müssen nicht immer nur beschreiben was wir machen.

 

Die Karlsruher Buben. |

Die Karlsruher Buben. | Quelle: Mess Up Your DNA

 

Konzerte von Mess Up Your DNA

17. Mai 2019

  • Mess Up Your DNA, ULTRASCHALL, PileUp
  • P8 Karlsruhe
  • 19:00 Uhr

25. Mai 2019

  • Mess Up Your DNA, Disposable, Broken Compass & Killjoy
  • Art Canrobert, Rastatt
  • 19:30 Uhr

26. Mai 2019

  • Mess Up Your DNA, Dr. Bær, killjoy.ch, Disposable
  • KTS Freiburg
  • 19:00 Uhr

19. Juli 2019

  • DAS FEST
  • Kulturbereich – Feldbühne
  • 19:30 Uhr

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