Soul, Funk, Blues und Jazz in der Fächerstadt
Jazzclub Karlsruhe – neues Zuhause, gleicher Sound

Soul, Funk, Blues und Jazz in der Fächerstadt Jazzclub Karlsruhe – neues Zuhause, gleicher Sound

Quelle: Pixabay

Immer montags und donnerstags wird in Karlsruhe der Jazz zelebriert, denn der Jazzclub Karlsruhe lädt an diesen Tagen zum Konzert. Bis hierher hat der Jazzclub einen aufregenden Weg hinter sich, genau wie der Jazz, nicht immer geradlinig und doch verspielt.

Der Jazzclub Karlsruhe

Karlsruhe und der Jazz, das ist eine Kombination, welche schon seit 1949 Bestand hat. Seit dem 5. November 1969 wird diese Konstellation sogar durch einen ehrenamtlichen Kulturverein repräsentiert – den Jazzclub Karlsruhe. Mit seinen regelmäßigen Veranstaltungen, immer montags und donnerstags, sowie dem international bekannten Jazzfestival, welches im Jahr 2019 vom 16. bis zum 19. Oktober stattfindet, bringt er den Groove in die Fächerstadt. Darüber hinaus feiert der Jazzclub Ende November sein 50-jähriges Jubiläum und im Jahr 2020 steht auch noch der Umzug in eine neue Spielstätte bevor. Grund genug, den Jazzclub und dessen Geschichte ausführlich vorzustellen.

Geschichte des Jazzclubs Karlsruhe

Die Geschichte des Jazzclubs Karlsruhe geht weit vor die Gründung des eigentlichen Vereins zurück. Schon während der Zeit des Nationalsozialismus wurde trotz Verbots durch die Partei Jazz von der Bevölkerung konsumiert. Zu einer Organisation in Vereinsform kam es jedoch erstmals nach dem Krieg. 1949 gründete sich in Karlsruhe der Jazzclub „Der Schlüssel e.V.“ und bot lokalen Künstlern und Liebhabern des Jazz somit erstmals die Möglichkeit sich zu finden. 1952 erfolgte die Umbenennung in „Jazzclub Karlsruhe e.V.“, welcher 1954 ein Mitglied der deutschen Jazzförderation wurde. Dies ging mit einer erneuten Umbenennung in den „Jazzclub 54 e.V.“ einher.

Saxophone

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Turbulente Zeiten und „jazzlose“ Jahre

Im Verlauf der nächsten Jahre kämpfte der Jazzclub immer wieder um seine Existenz. Die Gelder waren knapp und der Kauf von Instrumenten und das Mieten von Räumlichkeiten teuer. Mehrfach stand der Jazz in Karlsruhe kurz vor dem Aus. Diese Schwierigkeiten reichten sogar soweit, dass von 1966 bis 1967 keine Veranstaltungen des Jazzclubs innerhalb der Fächerstadt stattfinden konnten. Dennoch folgte am 05. November 1969 die Gründung des ehrenamtlichen Kulturvereins „Jazzclub Karlsruhe“ unter der Leitung Roland Blumes. Doch auch mit diesem neuen Schritt blieb die erhoffte Stabilität zunächst noch aus. Weiterhin wurde der Club von finanziellen Sorgen geplagt und nach der Schließung des Jazzkellers in der Lessingstraße 1970, musste auch die Suche nach einer festen Spielstätte fortgesetzt werden. Mitte der 70er wurden sogar von Karlsruher Jazzern Pro-Jazzclub-Konzerte organisiert, um den weiteren Spielbetrieb sicher zu stellen. Von 1979 bis 1983 bezog der Jazzclub dann erstmals die Räumlichkeiten in der alten Schlachthofgaststätte, ein Refugium, welches noch öfter in Anspruch genommen werden sollte.

Internationale Anerkennung und scheinbare Stabilität

Die Jahre 1985 bis 2006 markierten eine Phase der relativen Stabilität des Jazzclubs. In diesem Zeitraum befand sich die Spielstätte des Clubs im Jubez am Kronenplatz und der regelmäßige Betrieb war gesichert. Nachdem der Mietvertrag jedoch nicht verlängert wurde, folgte 2007 der erneute Umzug in den Alten Schlachthof. Doch auch dieses Gastspiel fand ein Ende. Bereits 2009 wurde die Spielstätte umbenannt, doch der Jazzclub blieb, 2014 war es dann leider auch für den Jazzclub erneut Zeit umzuziehen. Es begann eine Wanderzeit mit Stopps in der Alten Hackerei, dem Kulturzentrum Tempel, dem Kohi, dem Badischen Kunstverein, dem Substagedem Tollhaus und dem ZKM.

 

Give the groove a roof

Als Reaktion auf diesen Missstand wurde unter Leitung des aktuellen Vorsitzenden des Jazzclubs, Niklas Braun, die Aktion „GIVE THE GROOVE A ROOF!“ ins Leben gerufen. Das erklärte Ziel: Ein neues Zuhause für den Jazzclub finden. Anfang 2020 soll es nun soweit sein, mit dem Umzug in die Räumlichkeiten des ehemaligen Kinos Die Kurbel wird die Wanderzeit beendet und ein neuer Abschnitt in der bewegten Geschichte des Jazzclubs begonnen.

 

Jazz Symbolbild

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Programm des Jazzclubs Karlsruhe

Spätestens in den 80er Jahren, unter dem Vorsitz von Bernhard Henkel, gelang dem Jazzclub die Wende von einem lokalen Club hin zu einer internationalen Adresse. Zwar wurden auch zuvor internationale Künstler in die Fächerstadt gelockt, doch wird der Jazzclub seit dieser Zeit als internationaler Veranstalter wahrgenommen. Regelmäßig sind nun Größen der Szene in Karlsruhe zu sehen. Zum vielseitigen Programm gehören die JamSessions am ersten Montag jedes Monats, die Jazzclassix an jedem dritten Montag, das Soulcafé am letzten Montag im Monat und viele weitere Highlights mit Unterstützung von vielen nationalen und internationalen Künstlern.

Das Programm überzeugt hierbei durch eine Mischung aus Jung und Alt, Newcomern und etablierten Größen. Mittlerweile eine Institution innerhalb des Programms des Jazzclubs stellt die Funk- & Soulband Soulcafé dar. Regelmäßig versorgt diese lokale Band Besucher des Jazzclubs, immer am letzten Montag des Monats, mit der richtigen Dosis Funk, Soul und Jazz. Aufgrund des bevorstehenden Umzugs sind die Veranstaltungen des Jazzclubs derzeit jedoch in ihrer Häufigkeit reduziert. Freunde des Jazz werden auf der Internetseite des Jazzclubs über anstehende Veranstaltungen informiert.

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