Der östlichste Karlsruher Stadtteil
Grötzingen – die Großmutter der Stadt Karlsruhe

Der östlichste Karlsruher Stadtteil Grötzingen – die Großmutter der Stadt Karlsruhe

Quelle: Melanie Hofheinz

Grötzingen liegt im Osten der Fächerstadt und grenzt an die Karlsruher Stadtteile Hagsfeld und Durlach. Mit einer über 1.130 Hektar großen Fläche gehört Grötzingen zu den sechs größten Karlsruher Stadtteilen, zählt allerdings nur rund 9.800 Einwohner.

Grötzingen – Geschichte & Leben

Grötzingen ist, wie viele andere Karlsruher Stadtteile, schon deutlich älter als die Fächerstadt. Genauer betrachtet ist Grötzingen sogar die Großmutter von Karlsruhe. Auf Grötzinger Gemarkung entstand nämlich im 12. Jahrhundert die damalige Tochtergemeinde Durlach, von der aus wiederum 1715 die Fächerstadt gegründet wurde. Während Oma Grötzingen lange Zeit von ihren Verwandten separiert lebte, hat sie es, dank der baden-württembergischen Gemeindereform, im Jahr 1974 als Stadtteil wieder in den engeren Verwandtschaftskreis Karlsruhes geschafft.

Die erste urkundliche Erwähnung von Grezingen ist auf 991, als Besitz des Klosters Weißenburg, datiert. Funde aus der Zeit rund 2.000 vor Christus belegen allerdings, dass der Ort schon deutlich früher besiedelt war. Weitere Ansiedlungen sind außerdem für das vierte und siebte Jahrhundert nördlich und südlich der Pfinz nachgewiesen worden. Neben den Besiedlungen ist 1564 das Schloss Augustenburg am Augustenberg zwischen Grötzingen und Durlach entstanden. Es ist die ehemalige Residenz der Markgrafen von Baden-Durlach und gehörte der Mutter des Karlsruher Stadtgründers Karl Wilhelm, Augusta Maria von Schleswig-Holstein-Gottorf.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erwarb Maler Otto Fikentscher das Schloss Augustenburg und fungierte es zu einem kulturellen Zentrum für Künstler um. Die Grötzinger Malerkolonie entstand und beschert dem Stadtteil bis heute den Ruf eines Badischen Malerdorfs. 1962 verkauften die Erben Otto Fikentschers das Schloss an das Land Baden-Württemberg. Zuletzt befand sich eine Seniorenresidenz in dem historischen Gebäude.

 

Grötzingen | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Historisch & in Zentrumsnähe

Eines der Grötzinger Wahrzeichen ist der Turm der 1255 erstmals urkundlich erwähnten evangelischen Kirche. Das Turmdach ist kunterbunt und gedreht – einer Sage nach hat der Teufel sich an dem Turm zu schaffen gemacht, ihn aber lediglich verdreht und nicht zum Einsturz gebracht. Mit dem Baujahr 1463 befindet sich eines der ältesten Häuser in der Friedrichstraße.

Lange Zeit war das Gebäude eine Weinstube, heute beherbergen die historischen Räume ein französisches Restaurant. Das 1668 erbaute Grötzinger Rathaus gehört ebenfalls zu den sehenswerten Orten des Malerdorfs, da es als eines der schönsten Fachwerkhäuser in der Region gilt. Das Rathaus befindet sich im Mittelviertel des Stadtteils, die weiteren Bezirke Grötzingens gliedern sich in Altkircher-, Ober- und Unterviertel.

 

Gedrehter Kirchturm in Grötzingen

Gedrehter Kirchturm in Grötzingen. | Quelle: Eric Reiff

 

Grötzingen – verkehrsgünstiger Schnittpunkt

Auch wenn Grötzingen über zehn Kilometer vom Fächerstadt-Zentrum entfernt liegt, ist die Karlsruher Innenstadt schnell erreichbar. Da Grötzingen direkt an den Bundesstraßen B10 und B3 sowie nahe der Autobahn A5 liegt, kommen Autofahrer binnen weniger Minuten an ihr Ziel. Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel sind, dank dem Anschluss an das Straßenbahnnetz sowie der Bahnstrecke nach Pforzheim und Bretten, ebenfalls mobil.

Da Grötzingen außerdem als verkehrsgünstiger Schnittpunkt von Pfinztal, der Rheinebene und dem Kraichgauer Hügelland gilt, floss bis 1999 viel Verkehr durch den Stadtteil. Ein 900 Meter langer Tunnel, der die Bundesstraße B10 unter der Augustenburgstraße verlaufen lässt, schaffte Abhilfe und Erholung für die rund 9.800 Einwohner.

 

Grötzingen | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Highlights im Stadtteil Grötzingen

In Grötzingen befinden sich viele Künstler-Wurzeln in den Anfängen des 19. Jahrhunderts, welche den Ort zu einem Badischen Malerdorf wachsen ließen. Eine kulturelle Veranstaltung der besonderen Art findet daher alle zwei Jahre mit der Grötzinger Kulturmeile im Karlsruher Stadtteil statt.

Immer in den ungeraden Jahren zeigt Grötzingen seine Kultur in allen Variationen, mit Malerei, Glas- und Keramikarbeiten, Theater- und Tanzvorführungen und weiteren Programmpunkten. Mehr zur Kulturmeile.

 

Die nächste und neunte Grötzinger Kulturmeile findet vom 28. bis 30. Juni 2019 statt.

Grötzinger Kulturmeile | Quelle: Stadt Karlsruhe

 

Das Grötzinger Hallenbad

Eine weitere Besonderheit bietet das Hallenbad Grötzingen, denn es ist das einzige Karlsruher Hallenschwimmbad, das kostenfrei genutzt werden kann. Das ganze Jahr über müssen Schwimmfreunde keinen Cent zahlen, um im Hallenbad in Grötzingen ins kühle Nass zu springen und ein paar Bahnen zu ziehen.

Im Sommer lädt der Baggersee in Grötzingen zum Planschen unter freiem Himmel ein. Von Mai bis Ende Oktober darf, außerhalb des Na­tur­schutz­ge­bie­tes Wein­gar­te­ner Moor-Bruchwald Grötzin­gen, geschwommen werden. Ein Rundweg führt ganzjährig um den See und ermöglicht Einblicke die interessante Naturwelt des Baggersees.

 

Grötzinger Hallenbad

Grötzinger Hallenbad. | Quelle: Eric Reiff

 

Ringelberghohl in Karlsruhe-Grötzingen

Die Ringelberghohl in Karlsruhe-Grötzingen lädt ebenfalls zum Wandern ein. Hohlwege dienten früher als Verbindungswege und sind meist hunderte von Jahren alt. Die teilweise vier Meter hohen Wände des Weges sind mit Moosen und Sträuchern gewachsen, geben vielen Tieren ein Zuhause und laden zum Spazierengehen ein.

Dank der vielen Bäume ist die Ringelberghohl zum Großteil schattig und im Herbst mit bunten Blättern und Laub verziert.

 

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