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Gutenbergplatz, Jungendstil & Kunstakademie
Das große Weststadt-Quiz – wer kennt den Stadtteil am besten?

Gutenbergplatz, Jungendstil & Kunstakademie Das große Weststadt-Quiz – wer kennt den Stadtteil am besten?

Quiz
Quelle: Schlosser Fotografie

Die Karlsruher Weststadt entstand in den 1870er Jahren zunächst als Industrie- und Militärviertel in der direkten Nachbarschaft zur Innenstadt. Trotz seiner geringen Fläche von 173 Hektar leben über 21.000 Menschen in der Weststadt von Karlsruhe.

Das große Weststadt-Quiz

Acht Fragen, rund um den Karlsruher Stadtteil Weststadt zeigen, wer diesen Teil der Fächerstadt tatsächlich kennt. Egal ob historisch bedeutsam oder aktuelle Zahlen – im Weststadt-Quiz wird das breite Wissen abgefragt. Jetzt mitmachen!

Kleiner Tipp: Alle korrekten Antworten, können im Porträt über die Weststadt, das sich unter dem Quiz befindet, nachgelesen werden.

 

 

Weststadt – Geschichte & Leben

Um 1870 siedelten sich im Westen der Fächerstadt erste Industrieunternehmen an. Darunter befanden sich auch Brauereien, welche ihre Gär- und Eiskeller zu Bierherstellung hier auslagerten, als es im Karlsruher Zentrum zu eng wurde. Immerhin zählte Karlsruhe zu dieser Zeit rund 30 Brauereien und wurde nicht grundlos gerne als Brauereistadt betitelt.

Auch die bis heute bekannte Karlsruher Brauerei Moninger errichteten im Sommerstrich an der Kriegsstraße einen Standort. Der Sommerstrich ist ein Areal, welches sich heute zwischen der Kriegsstraße und dem Sophiengraben befindet. Hier wurden Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Wohnquartiere der Weststadt erbaut. Heute leben auf dem nur 173 Hektar kleinen Stadtteil über 21.000 Menschen – einzig die Karlsruher Stadtteile Durlach, Südweststadt und die Oststadt zählen mehr Einwohner.

 

Willkommen in der Karlsruher Weststadt.

Willkommen in der Karlsruher Weststadt. | Quelle: Schlosser Fotografie

 

Weststadt – der Karlsruher Landgraben

Doch auch wenn sich der Sommer­strich zur Stadterweiterung blendend eignete, so erwies sich der bereits bestehende Landgraben als müffelndes Hindernis im Neubauviertel. Der Landgraben wurde von Markgraf Ernst Friedrich weit vor der Gründung Karlsruhes 1715 angelegt und diente als Abwasserkanal, der vom Schloss Gottesaue bis Mühlburg in den Rhein reichte. Da der Landgraben an der Leopoldstraße, und damit kurz vor Beginn der Weststadt, nicht unterirdisch verlief, sondern offen war, konnte der übel riechende Geruch des Abwasserkanals kaum vermieden werden.

Um der Geruchsbelästigung Herr zu werden, schlossen sich die Weststädtler 1894 zu einem Bürgerverein zusammen und erreichten, dass der rund neun Kilometer lange Landgraben überbaut wurde und der Gestank damit eingedämmt. Heute ist von dem Kanal an der Oberfläche nichts mehr zu sehen, unterirdisch schlängelt sich mit rund fünf Meter Breite und 4,60 Meter Höhe der zweitgrößte europäische Kanalquerschnitt – auf Platz eins befindet sich die französische Hauptstadt.

 

Der Haydnplatz in Karlsruhes Weststadt.

Der Haydnplatz in Karlsruhes Weststadt. | Quelle: Schlosser Fotografie

 

Jugendstil – Architektur der Weststadt

Die Weststadt gilt als begehrte Karlsruher Wohnlage. Für grünes Wohnen in der Stadt sorgen viele Gärten und Bäume, wie beispielsweise die Kastanienbäume und Wiesen der Hildapromenade im Norden der Weststadt oder grüne Parks, wie der Haydnplatz oder die Nottingham-Anlage. Architektonisch verstecken sich einige historische Gebäude in der Karlsruher Weststadt, welche sich überwiegend im Jugendstil bewegt.

Nicht weit von dem Mühlburger Tor entfernt ist die von 1896 bis 1900 erbaute evangelische Christuskirche ansässig. Nur wenige Jahre später wurde die römisch-katholische Bonifatiuskirche in der Sophienstraße errichtet. Ein weiteres historisches Gebäude befindet sich an der Kaiserallee. Hier steht das von 1895 bis 1898 erbaute Rathaus West, welches als eine Niederlassung der Karlsruher Stadtverwaltung fungiert und insbesondere von der Sozial- und Jugendbehörde genutzt wird.

 

Das Rathaus West in Karlsruhe.

Das Rathaus West in Karlsruhe. | Quelle: Schlosser Fotografie

 

Das Oberlandesgericht Karlsruhe in der Hoffstraße wurde um 1898 bis 1902 gefertigt und stellt eine im italienischen und französischen Manierismus gestaltete dreigeschossige Anlage mit drei Flügeln dar. Direkt nebenan befindet sich die Karlsruher Justizvollzugsanstalt, deren Gebäude in den Jahren 1894 bis 1897 erbaut wurde und eine Neorenaissance-Fassade aufweist.

Ebenfalls in direkter Nachbarschaft hat das Karlsruher Verwaltungsgericht seinen Sitz – natürlich mit historischen Mauern. Das 1864 von Architekt Friedrich Ratzel errichtete Gebäude trägt über dem Haupteingang in goldenem Schriftzug das Wort Verwaltungsgerichtshof. Herausragend ist der Erker an der Ostfassade des Gebäudes, welcher eine Fratze mit herausgestreckter Zunge zeigt und auf die Rivalität zwischen dem Architekten des Oberlandesgerichts (Josef Durm) und Ratzel zurückgeht.

Prächtige Verzierungen, beeindruckende Fassaden und Erker schmücken das Stadtteil-Bild und verleihen der Weststadt einen besonderen Charme. Wem es gelingt einen Blick in die vielen Innen- und Hinterhöfe der Weststadt zu werfen, kann zudem die quadra­ti­sche sowie trapez­för­mi­ge Block­rand­be­bau­ung erkennen. Besonders die Sophienstraße und der Gutenbergplatz präsentieren Paradebeispiele für die Gründerzeit und den Jugendstil.

 

Highlights in der Karlsruher Weststadt

Neben einem ansprechenden Bauwesen zeichnet sich Karlsruhe-Weststadt auch durch ihre Vielfalt aus. Von Apotheke und Boutique über Bäckerei und Metzgerei bis hin zu Cafés und Bars steckt viel Leben in der Weststadt. Als Herzstück des pulsierenden Weststadt-Lebens gilt der Gutenbergplatz. Viele Restaurants, Kneipen und Cafés laden im Winter in kuschelige Räumlichkeiten und im Sommer zu Biergarten-Feierein ein.

Highlights des Gutenbergplatzes sind zum einen der Wochenmarkt, welcher dreimal die Woche (Dienstag, Donnerstag und Samstag) stattfindet und viele Besucher und Händler aus der Region anreisen lässt. Zum anderen findet das Lindenblütenfest traditionell am ersten Juli-Wochenende auf dem Gutenbergplatz statt. Der Bürgerverein der Weststadt veranstaltet das Fest seit 1919, was das Lindenblütenfest zum ältesten Stadtteilfest der Fächerstadt macht.

 

Der Gutenbergplatz in der Weststadt.

Der Gutenbergplatz in der Weststadt. | Quelle: Schlosser Fotografie

 

Sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite des denkmalgeschützten Gutenbergplatzes befinden sich die Gutenbergschule und das Lessing-Gymnasium. An der Stelle, an dem die 1908 eingeweihte Schule heute steht, befand sich bis 1829 ein Karlsruher Platz für öffentliche Hinrichtungen. Das Karlsruher Lessing-Gymnasium wurde 1893 gegründet und gilt als das erste Gymnasium für Mädchen in Deutschland. Weitere Lehreinrichtungen befinden sich mit der Volkshochschule und dem Hauptstandort der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, kurz auch Kunstakademie genannt, im Norden des Stadtteils.

 

Lessing Gymnasium Karlsruhe

Lessing Gymnasium Karlsruhe | Quelle: Schlosser Fotografie

 

Für kulturelle Unterhaltung für Jung und Alt sorgt das 1956 gegründete Sandkorn-Theater an der Kaiserallee. Das Theater präsentiert sowohl eigene Stücke als auch Gastspiele oder veranstaltet Workshops zum Thema Schauspiel. Das Theaterhaus beherbergt außerdem das marotte-Figurentheater und das Jakobus-Theater.

 

Das Karlsruher Theaterhaus.

Das Karlsruher Theaterhaus. | Quelle: Schlosser Fotografie

 

Karlsruher Weststadt im Überblick

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